Covered Bonds-Primärmarkt: Acht Emissionen an fünf Handelstagen


18.05.22 11:55
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Bereits am vergangenen Mittwoch zeigte sich nach mehr als zwei Jahren die Luminor Bank aus Estland am Markt, so Dr. Frederik Kunze von der NORD/LB.

Die Emittentin habe im März 2020 mit einer EUR-Benchmark über EUR 500 Mio. (5y; Reoffer-Spread: ms +25 Bp) debütiert. Für den neuen Deal (ISIN XS2480961015 / WKN A3K5L0) (EUR 500 Mio.; 5,1y; WNG) sei eine Guidance von ms +24 Bp area gewählt worden. Der finale Reoffer-Spread habe schließlich bei ms +22 Bp gelegen (Orderbuch: EUR 600 Mio.). Im Rahmen der Zuteilung hätten Investoren aus Deutschland (30%) sowie den Nordics (27%) die größten Anteile erhalten. Nach Investorengruppen habe die Kategorie Central Banks/OI mit einem Anteil von 44% dominiert. Dieser Wert dürfte nach Einschätzung der Analysten der NORD/LB auch auf eine nennenswerte Allokation in Richtung von Notenbanken in den Nordics zurückzuführen sein.

Am Folgetag seien aus Belgien die ING Belgium sowie aus Norwegen die Eika Boligkreditt (ISIN XS2482628851 / WKN A3K5PK) auf die Investoren zugegangen. Beide Deals seien als Soft Bullet-Bonds begeben worden. Für den Deal (EUR 500 Mio.; 8y; WNG) aus Norwegen hätten die Bücher bei ms +13 Bp area geöffnet. Hier habe auch der finale Reoffer-Spread gelegen. Die Orderbücher hätten sich letztlich auf EUR 650 Mio. summiert. Für die EUR-Benchmark der ING Belgium mit einer Laufzeit von sieben Jahren sei die Vermarktungsphase bei ms +9 Bp area gestartet. Final seien immerhin EUR 1 Mrd. bei ms +5 Bp geprintet worden. Das Orderbuch habe bei EUR 1,4 Mrd. gelegen.

Für ihre bereits am 10. Mai für den Start der neuen Handelswoche in Aussicht gestellte EUR-Benchmark (ISIN XS2481491160 / WKN A3K5RP) habe die Raiffeisen Bank International (RBI) eine Laufzeit von fünf Jahren sowie ein Volumen von EUR 500 Mio. (WNG) kommuniziert. Die Bücher hätten am Montag bei einer Guidance von ms +25 Bp area geöffnet. Der finale Reoffer-Spread habe zwei Basispunkte enger bei ms +23 Bp gelegen und die Orderbücher hätten sich auf EUR 1,3 Mrd. summiert.

Am gestrigen Dienstag seien dann noch vier weitere Primärmarktauftritte gefolgt. So sei BPCE SFH (ISIN FR001400AJW4 / WKN nicht bekannt) aus Frankreich mit ihrer nunmehr dritten grünen Benchmark auf die Investoren zugegangen. Für den Deal mit einer anfänglichen Laufzeit von zehn Jahren sei die Vermarktungsphase bei ms +13 Bp area gestartet. Das Bondvolumen habe final bei EUR 1,95 Mrd. gelegen, während der Reoffer-Spread um 4 Basispunkte gegenüber IPT auf ms +9 Bp habe einengen können.

Aus Österreich sei die UniCredit Bank Austria mit einer frischen Benchmark (ISIN AT000B049911 / WKN A3K5WE) (EUR 500 Mio.; 6y; WNG; Green) auf die Investoren zugegangen und habe eine anfängliche Guidance von ms +10 Bp area gewählt. Der finale Reoffer-Spread sei im Rahmen der Vermarktung bei ms +6 Bp fixiert worden und die Orderbücher hätten sich auf EUR 1,3 Mrd. summiert.

Der nunmehr sechste Deal aus den Niederlanden in 2022 gehe auf die Achmea Bank (ISIN XS2484321950 / WKN nicht bekannt) zurück. Das Institut habe für den ersten eigenen Primärmarktauftritt seit dem September 2021 eine Size von EUR 500 Mio. (WNG) sowie eine Laufzeit von sieben Jahren gewählt. Die Bücher hätten bei einer Guidance von ms +13 Bp area geöffnet und schließlich mit EUR 790 Mio. bei einem Reoffer-Spread von ms +11 Bp geschlossen, sodass eine Einengung um zwei Basispunkte möglich gewesen sei.

Aus Kanada seien bis zu dieser Handelswoche Deals im Volumen von EUR 18,5 Mrd. gekommen (verteilt auf zehn ISINs). Diesen Betrag habe nunmehr die HSBC Bank Canada mit ihrer zweiten Benchmark überhaupt erhöht. Für den Covered Bond (ISIN XS2481285349 / WKN nicht bekannt) über EUR 1 Mrd. und einer Laufzeit von langen fünf Jahren habe der finale Reoffer-Spread bei ms +13 Bp (Guidance: ms +13 Bp area) gelegen. Das Orderbuchvolumen habe bei EUR 1,2 Mrd. gelegen.

Durch die Primärmarktauftritte der vergangenen fünf Handelstage summiere sich das neu emittierte Volumen an EUR-Benchmarks auf EUR 99,6 Mrd., wobei auf die jüngsten acht Deals EUR 5,5 Mrd. zurückgehen würden. Die Analysten der NORD/LB würden im Hinblick auf die Primärmarktaktivitäten von einer stärker ausgeprägten Differenzierung sprechen. Dies gelte sowohl mit Blick auf die Ausgestaltung der Deals aber auch in Bezug auf die Dynamik bei der Platzierung. So hätten zuletzt Deals dominiert, für die bereits bei Mandatierung die Emissionsgröße kommuniziert worden sei. Bei den Laufzeiten hätten sich zudem wieder einige Emittenten in etwas längere Dimensionen vorgewagt. Der an den Finanzmärkten zu beobachtende Risk-off-Modus gehe dabei auch an den Covered Bonds nicht spurlos vorbei. Wir sehen hier das Benchmarksegment aber weiterhin als nicht überdurchschnittlich exponiert an, wenngleich die Neuemissionsprämien zuletzt spürbar angezogen sind, so die Analysten der NORD/LB.

Tatsächlich zeige sich dabei aber auch, dass durch gewisse Zugeständnisse bei den Spreads ein hinreichendes Investoreninteresse generiert werden könne. Wenig überraschend hätten sich die Einengungen gegenüber IPT weniger dynamisch und einheitlich präsentiert als noch vor einigen Handelswochen. Dies sähen die Analysten der NORD/LB in der Tendenz aber durchaus als gesunde Marktentwicklung an. In der Vorausschau auf die kommenden Wochen bleibe sicherlich das geopolitische Sentiment maßgeblich. Doch auch die weiteren Inflationsentwicklungen und damit einhergehend die geldpolitische Gangart der Notenbanken würden Taktgeber bleiben.

Im Hinblick auf das EUR-Benchmarksegment würden die Marktteilnehmer nach Auffassung der Analysten der NORD/LB zu recht auf das Ankaufverhalten des Eurosystems insbesondere am Primärmarkt fokussieren. Die Analysten der NORD/LB würden mit einer schrittweisen Reduzierung der Orderquote rechnen und hier zwei Absenkungen um jeweils 10%-Punkte für am wahrscheinlichsten erachten. Eine "Bodensatzquote" von zunächst 10% sähen die Analysten der NORD/LB als hinreichend für anstehende Reinvestitionen auch nach dem Ende der Nettoankäufe an. Nachdem die erste Absenkung von 40% auf 30% kaum Einfluss auf das Spreadgefüge bei den EUR-Benchmarks gehabt habe, würden die Analysten der NORD/LB für die nachfolgenden Schritte dezente Ausweitungen nicht ausschließen. Größere Bewegungen und nachhaltige Ausdifferenzierungen sähen die Analysten allerdings erst für das Ende der ersten Jahreshälfte 2023 voraus und würden dies insbesondere mit anstehenden Fälligkeiten aufseiten der TLTRO III-Tender des Eurosystems verbinden.

Im EUR-Subbenchmarksegment sei die finnische Oma Savings Bank (Oma Saastopankki) auf die Investoren zugegangen. Der Bond über EUR 350 Mio. (4,6y; Reoffer-Spread: ms +8 Bp; WNG) habe die bisher größte Transaktion der Emittentin markiert. Bei einem Orderbuch von EUR 600 Mio. leite sich für die Transaktion eine Bid-to-Cover-Ratio von 1,7x ab. Das Emissionsvolumen im EUR-Subbenchmarksegment erreiche mit diesem jüngsten Deal für das laufende Jahr bereits EUR 3,7 Mrd., wobei auf Basis der bereits erfolgten Mandatierungen für frische Bonds aus diesem Teilmarkt ein neuerliches Anziehen der Dynamik ausgemachte Sache sei. (Ausgabe 17 vom 18.05.2022) (18.05.2022/alc/a/a)





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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XS2480961015 A3K5L0 100,74 € 95,47 €
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