Deutscher Anleihenmarkt: Zinsanstieg fortgesetzt


16.05.18 09:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich in Q1 überraschend halbiert, so die Analysten der Nord LB.

Das Bruttoinlandsprodukt habe von Januar bis März, wie von den Analysten erwartet, nur noch um 0,3% (Q4 2017: +0,6%) zum Vorquartal zugelegt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland würden im Mai mit minus 8,2 Punkten auf einem Fünfeinhalb-Jahres-Tief verharren. Der langfristige Durchschnitt liege bei 23,4 Punkten. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage sei geringfügig um 0,5 Punkte auf 87,4 Punkte zurückgegangen. Vor allem die politischen Unsicherheiten würden belasten, habe ZEW-Chef Wambach gesagt. Die Zahlen zur Entwicklung der US-Einzelhandelsumsätze im April (+0,3% M/M) müssten vor allem aufgrund der Revisionen an den März-Daten positiv bewertet werden. Der Start in Q2 sei dem Handel folglich geglückt.

Der jüngste Zinsanstieg am deutschen Anleihenmarkt habe sich am Dienstag trotz eines nachlassenden Wirtschaftswachstums fortgesetzt. Anleger hätten sich auf die Aussagen mehrerer Notenbanker fokussiert, die alle in Richtung (weiterer) Zinsanhebungen gedeutet hätten. Am Nachmittag sei die Tendenz durch einen ebenfalls schwachen US-Anleihenmarkt noch verstärkt worden. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei auf 157,76 (158,14) Punkte gesunken, die Rendite der zehnjährigen Bund habe bei 0,64% (0,61%) gelegen. Die Schwäche bei den US-Anleihen habe auch am Dienstag angehalten. Die zehnjährige Treasury habe mit 3,08% Rendite auf dem höchsten Niveau seit 2011 gelegen. Vor allem robuste Wirtschaftsdaten hätten belastet. (16.05.2018/alc/a/a)