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Chinesischer Anleihemarkt verzeichnet im Juli Rekordzufluss aus dem Ausland - weitere Zuflüsse könnten folgen


28.09.20 12:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Bevor die Regierung in Peking vergangene Woche etwas auf die Bremse trat, war Chinas Renminbi auf dem Weg, die beste Quartalsperformance seiner Geschichte hinzulegen, so die Analysten von Postbank Research.

Dieser Aufwärtstrend, bei dem der Renminbi seit Juni um mehr als vier Prozent gegenüber dem US-Dollar an Wert gewonnen habe, spiegele weitgehend den Erfolg wider, den China bei der Eindämmung des Coronavirus und der Belebung der Wirtschaft gehabt habe. Ein weiterer Faktor sei die neue "Dual Circulation"-Strategie Pekings, die darauf abziele, den Binnenkonsum zu einem größeren Wachstumsmotor zu machen und Chinas Abhängigkeit von ausländischen Märkten zu verringern. Eine solche Verschiebung würde zwar bedeuten, dass man sich weniger Sorgen darüber machen müsste, wie eine stärkere Währung den Exporteuren schaden könnte, allerdings habe dies auch Auswirkungen auf die Leistungsbilanz.

Der Internationale Währungsfonds rechne damit, dass die chinesische Leistungsbilanz bereits Mitte des Jahrzehnts ein Defizit aufweisen könnte. Um dieses Defizit zu finanzieren, benötige Peking einen Nettozufluss an ausländischem Kapital. Hierzu beitragen solle eine schrittweise Öffnung der heimischen Finanzmärkte. Dies locke ausländische Anleiheinvestoren an, die angesichts des Niedrigzinsumfelds in den Industrienationen vermehrt auch in den Schwellenländern auf der Jagd nach Rendite seien.

Im Juli habe der chinesische Anleihemarkt einen Rekordzufluss aus dem Ausland in Höhe von umgerechnet knapp 19 Milliarden Euro verzeichnet. Weitere Zuflüsse könnten folgen, da weltweite Indexanbieter chinesische Vermögenswerte zunehmend in ihre Indices aufnehmen würden. Der Renminbi werde in den kommenden Jahren daher tendenziell von der fortschreitenden Integration Chinas in die globalen Kapitalmärkte profitieren. (28.09.2020/alc/a/a)