EZB-Sitzung: Draghis Drahtseilakt


09.03.17 11:15
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Inflation ist zurück, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Im Februar sei die Teuerungsrate in Deutschland sowie im Euro-Raum erstmals seit 2012 wieder über 2% gestiegen. Zugleich würden die Zinsen auf niedrigstem Niveau verharren. Dadurch würden die Ersparnisse der Anleger schleichend entwertet. Bei einem Sparvermögen in Deutschland von mehr als 5 Bill. EUR bedeute dies angesichts der Nullzins-Politik der EZB und 2% Inflation, dass die Sparer allein in diesem Jahr 100 Mrd. EUR verlieren würden. Doch die Rufe in Richtung EZB, ihre ultralockere Geldpolitik endlich zu beenden, dürften ungehört verhallen, wenn die Notenbank unter ihrem Chef Mario Draghi am heutigen Donnerstag zu ihrer turnusmäßigen Sitzung zusammenkomme.

Noch dürfte die EZB es als zu früh erachten, dem Beispiel der US-Notenbank FED zu folgen und zu einer weniger lockeren Ausrichtung überzugehen. Auch an den Leitzinsen würden die Euro-Wächter wohl nicht rütteln, die seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0% lägen. Im Gegensatz zur EZB habe die FED genügend Signale ausgesendet, die Beobachter davon ausgehen lassen würden, dass die US-Notenbank unter ihrer Präsidentin Janet Yellen Mitte kommender Woche ihrerseits die Zinsen erhöhen werde. Damit steige die Diskrepanz zwischen den Zinsniveaus in Europa und den USA, was mit einem Gummiband verglichen werden könne, das immer stärker überdehnt werde. Die Frage sei nur, wann es reiße oder ob es sich plötzlich zusammenziehe.

Für Draghi werde das Ratstreffen der EZB zu einem Drahtseilakt. Beobachter würden davon ausgehen, dass der EZB-Präsident seine gesamten Kommunikationsfähigkeiten aufbieten müsse, um Forderungen nach einer strafferen Haltung der EZB zurückzudrängen, wie es der Volkswirt Reinhard Cluse von der Schweizer Großbank UBS beschreibe. Möglich sei, dass Draghi darauf verweisen werde, der aktuelle Inflationsschub sei wohl nur von vorübergehender Natur. Immerhin sei die Teuerungsrate ja vor allem wegen der im Vorjahresvergleich gestiegenen Ölpreise in die Höhe geschnellt.

Nachdem die Inflation im Februar auf 2,0% geklettert sei, sei erstmals seit etwa vier Jahren wieder das Inflationsziel der Euro-Wächter von ca. 2% übertroffen worden. Nun könnte die Inflation im Gesamtjahr rund einen halben Prozentpunkt stärker ausfallen als die bisher von der EZB angenommenen 1,3%, wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sage. Daher dürfe man gespannt sein, ob die EZB-Ökonomen zur heutigen Zinssitzung neue Inflationsprognosen vorlegen und wie sie ihr Festhalten an der ultralockeren Geldpolitik begründen würden. Eine weitere Frage werde sein, inwieweit Draghi darlege, wie er denn nun die geplante Reduzierung der Anleihekäufe von 80 Mrd. EUR auf 60 Mrd. EUR umsetzen wolle. Schließlich solle dies ja ab April geschehen. Bekanntlich habe die EZB im Dezember die in Deutschland umstrittenen Käufe um neun Monate bis Ende 2017 verlängert, die monatlichen Volumina aber vom kommenden Monat an um 20 Mrd. EUR gesenkt. Dadurch sei das Gesamtvolumen der Transaktionen bis zum voraussichtlichen Programm-Ende auf 2,28 Bill. EUR angestiegen.

Um die Konjunktur anzuschieben und um für mehr Inflation zu sorgen, pumpe die Euro-Notenbank seit März 2015 mit dem Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden in das Bankensystem. Geldhäuser sollten so bewegt werden, mehr Kredite an die Wirtschaft auszugeben.

Angesichts des Umstands, dass die Kerninflation, welche die schwankungsreichen Energie- und Lebensmittelpreise ausklammere, seit vielen Monaten bei Werten unter 1% verharre, sei davon auszugehen, dass die EZB sowohl bei Niedrigzinsen als auch bei den Anleihekäufen ihren Kurs nicht ändern werde. Bemerkenswert sei hierbei, dass Hinweise auf die Kerninflationsrate in der Vergangenheit bei Mario Draghi wenig Gehör gefunden hätten und man nun den Eindruck gewinnen könne, er habe von Pippi Langstrumpf gelernt!

Für den von der Regierung in London geplanten Austritt aus der Europäischen Union (EU) würden sich immer mehr Hürden aufbauen. So habe das britische Oberhaus Premierministerin Theresa May eine neue Niederlage bei den Beratungen zum Brexit-Gesetz beigebracht. Mit einer Mehrheit von 366 zu 268 hätten sie für einen Zusatz gestimmt, der dem Parlament ein substanzielles Mitspracherecht bei den Verhandlungen einräumen solle. Demnach solle No. 10 Downing Street verpflichtet werden, das Abkommen mit Brüssel vom Parlament absegnen zu lassen.

May brauche die Zustimmung beider Parlamentskammern zum Brexit-Gesetz, um den Abschied von der EU einzureichen, wie es das höchste britische Gericht entschieden habe. May wolle den Gesetzestext aber ohne Änderungen durchs Parlament bringen. Bereits vergangene Woche hätten die Mitglieder des Oberhauses den knappen Gesetzestext um einen Zusatz erweitert, der die Rechte von EU-Bürgern garantieren solle. Das Unterhaus habe dagegen den Gesetzentwurf ohne Änderungen durchgewunken. Damit sei offen, ob das Gesetz am Ende ohne oder falls doch mit welchen Änderungen verabschiedet werde. Im so genannten Ping-Pong-Verfahren gehe der Gesetzentwurf solange zwischen Oberhaus und Unterhaus hin und her, bis sich beide Kammern auf einen Wortlaut einigen könnten. Die Premierministerin müsse darauf hoffen, dass die Lords im Oberhaus einlenken würden.

Gegenwind für die Brexiteers komme auch von der EZB in Frankfurt. Diese habe klargemacht, dass sie Banklizenzen in einem Euro-Land nur dann erteilen wolle, wenn tatsächlich auch ein Teil der Geschäfte in die EU verlagert werde. Die Notenbank habe die britischen Banken davor gewarnt, zu tricksen. Sie sehe nicht, dass die EZB Banklizenzen an leere Unternehmenshüllen vergeben werde, habe Sabine Lautenschläger, EZB-Direktorin und stellvertretende Vorsitzende der EZB-Bankenaufsicht, gesagt. Auch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret habe vor kurzem klargemacht, es würden keine Briefkastenfirmen akzeptiert, bei denen das Bankgeschäft effektiv weiterhin aus London heraus betrieben würde.

Natürlich werde London auch im Falle eines Brexits ein starker Finanzplatz bleiben, dennoch kämen diese Warnungen der EZB an die Londoner City einem deutlichen Wink mit dem Zaunpfahl gleich.

Indessen bereite sich die britische Regierung laut ihrem Brexit-Minister David Davis auch auf einen EU-Austritt ohne Einigung mit der EU vor. Auch wenn Davis ein Scheitern der Verhandlungen als unwahrscheinlich einstufe, habe er im Kabinett offenbar darauf gedrungen, sich nicht nur auf eine einvernehmliche Scheidung einzustellen.

Und dass das Ganze auch nicht ganz billig werden dürfte, darauf würden die Aussagen von Finanzminister Philip Hammond hindeuten. Großbritannien brauche ein ausreichendes Finanzpolster, um den anstehenden Austritt zu schultern, habe er gesagt. Um Reserven im Tank zu haben, werde man trotz positiver Signale nicht die Ausgaben nach oben treiben, so Hammond. Die britische Wirtschaft habe sich seit dem Votum für den Brexit erstaunlich robust gezeigt. Nun werde man sehen, ob es der Regierung May gelinge, ihren Zeitplan einzuhalten und bereits Ende März die Scheidungspapiere in Brüssel einzureichen. Denn schon am 6. April sollten die EU-Staats- und Regierungschefs auf einem Sondergipfel ihre dafür notwendigen Verhandlungsleitlinien beschließen.

In den vergangenen Tagen habe die Regierung in Athen immer wieder lanciert, ein Einlenken der Geldgeber, um rasch zu einer Verständigung im Streit um Reformen und Schulden zu kommen, stehe kurz bevor. Doch nun müssten die Verhandlungspartner einmal mehr in die Verlängerung. Noch gebe es vier oder fünf Themen, über die man sich nicht einig sei, habe es am Mittwoch nach einem nächtlichen Verhandlungsmarathon geheißen. Die Zeit dränge jedenfalls, wolle doch die Regierung den technischen Teil der Vereinbarungen bis zum Eurogruppen-Treffen am 20. März abschließen.

Die internationalen Geldgeber würden auf weitere Sparmaßnahmen in Höhe von 3,6 Mrd. EUR pochen. Dabei gehe es in erster Linie um die Senkung des Einkommensteuerfreibetrags von heute 8.636 EUR auf etwa 6.000 EUR pro Jahr. Außerdem würden weitere Rentenkürzungen und weitere tiefe Einschnitte im Bereich Arbeits- und Streikrecht gefordert. Athen bemühe sich im Gegenzug um Maßnahmen, welche die Wirtschaft ankurbeln sollten - wie die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Tourismusbranche.

Zentralbankchef Yannis Stournaras habe bereits am Samstag die Euro-Partner dazu aufgerufen, die ehrgeizigen mittelfristigen Haushaltsziele für Athen zu lockern. Ab 2021 sollte nach seinen Vorstellungen nicht mehr ein Überschuss (ohne Zinszahlungen) von 3,5% der jährlichen Wirtschaftsleistung verlangt werden, sondern nur noch einer von 2%. Im Kontext mit den vereinbarten Strukturreformen könnte dies Griechenland ermöglichen, über niedrigere Steuersätze das Wachstum anzukurbeln.

Ob sich aber die Hoffnung der Regierung in Athen erfüllen werde, noch 2017 einen ersten Schritt zurück an den Kapitalmarkt gehen zu können, müsse erst mal abgewartet werden. Vize-Regierungschef Yannis Dragasakis habe gesagt, dies könnte in diesem Jahr geschehen, wenn die zweite Überprüfung schnell abgeschlossen sei und Griechenland wieder ins Anleihekaufprogramm der EZB aufgenommen sei.

Sollte es gelingen, den technischen Teil der Vereinbarungen tatsächlich bis zum Eurogruppen-Treffen am 20. März abzuschließen, gehe es erst ans Eingemachte. Dann sei nach griechischer Lesart noch Zeit, sich in zwei wichtigen Punkten auf politischer Ebene zu einigen: Welche Überschüsse müsse man nach 2018 erzielen? Und wie stehe es um einen mittelfristigen Schuldenerlass? Und man könne davon ausgehen, dass die Verhandlungspartner auch hierbei in die Verlängerung gehen werden müssten.

Über die sinkenden Renditen am deutschen Kapitalmarkt seien schon viele Abhandlungen verfasst worden. Anlass zur Hoffnung, dass sich an der Zinsfalle, in der Finanzbranche und Anleger sitzen würden, schon bald etwas ändern werde, bestehe allerdings kaum. Also würden sich Finanzinstitute und Investoren aller Art auch weiterhin mit einer Zins-Magerkost abfinden müssen. Bei Finanzinstituten und Versicherern gehe man davon aus, dass sich innerhalb der nächsten zwei bzw. drei Jahre die Zins-Mindereinnahmen noch mit "Altanlagen" ausgleichen lassen würden, aber spätestens dann würden sich die Lücken nicht mehr schließen lassen. Es sei denn, die Zinsen würden generell wieder ansteigen.

Das sei aber nur ein Aspekt der Nullzinsphase. Denn auch alle Unternehmen, welche für ihre Belegschaft Vorsorge in Form von Betriebsrenten getroffen hätten, würden massiv unter der von der EZB verordneten Geldmarktpolitik leiden. Einerseits seien Unternehmen gezwungen, Gelder nicht einfach bei Banken zwischenzuparken und Zinsen zu zahlen.

Andererseits müsse die Finanzierungslücke bei den Betriebsrenten, die jedes Jahr mit mehr Geld zu schließen sei, in der GuV berücksichtigt werden, womit der Gewinn des Unternehmens geschmälert werde. Denn die zu erwartende Rendite der Rücklagen sinke von Jahr zu Jahr und erhöhe dadurch die Verbindlichkeiten. Nach jüngsten Erhebungen hätten sich zum Jahresende 2016 die Pensionsverpflichtungen alleine bei den DAX 30-Unternehmen auf ca. 420 Mrd. EUR summiert. Und laut der Beratungsgesellschaft Mercer sei hierfür lediglich etwas über die Hälfte zurückgelegt worden. In anderen großen Industriestaaten sei die Versorgungslücke zwar kleiner, aber dennoch vorhanden.

Wie sehr das Thema die deutschen Unternehmen beschäftige, werde am Beispiel der Deutschen Lufthansa deutlich. Nicht von ungefähr sei seit Jahren um die Pensionsansprüche der "Alt-Piloten" gestritten und den Nachwuchskräften diese bevorzugte Behandlung verwehrt worden. Steigende Lebenserwartung und sinkende Zinsen würden dieses Thema zu einer tickenden Zeitbombe werden lassen. So sei beispielsweise nach Aussage des Finanzchefs von thyssenkrupp in den vergangenen drei Jahren das Eigenkapital wegen steigender Rentenverbindlichkeiten um 3 Mrd. EUR geschmälert worden.

Profitable Unternehmen könnten hier also noch gegensteuern, aber kleinere bzw. unrentable Gesellschaften hätten ein nicht zu unterschätzendes Problem. Zumal Mittelstandsunternehmen aufgrund strengerer Richtlinien die Rentenverbindlichkeiten höher bewerten müssten. Grund zur Panik bestehe sicherlich noch nicht, aber die Risiken für die Unternehmen seien nicht zu unterschätzen.

Nicht nur die Bundesrepublik Deutschland könne aktuell Anleihen mit negativer Rendite begeben. Auch Daimler International Finance B.V. habe es mit einem 2-jährigen Bond geschafft, dass Anleger bei einem Investment am Ende der Laufzeit von dem Automobilhersteller weniger Geld zurückbekämen, als sie ursprünglich investiert hätten. Der Bond (ISIN DE000A19EJE0 / WKN A19EJE) sei am 15.03.2019 fällig und Daimler zahle seinen Gläubigern für das Emissionsvolumen von 500 Mio. EUR keine Zinsen. Der Ausgabepreis habe bei 100,118% gelegen, was einem Emissionsspread von +81,90 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleichgekommen sei. Die Mindeststückelung von 100.000 EUR spreche allerdings eher institutionelle Investoren an.

Mit einem Doppelpack habe in dieser Berichtswoche Nokia Oyj auf sich aufmerksam gemacht und insgesamt 1,25 Mrd. EUR am Kapitalmarkt eingesammelt. Die erste 500 Mio. EUR schwere Tranche (ISIN XS1577727164 / WKN A19EGA), ein 4-jähriger Bond, sei am 15.03.2021 fällig und habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,00%. Der Emissionspreis sei mit 99,895% festgelegt worden. Dies habe +165,7 Bps über Bund entsprochen.

Mittels der zweiten Anleihe (ISIN XS1577731604 / WKN A19EGB) habe der heutige Netzwerkausrüster Nokia sogar 750 Mio. EUR zu einem jährlichen Zins von 2,00% bei den Investoren eingesammelt. Fällig sei das Papier am 15.03.2024 und der Reoffer bei 99,458% sei einem Emissionsspread von +224,1 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gleichgekommen. Nokia habe für beide Titel eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen festschreiben lassen und als Mindeststückelung 100.000 EUR festgelegt.

Als letzter im Bunde habe sich in dieser Woche Thermo Fischer Scientific eingereiht und eine Anleihe (ISIN XS1578127778 / WKN A19EJL) mit einem Volumen von 500 Mio. EUR begeben. Das US-amerikanische Technologieunternehmen mit Sitz in Waltham, Massachusetts, habe den Bond mit einem Zins von 1,45% ausgestattet, welcher bis zur Fälligkeit am 16.03.2027 jährlich gezahlt werde. Emittiert worden sei zu 98,824% (+87,7 Bps über Bund). Auch Thermo Fischer habe sich für eine Make Whole Option und eine Mindeststückelung von 100.000 EUR entschieden.

Die mathematischen Besonderheiten beim Kontraktwechsel hätten beim Rollen vom März in den Juni-Kontrakt für fallende Notierungen gesorgt. Doch damit gehe nicht ein Renditeanstieg einher, den sich doch so viele Investoren sehnlichst wünschen würden. Die Abschläge zwischen den beiden Future-Kontrakten hätten sich beim Buxl auf ca. 2,06 Prozentpunkte (PP), beim richtungsweisenden Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) auf ca. 3,24 PP, beim Bobl auf ca. 2,06 PP und beim Schatz auf ca. 0,20 PP belaufen. Somit erscheinen alle Juni-Kontrakte auf den ersten Blick billiger, so die Analysten der Baader Bank. Das könne zwar als ein "göttliches Zeichen" gedeutet werden, aber nicht wenige Analysten würden angesichts der anstehenden Wahlen in der Eurozone eher von weiter moderat steigenden Kursen für deutsche Anleihen ausgehen.

Sehr groß seien demnach auch weiterhin die Unsicherheitsfaktoren hinsichtlich der politischen Ereignisse sowie der Notenbankpolitik und somit lohne sich der Blick auf die Charttechnik. Die Unterstützungslinien würden aktuell bei ca. 160,65% und 159,89% verlaufen - also knapp unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 160%. Sollten in den kommenden Tagen die politischen Risiken die Oberhand gewinnen, so würden die Widerstände bei ca. 161,70% und ca. 163,16% in den Fokus der Rentenhändler rücken.

Doch die Woche der Entscheidung (FED, Bank of England, Bank of Japan und Wahlen in den Niederlanden) nahe! Zuerst gelte es jedoch die heutige EZB-Pressekonferenz schadlos zu überstehen. Hierbei sei nicht davon auszugehen, dass die oben genannten Leitplanken durchbrochen würden und so starte das Sorgenbarometer heute mit 160,38% in den Tag!

Nachdem in der Berichtspause bei der Auktion für die neuen Bundesschatzanweisungen (ISIN DE0001104677 / WKN 110467) ein Negativrendite-Rekord (-0,92% p.a.) habe aufgestellt werden können, sei auch in dieser Handelswoche Deutschland mit der Aufstockung zweier Gattungen am Markt aktiv gewesen.

Zum einen sei die inflationsindexierte Anleihe (ISIN DE0001030559 / WKN 103055, 2030) um 500 Mio. EUR auf insgesamt 8,5 Mrd. EUR und zum anderen die 5-jährige Bundesobligation (ISIN DE0001141752 / WKN 114175) um 4 Mrd. EUR auf nun 8 Mrd. EUR aufgestockt worden. Damit sei diese Bundesobligation endlich in den Future einlieferbar. Die Aufstockung des Linkers sei zu einer realen Durchschnittsrendite von minus (-) 0,74% und bei der Bundesobligation zu minus (-) 0,45% erfolgt. Allerdings habe sich die Nachfrage nach der Bobl in Grenzen gehalten, denn es seien lediglich Kaufaufträge für nominal 3,4 Mrd. EUR aufgegeben worden und somit gelte dieser Tender als technisch unterzeichnet.

Von den anderen Eurostaaten seien in diesen Tagen mit jeweils zwei Gattungen noch Österreich (ISIN AT0000A1K9C8 / WKN A18X6P, 2026; ISIN AT0000A10683 / WKN A1HJL6, 2034), Portugal (ISIN PTOTECOE0029 / WKN A1ATN7, 2020; ISIN PTOTETOE0012 / WKN A18W15, 2026) und Irland (ISIN IE00BV8C9418 / WKN A18WS0, 2026; ISIN IE00BV8C9186 / WKN A1ZVUJ, 2045) am Kapitalmarkt präsent gewesen, bevor Italien am morgigen Freitag den Schlusspunkt setze. Insgesamt belaufe sich das Emissionsvolumen in der Eurozone allerdings nur auf ca. 10 Mrd. EUR.

Das stelle sich in den USA ganz anders dar. Alleine in dieser Woche würden für 69 Mrd. USD T-Bills mit Fälligkeit in vier Wochen bzw. drei und sechs Monaten offeriert. Die länger laufenden T-Notes mit Laufzeit von drei bzw. zehn Jahren sowie die 30-jährigen T-Bonds würden die Emissionstätigkeit in einem Gesamtvolumen von 56 Mrd. USD abrunden.

Die europäische Gemeinschaftswährung befinde sich momentan in einer gewissen Findungsphase. So habe der Euro in der jüngeren Vergangenheit die eine oder andere Berg- und Talfahrt mitgemacht, aber letzten Endes fehle eine klare Richtung.

Seit zwei Wochen habe der Euro in einer relativ engen Range zwischen 1,0495 USD und 1,0640 USD gehandelt. Im Vorfeld der heutigen EZB-Ratssitzung würden sich die meisten Marktteilnehmer zurückhalten und auf die Erläuterungen der Währungshüter warten. So würden die entscheidenden Impulse ausbleiben und die Gemeinschaftswährung handle heute Morgen auf seinem Niveau der letzten Tage bei 1,0545 USD. Nach der EZB sei vor der FED, denn nächste Woche stehe die amerikanische Notenbank im Mittelpunkt des Börsengeschehens. Dies könnte für weitere Kursausschläge beim Währungspaar Euro/US-Dollar sorgen und gleichzeitig den Devisenmarkt insgesamt beeinflussen. Also handle es sich aktuell vielleicht nur um die Ruhe vor dem Sturm.

Eine klare Tendenz sei hingegen bei der Landeswährung Mexikos zu beobachten. So zeige sich der Mexikanische Peso (MXN) im Vergleich zum Euro in den vergangenen Handelswochen stark und habe ein neues Jahreshoch mit 20,5379 MXN markiert. Mehr Bedeutung werde dem Vergleich mit dem US-Dollar beigemessen und auch da mache die mexikanische Währung eine sehr gute Figur. So habe sich der Peso deutlich zum Greenback verteuern können und zeitweise bei 19,4311 MXN gehandelt, was ebenfalls einem neuen Bestwert in 2017 entspreche.

Dementsprechend hätten Währungsanleihen lautend auf Mexikanische Peso im Fokus der Privatanleger gestanden. Zu den weiteren Favoriten hätten Anleihen auf US-Dollar, Südafrikanische Rand, Türkische Lira und Kanadische Dollar gezählt.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (09.03.2017/alc/a/a)





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