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Nach der Corona-Krise: Werden die Softwareentwickler zum Rückgrat der Wirtschaft?


23.10.20 15:00
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Die Coronavirus-Pandemie, die eine Krise der Weltwirtschaft ausgelöst hat, hat gezeigt, wie resistent und anpassungsfähig bestimmte Geschäftsmodelle einiger Unternehmen zu Krisen sind. Während der Frühjahrssperre haben die Softwarehersteller erhebliche Verluste hingenommen, konnten jedoch bald extrem hohe Ergebnisse erzielen.

Die Frage, ob die Softwareentwickler zum Rückgrat der Wirtschaft werden können, ist angesichts der hohen Gewinne von SAP und anderen Technologieunternehmen völlig gerechtfertigt. Die Softwareentwickler stellen Qualitätsprodukte her, von denen alle in der aktuellen Situation profitieren. Wenn die Behörden eine vollständige Sperrung wieder einführen, ist dies kein Problem für dieser Branche, da die Arbeiter remote arbeiten können, und wie die Erfahrung bereits gezeigt hat, sehr effektiv. Die Pandemie hat gezeigt, dass sogar die wichtigste Deals aus der Ferne abgeschlossen werden können.

Auffällig war natürlich, dass zu Beginn der Pandemie die Anteile der Softwarehersteller stark zurückgegangen sind. Ein Phänomen wie die Marktstimmung hat sich negativ auf die Börsenkurse ausgewirkt. Doch bald hat sich die Situation geändert und die Softwareentwickler wurden zu den Gewinnern der Corona-Krise.

Die Technologiebranche war auch betroffen


Zunächst waren alle Branchen, mit Ausnahme von Pharma und Medizintechnik, von der Pandemie betroffen. Die Online-Branche hat ebenfalls Verluste erlitten: Softwareanbieter, Online-Shops, digitale Werbung, Spieleentwickler u.a. In den frühen Tagen und sogar Wochen der Sperrung sind die Verkäufe in allen Branchen zurückgegangen. Dies war für Online-Unternehmen überraschend, da sie theoretisch von der Krise nicht betroffen sein sollten. Theoretisch sollte die Nachfrage nach Online-Angeboten mit der Einführung strenger Beschränkungen gestiegen sein, und daher sollten die Anteile von Softwareherstellern und anderen Technologieunternehmen in die Höhe geschossen sein. Dies ist jedoch nicht geschehen.

Die Bedeutung der Marktstimmung


Der Rückgang der Aktien von Giganten wie Amazon und SAP war auf das Phänomen der Marktstimmung zurückzuführen. Die allgemeinen Marktstimmung kann zu ungeklärten Schwankungen der Aktien einzelner Unternehmen oder sogar Branchen führen. Genau dies ist mit Branchen im März geschehen, die kaum vom Coronavirus betroffen waren oder sogar davon profitiert haben: Die Evotec SE-Aktien sind im März während der Corona-Hochphase im Vergleich zum Jahresbeginn um bis zu 30% gefallen. Es war überraschend, weil es ein Hersteller von Wirkstoffen für Pharmaunternehmen ist. Die Unternehmen mit diesem Profil sind potenzielle Gewinner der Krise.

Die Marktstimmung hat dazu beigetragen, dass die Anleger teilweise in Panik waren, teilweise die Verluste minimieren wollten. Dementsprechend wurden die Wertpapiere mit den höchstmöglichen Erlösen verkauft. Mit dem Anstieg des Angebots sind die Aktienkurse gefallen. Dieses Bild war in allen Bereichen der Wirtschaft zu beobachten.

Rationale Entscheidungen


Nach dem anfänglichen Aktien-Rückgang waren die Pharmaunternehmen natürlich die ersten, die sich rehabilitiert haben. Ihnen ist sofort die Online-Branche gefolgt, einschließlich die Softwareentwickler. Die Aktien von Unternehmen aus diesen Branchen haben sich schnell erholt und steigen weiter an. Die Unternehmen mit dem anpassungsfähigen Geschäftsmodell waren auch nicht besonders betroffen: So hat beispielsweise eine Tochterfirma der Luxusmarke Dior ihre Parfümerie-Produktion für die Herstellung von Desinfektionsmitteln neu formatiert, und eine Tochter von Louis Vuitton hat begonnen, die Schutzmasken statt Luxus-Handtaschen zu produzieren.

Warum können Softwareentwickler zum Rückgrat der Wirtschaft werden?


Es gibt mindestens drei Gründe, warum Softwareentwickler zum Rückgrat der Wirtschaft werden kann:

  • Relevanz für fast alle anderen Branchen
  • Widerstand gegen Krisen
  • Skalierbarkeit

Alle Technologieunternehmen sind direkt von Softwareanbietern abhängig. Sie stellen wichtige Produkte für den Betrieb und die Digitalisierung von Unternehmen her: von Antivirensoftware bis zu innovativen Anwendungen für Optimierung und Automatisierung von Prozessen auf der Basis künstlicher Intelligenz. Es gibt keine Unternehmen jetzt, die ohne irgendeine Software verzichten konnten.

Für einige Branchen sind Softwareentwickler ein entscheidender Erfolgsfaktor. Zum Beispiel ist die Glücksspielbranche schon lange online und der Erfolg von Online Casinos wird an der Verfügbarkeit von Spielen bekannter Entwickler gemessen. Wenn Sie mindestens ein paar Mal in Ihrem Leben Online Spielautomaten gespielt haben, kennen Sie wahrscheinlich Slots wie Twin Spin, Starburst und Mega Joker. Dies sind die Produkten von berühmten Game-Entwickler NetEnt. In jedem seriösen Online Casino finden Sie die Liste von NetEnt-Spielen. Das Unternehmen ist seit über 20 Jahren auf dem Markt und hat mehr als eine Krise durchgemacht. Nach der allgemeinen Marktstimmung im Frühjahr sind die NetEnt-Aktie um 42% gestiegen.

Die Softwareunternehmen sind für andere Branchen von erheblicher Bedeutung. Sie sind sehr krisenresistent, weil sie eine gewisse Flexibilität bei der Organisation ihrer Arbeit haben. Das Coronavirus hat gezeigt, dass die meisten Mitarbeiter in diesem Bereich vom Heimbüro aus arbeiten können. Wir beobachten das überzeugende Investitionswachstum in der Branche, da wir in der Ära der digitalen Transformation leben. Dies wirkt positiv auf die Gesamtwirtschaft aus. (23.10.2020/alc/n/a)