Covered Bonds: Zwei neue Deals zu Wochenbeginn am Primärmarkt


27.01.21 12:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nachdem unsere letztwöchige Ausgabe an dieser Stelle mit Neuemissionen nur so gespickt war, zeigten sich die vergangenen fünf Handelstage deutlich ruhiger, so Henning Walten, CIIA, und Dr. Frederik Kunze von der NORD/LB.

Lediglich zu Beginn der aktuellen Woche hätten sich mit DZ HYP und der Société Générale SFH zwei Institute angeschickt, EUR-Benchmarks zu offerieren.

Die DZ HYP, welche zuletzt Ende Oktober am Markt für EUR-Benchmarks aktiv gewesen sei, habe einen Hypothekenpfandbrief über EUR 1,0 Mrd. und einer Laufzeit von langen neun Jahren platziert. Nachdem die Transaktion mit ms +4 Bp area in die Vermarktung gegangen sei, habe der Bond letztlich 3 Basispunkte enger zu ms +1 Bp an den Markt gebracht werden können.

Mit einem Orderbuch von EUR 2,0 Mrd. sei der Deal dabei doppelt überzeichnet und die Rendite mit -0,250% in der unteren Hälfte der bisher an den Markt gekommenen EUR-Benchmarks zu verorten gewesen. Die Investoren seien verstärkt aus der DACH-Region (47%) sowie UK/Irland und den Nordics (je 17%) gekommen. Bei der Investorenart seien es Banken (49%) gewesen, denen die größte Zuteilung zuzuschreiben gewesen sei. Es seien Central banks/OI (25%) und Asset Manager & Funds mit 24% gefolgt.

Ebenfalls am Montag sei die Société Générale (ISIN FR0014001QL5 / WKN A288JV) nach fast genau einem Jahr (29.01.2020; EUR 1,0 Mrd.; 10y) wieder mit einer EUR-Benchmark auf ihre Covered Bond-Investoren zugegangen. Das Institut sei von Beginn an mit einem Volumen von EUR 750 Mio. an den Markt gegangen und habe hierfür zunächst eine Guidance von ms +6 Bp area aufgerufen. Basierend auf einem finalen Orderbuch von EUR 2,1 Mrd. habe das Pricing dann jedoch 5 Basispunkte enger bei ebenfalls ms +1 Bp gelegen.

Die Rendite des Soft Bullet-Bonds habe mit -0,215% hingegen marginal höher als beim Deal der DZ HYP gelegen, welcher über eine rund ein Jahr kürzere anfängliche Restlaufzeit verfüge. Auch hier seien Käufer aus der DACH-Region vorherrschend gewesen, wenn auch mit 36% weniger stark ausgeprägt. Weitere nennenswerte Anteile würden im heimischen Markt verbleiben (19%) bzw. seien nach UK/Irland (15%) und Skandinavien (14%) gegangen. Banken seien mit 44% auch in diesem Deal der wichtigste Abnehmer gewesen, während Asset Manager (29%) sowie Central banks/OI (27%) die verbleibenden Anteile erhalten hätten.

Insgesamt seien im laufenden Jahr damit 16 EUR-Benchmarks im Gesamtvolumen von EUR 12,75 Mrd. am Markt platziert worden. Zum Vergleich: Im Januar 2020 seien 31 Deals über EUR 28,25 Mrd. emittiert worden, während es 2019 sogar 44 Deals über EUR 37,25 Mrd. gewesen seien.

Auf ihrer ersten Ratssitzung im Kalenderjahr 2021 habe die Europäische Zentralbank am vergangenen Donnerstag wie erwartet keine neuen geldpolitischen Impulse gesetzt. So habe sie sowohl die Zinsen, die Ankauftätigkeit als auch das TLTRO III-Programm unverändert gelassen. Einzig hervorzuheben sei die Tatsache, dass erstmals in der offiziellen Pressemitteilung darauf hingewiesen worden sei, dass das Volumen des PEPP nicht zwangsläufig ausgeschöpft werden müsse. Gleichzeitig habe EZB-Präsidentin Lagarde aber auch bekräftigt, dass eine Erhöhung des Volumens ebenso möglich sei, um "favourable financing conditions" beizubehalten und damit den negativen Folgen der Pandemie entgegenzuwirken.

Aus Sicht der Analysten der NORD/LB seien diese Handlungsoptionen ohnehin bereits implizit im Instrumentenkasten der EZB vorgesehen gewesen, weshalb sie in den nun ergänzten Ausführungen keinen Kurswechsel erkennen könnten. Zum anstehenden Monatswechsel dürfte die EZB zudem neue Zahlen zur Zusammensetzung des PEPP veröffentlichen, welche die Analysten der NORD/LB dann in ihrem etablierten PEPP-Reporting abermals für beurteilen würden.

Seit Dienstag befinde sich die Emittentin Argenta Spaarbank auf Roadshow. Im Anschluss an die virtuellen Investoren-Briefings stelle das Institut ihr Covered Bond-Debüt im Benchmarkformat in Aussicht. Die hypothekarisch-besicherten Anleihen dürften mit einer Laufzeit von sieben bis zehn Jahren ausgestattet sein und über eine Soft Bullet-Struktur verfügen. Regulatorisch würden die mit einem voraussichtlichen AAA-Rating von S&P beurteilten Covered Bonds als CRR-konforme Anleihen sowohl von einem 10%-Risikogewicht als auch einer nach Ansicht der Analysten der NORD/LB Level 1-Klassifizierung im Rahmen des LCR-Managements profitieren. Als belgische Emissionen seien sie zudem ankauffähig im Rahmen des PEPP bzw. CBPP3 und würden sich als Eligible Assets bei der Sicherheitenstellung gegenüber der EZB eignen.

Die Analysten der NORD/LB würden das Argenta Spaarbank-Debüt ausdrücklich begrüßen. Dies liege nicht zuletzt daran, dass die letzte EUR-Benchmark aus Belgien auf den 27. Mai 2020 zurückgehe. Vor nunmehr mehr als einem halben Jahr habe KBC einen Covered Bond über EUR 1,0 Mrd. und einer Laufzeit von fünfeinhalb Jahren platziert. Der damalige Deal habe bei einer Bid to Cover-Ratio von 3,6 ein Orderbuch von EUR 3,6 Mrd. auf sich vereint. Vor dem Hintergrund der akuten Knappheit mit Blick auf EUR-Benchmarks dürfte sich die Argenta Spaarbank - in Abhängigkeit des dann vorherrschenden generellen Marktumfelds - durchaus auch auf reges Investoreninteresse einrichten können. (Ausgabe 3 vom 27.01.2021) (27.01.2021/alc/a/a)





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