EZB: Leitzinsen sollen mindestens über den Sommer 2019 unverändert bleiben


14.12.18 11:17
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der EZB-Rat hat auf seiner gestrigen Sitzung die Leitzinsen nicht verändert und seine Absicht bestätigt, diese bis mindestens über den Sommer 2019 auf ihren aktuellen Niveaus zu belassen, so die Analysten von Postbank Research.

Zudem habe er den formalen Beschluss getroffen, die Nettoanleiheankäufe Anfang 2019 einzustellen. Die Rückflüsse aus auslaufenden Anleihen sollten weiterhin in vollem Umfang reinvestiert werden. Bis dahin habe alles den Erwartungen entsprochen. Darüber hinaus habe die EZB jedoch bekanntgegeben, dass die Reinvestitionen noch für einen beträchtlichen Zeitraum nach der ersten Leitzinserhöhung fortgeführt werden sollten. Dies sei nicht überraschend, aber neu. Die EZB habe sich damit festgelegt, dass ein potenzielles "quantitative tightening" der Zinswende auf keinen Fall vorausgehe.

Des Weiteren habe die EZB ihre quartärlichen Projektionen für BIP-Wachstum und Inflation in der EWU angepasst. Die BIP-Projektionen für 2018 (1,9% nach 2,0%) und 2019 (1,7% nach 1,8%) seien leicht nach unten genommen worden, die für 2020 sei bei 1,7% geblieben. Die Inflationsprognose für 2018 sei von 1,7% auf 1,8% angehoben, die für 2019 von 1,7% auf 1,6% gesenkt worden. Für 2020 rechne die EZB weiterhin mit 1,7%. Diese Anpassungen erschienen marginal, würden aber dadurch an Gewicht gewinnen, dass Mario Draghi auf der Pressekonferenz die Abwärtsrisiken für den wirtschaftlichen Ausblick stärker betont habe als zuvor. Die Analysten von Postbank Research würden zwar dennoch weiterhin davon ausgehen, dass die EZB Ende kommenden Jahres die Leitzinsen erstmals wieder anhebe. Das dahinter stehende Fragezeichen sei aber etwas größer geworden. (14.12.2018/alc/a/a)