Bundesanleihen innerhalb einer engen Handelsspanne


06.11.18 10:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Servicesektor Großbritanniens gerät zunehmend unter den Eindruck eines ungeordneten Rückzugs aus der Eurozone, berichten die Analysten der Helaba.

Der Einkaufsmanagerindex sei stärker als erwartet von 53,9 auf 52,2 Punkte gefallen und halte sich damit nur noch knapp im Expansionsbereich.

Vor der US-Zwischenwahl und US-Notenbanksitzung hätten sich Anleger aber nicht in die Karten schauen lassen. Da sich auch im Handelskonflikt zwischen China und den USA bislang keine Einigung abzeichne und bei den Brexit-Verhandlungen nur unbestätigte Meldungen die Runde machen würden, wonach man sich auf Regelungen über die Außengrenzen Großbritanniens sowie den Finanzsektor verständigt habe, lasse die undurchsichtige Nachrichtenlage keine belastbaren Anlageentscheidungen zu.

In den USA hätten Absatzprobleme und Produktionskürzungen bei Apple den Technologiesektor getroffen, Standardwerte hätten sich dagegen gut gehalten. An der Zinsfront habe gespannte Ruhe geherrscht.

Bundesanleihen hätten sich zum Wochenstart innerhalb einer engen Handelsspanne bewegt. Begleitet von sehr geringen Umsätzen hätten am Ende kleinere Aufschläge überwogen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Papieren habe sich geringfügig auf 63 BP verringert. 10-jährige Bonds aus Belgien (0,81%) und Frankreich (0,79%) hätten gegen Bunds knapp einen BP verloren.

Anleihen der EU-Peripherie hätten sich nahezu im Gleichschritt mit ihren Pendants aus den Kernländern bewegt. Italienische Staatsanleihen hätten anfängliche Rücksetzer wieder aufgeholt. Außer der Forderung nach einem überarbeiteten Budgetentwurf seien Drohungen der EU-Kommission an Rom bisher ausgeblieben. Der Risikoabstand 10-jähriger italienischer (3,32%), spanischer (1,56%) und portugiesischer Bonds (1,88%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen nur geringfügig verändert.

Die Renditen für US-Staatsanleihen seien nicht weiter gestiegen. Nur kurze Laufzeiten hätten der eher schleppendenden Nachfrage bei der Versteigerung 3-jähriger Notes Rechnung tragen müssen. Am langen Ende seien nach dem jüngsten Zinsanstieg vereinzelt Positionsglattstellungen zu beobachten gewesen. Der geringer als befürchtete Rückgang des ISM-Index im Dienstleistungssektor von 61,6 auf 60,3 Punkte habe keinen Einfluss auf den Handel gehabt. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries habe sich auf 40 BP verringert. In Fernost würden US-Treasuries angesichts uneinheitlicher Vorgaben von den asiatischen Aktienbörsen wenig verändert tendieren.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (159,76) habe 22 Stellen zugelegt, Bobl (131,32) und Schatz (111,95) seien 7 bzw. einen Tick höher aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe habe bei 0,43% verharrt, der Renditeabstand zwischen 2- und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 104 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden einen BP niedriger bei 3,20% rentieren. Der Euro klettere auf 1,14 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 63 Dollar.

Heute fänden die Kongresswahlen statt. Die Chancen für die Demokraten stünden gut, eine Mehrheit in der Repräsentantenhaus zu stellen. Allerdings müssten sie im Senat mehr Sitze verteidigen als die Republikaner. Die Aussichten für eine Mehrheit seien hier deutlich schlechter einzuschätzen.

Die Einkaufsmanager des Servicesektors Spaniens (51,7 nach 52,5) und Italiens (52 nach 53,3) würden ihre Einschätzung zur Finalisierung der Umfragen für die Eurozone (53,3) liefern. Auftragseingänge bei der Industrie Deutschlands (-0,5%/-2,8%) würden den Datenkranz abrunden.

Am Primärmarkt stocke die Finanzagentur des Bundes zur Wochenmitte die 10-jährige Bundesanleihe um 3 Mrd. Euro auf. Frankreich (9 Mrd. Euro) mit überwiegend langen und ultralangen Laufzeiten (2026, 2028, 2030 und 2041) sowie Spanien (2021, 2023, 2037 und 2066 über 3,5 bis 4,5 Mrd. Euro) seien in der zweiten Wochenhälfte am Zug. Das amerikanische Schatzamt versteigere heute 10-jährige Treasuries im Volumen von 27 Mrd. USD.

Die DZ HYP AG habe unter anderen die Helaba für die Platzierung eines 7-jährigen Hypothekenpfandbriefs mandatiert. Der EFSF habe das Mandat für eine am 17. Januar 2024 fällige Benchmarkanleihe vergeben. (06.11.2018/alc/a/a)