Deutscher Rentenmarkt: Abwärtsbewegung


12.06.18 09:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Produktion der britischen Industrie schrumpft: Im Vergleich zum Vormonat ging sie im April um 1,4% zurück, weit deutlicher als von Experten erwartet und so extrem wie seit Oktober 2012 nicht mehr, so die Analysten der Nord LB.

Seit dem Brexit-Votum seien britische Wirtschaft und Währung auf Talfahrt, Importgüter würden sich verteuern, was an der Kaufkraft zehre. Firmen würden weniger wegen der Unsicherheit über die Handelsbeziehungen nach dem geplanten EU-Ausstieg Ende März 2019 investieren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe von Januar bis März nur noch um 0,1% zugelegt.

Nach Enttäuschung über das G7-Gipfel-Ergebnis sei heute die Aufmerksamkeit auf das Treffen Trump-Kim Jong Un gerichtet. Eine Einigung könnte für weitere Entspannung an den Börsen sorgen. Erste Meldungen würden hoffnungsvoll klingen, der Gipfel sei besser gelaufen als erwartet - aber das wolle noch nichts heißen.

Dem neuen italienischen Wirtschaftsminister Giovanni Tria zufolge komme ein Ausstieg aus dem Euro nicht in Betracht. Die 5-Sterne/Lega Nord-Koalition wolle das Wachstum durch Investitionen und Strukturreformen ankurbeln und nicht durch eine Erhöhung der Schulden, was Anleger beruhigt habe.

In der neuen Woche stünden eine mögliche US-Leitzinsanhebung der Federal Reserve (Mittwoch) und die Ankündigung des EAPP-Endes (Donnerstag) im Raum: Die Analysten würden damit rechnen, dass die EZB zum Jahresende aus dem QE-Programm aussteige.

Wenn es am Aktienmarkt gut laufe, seien sichere Anlagen nicht so gefragt. Am deutschen Rentenmarkt habe es eine Abwärtsbewegung gegeben: Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei auf 159,74 Punkte zurückgekommen. US-Staatsanleihen seien so gut wie nicht gefragt gewesen - man habe offensichtlich die US-Nordkorea-Gespräche abwarten wollen. (12.06.2018/alc/a/a)