Bundesanleihen infolge unverändert hoher Sicherheitsansprüche weiter gut unterstützt


05.07.18 10:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Aktivitäten an den hiesigen Finanzmärkten hielten sich wegen des Feiertages in den Vereinigten Staaten in Grenzen, so die Analysten der Helaba.

Einzig der Primärmarkt sei auf Hochtouren gelaufen und habe für Anleger jeder Risikoklasse etwas zu bieten gehabt. Die bessere Stimmung bei Dienstleistern in Deutschland (54,8 nach 53,4) und Italien (54,3 nach 53,1) habe den negativen Eindruck in Spanien (55,4 nach 56,4) mehr als wettgemacht und bedeute für die Eurozone (55,2 nach 53,8) letztendlich einen überraschend deutlichen Anstieg. Wirklich interessiert habe dies aber vor dem Hintergrund politischer Unsicherheiten und der Eskalation im Handelsstreit kaum einen Anleger. Anders in Großbritannien, wo die guten Zahlen im Servicesektor (55,1 nach 54) einen Zinsschritt im August wahrscheinlicher machen würden.

Unterdessen habe US-Botschafter Grenell in einem Treffen mit Vertretern der deutschen Auto-Industrie angedeutet, man könne sich im Weißen Haus einen gegenseitigen Verzicht auf Zölle auf Autos vorstellen. Bundesanleihen seien infolge unverändert hoher Sicherheitsansprüche weiter gut unterstützt geblieben. Erst gegen Handelsschluss seien die Preise bei extrem dünnen Umsätzen etwas ins Rutschen geraten, was mit der regen Emissionstätigkeit am Primärmarkt und vorsichtigen Gewinnmitnahmen in Zusammenhang gestanden habe. Die Bundesbank sei als Verkäufer kurzer Fälligkeiten in Erscheinung getreten. Die Zinsstruktur zwischen 10-und 30-jährigen Bundesanleihen sei weiter auf 69 BP verflacht. 10-jährige Bonds aus Frankreich (0,64%) und Belgien (0,67%) hätten gegen Bunds einen halben BP aufgeholt.

Anleihen der EU-Peripherie hätten sich trotz nachlassender Risikobereitschaft im Gleichschritt mit ihren Pendants in den Kernländern entwickelt. Auch seien Umsätze Mangelware geblieben. Der Risikoabstand 10-jähriger spanischer (1,29%), italienischer (2,65%) und portugiesischer Anleihen (1,73%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen geringfügig ermäßigt.

Der US-Bondmarkt sei wegen des Feiertags geschlossen geblieben. In Fernost würden US-Treasuries trotz schwacher Vorgaben von den asiatischen Aktienbörsen etwas nachgeben. Der Renditeabstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries verharre bei 24 BP. Die Einführung von US-Strafzöllen auf chinesische Waren im Wert von 34 Mrd. USD belaste die Aktienmärkte.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (162,44) habe 28 Stellen verloren, Bobl (132,02) und Schatz (112,03) seien 18 bzw. 6,5 Ticks niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,31% gestiegen, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 97 BP ausgeweitet. 10-jährige US-Treasuries würden einen BP höher bei 2,84% rentieren. Der Euro klettere auf 1,166 Dollar, der Preis für das Barrel Öl steige auf 74,6 Dollar, habe aber zwischenzeitlich über 75 Dollar gehandelt.

Heute würden der ADP-Report (190K) und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (225K) letzte Indikationen für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag liefern. Wichtiger als Arbeitslosenquote und Beschäftigungsaufbau sei aber für die künftige Ausrichtung der US-Notenbank die Lohnkomponente.

Der ISM-Index (58,3 nach 58,6) zeichne ein Stimmungsbild für den Dienstleistungssektor im Juni. Am Abend werde das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung veröffentlicht. Bei den Auftragseingängen bei der Industrie in Deutschland (1,1%/1,7%) werde nach dem Einbruch vom April für Mai ein Anstieg prognostiziert.

Am Primärmarkt stocke Spanien 3-, 12- sowie 23-jährige Staatsanleihen um 3,5 bis 4,5 Mrd. Euro auf und biete Linker mit Fälligkeit November 2027 über 0,5 bis 1 Mrd. Euro an. Frankreich sei gleichzeitig mit 10-, 13- und 16-jährigen OATs im Volumen von zusammen 8 Mrd. Euro am Start.

Bank Nederlandse Gemeenten habe eine 5-jährige Anleihe im Volumen von 1,75 Mrd. Euro bei Midswap -16 BP emittiert. Asian Development Bank habe eine 7-jährige Nachhaltigkeitsanleihe im Volumen von 600 Mio. Euro bei Midswap -17 BP begeben. NRW habe eine 50-jährige Anleihe im Volumen von 1,25 Mrd. Euro bei Midswap +36 BP platziert. Die WL Bank habe einen knapp 10-jährigen Hypothekenpfandbrief um 250 Mio. Euro bei Midswap -8 BP aufgestockt. Intesa Sanpaolo habe einen 7-jährigen italienischen Covered Bond im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap +63 BP angeboten. Stadshypotek AB habe einen 7-jährigen schwedischen Covered Bond im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap +3 BP gepreist. RLB Oberösterreich habe das Mandat für einen 10-jährigen Covered Bond im Volumen von 500 Mio. Euro vergeben. Die HSH Nordbank AG komme in Kürze mit einem 5-jährigen Hypothekenpfandbrief im Volumen von 500 Mio. Euro. (05.07.2018/alc/a/a)