Bundesanleihen gut unterstützt, US-Bonds wieder gestiegen


31.10.18 11:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Wirtschaftswachstum Frankreichs (0,4%), Italiens (0%) und der Eurozone (0,2%) lag im 3. Quartal unter den Erwartungen, so die Analysten der Helaba.

Die schlechter als erwartete Stimmung in der Wirtschaft lasse zudem kurzfristig nicht auf Besserung für den Euroraum hoffen.

Dagegen nehme der Preisauftrieb in Europa zu. Die Inflationszahlen der Bundesländer seien zwar geringer als prognostiziert ausgefallen und für Deutschland in einem monatlichen Anstieg von 0,2% gemündet, die Jahresrate von 2,5% habe aber die Erwartungen übertroffen. Während die Teuerung in Spanien stagniert habe (2,3%), stimme auch der deutliche Anstieg in Belgien von 2,35% auf 2,75% bedenklich.

Schwache Konjunkturdaten hätten den Erholungsversuch an den Aktienmärkten schneller beendet, als er begonnen habe. Mit fehlender Risikobereitschaft hätten sich Bundesanleihen gut unterstützt gezeigt. Index-Anpassungen zum Monatsende hätten zur stabilen Verfassung des Marktes beigetragen. Der Abstand zwischen 10- und 30-jährigen Papieren habe bei 65 BP verharrt. 10-jährige Bonds aus Belgien (0,77%) und Frankreich (0,74%) hätten nur marginal auf Bunds verloren.

Die Anleihemärkte der EU-Peripherie hätten nicht an die gute Performance des Vortages anknüpfen können. Enttäuschende BIP-Zahlen Italiens im 3. Quartal würden die Verhandlungsposition der Regierung in Rom im Budgetstreit mit der EU schwächen. Hohe Tilgungen und Kuponzahlungen hätten zwar die Versteigerung 5- und 10-jähriger BTPs erleichtert, als wirklichen Erfolg habe man die Platzierung der insgesamt 4,5 Mrd. Euro (2+2,5) aber nicht bezeichnen können. Der Risikoabstand 10-jähriger italienischer Anleihen (3,47%) habe sich gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen um 17 BP ausgeweitet. Spanische (1,56%) und portugiesische Bonds (1,87%) hätten sich weitestgehend dem Druck entzogen und 3 bzw. 2 BP eingebüßt.

Am US-Bondmarkt seien die Renditen dank der Stimmungsaufhellung bei Konsumenten und freundlicher Aktienkurse wieder gestiegen. Das Verbrauchervertrauen des Conference Board habe im Oktober mit 137,9 Punkten 2,6 Zähler über dem Vormonatswert gelegen. Beflügelt worden seien Dividendenpapiere von der Aussicht auf einen großartigen Deal mit China, den US-Präsident Trump großspurig in Aussicht gestellt habe. Allerdings finde das Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping erst Ende November am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires statt. Der Abstand zwischen 5- und 30-jährigen Treasuries weite sich auf 41 BP aus. In Fernost würden die Renditen für US-Treasuries weiter ansteigen. Die asiatischen Aktienbörsen würden schwache Konjunktur- und Stimmungsindikatoren negieren und positiven Vorgaben aus den USA folgen.

In Japan sei die Industrieproduktion im September (-1,1%/-2,9%) stärker als erwartet eingebrochen. Die Bank von Japan sehe keine Veranlassung, ihren ultralockeren geldpolitischen Kurs zu verlassen. Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe Chinas sei zudem weiter von 50,8 auf 50,2 Punkte gefallen und behaupte sich nur noch knapp im Expansionsbereich. Auch die Stimmung bei den Dienstleistern (53,9 nach 54,9) trübe sich im Oktober stärker ein.

Der Bund (ISIN DE0009652644 / WKN 965264)-Kontrakt (160,28) habe 18 Stellen verloren, Bobl (131,47) und Schatz (111,985) seien 8 bzw. einen Tick niedriger aus dem Markt gegangen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe sei auf 0,37% gefallen, der Renditeabstand zwischen 2-und 10-jährigen Bundesanleihen habe sich auf 99 BP ermäßigt. 10-jährige US-Treasuries würden 4 BP höher bei 3,14% rentieren. Der Euro verbillige sich auf 1,134 Dollar, der Preis für das Barrel Öl falle auf 66,5 Dollar.

Nach den leicht gestiegenen Verbraucherpreisen in Spanien und Deutschland würden heute die Franzosen ihre vorläufigen Teuerungsrate (0,2%/2,6%) liefern, die in die Inflationsprognose für die Eurozone (2,2%; Kernrate 1,1%) einfließe. Wachstumszahlen des 3. Quartals in Spanien (0,6%/2,5%) und die Arbeitslosenquote im Euroraum (8,1%) würden den Datenkranz hierzulande abrunden.

In Rom würden heute die Beratungen über den Haushaltsentwurf beginnen, der von der EU zurückgewiesen worden sei.

In den Vereinigten Staaten liefere der ADP-Report (187K) eine letzte Indikation für den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago (60 nach 60,4) gelte als guter Indikator für den ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes am morgigen Donnerstag.

Am Primärmarkt seien in dieser Woche keine Transaktionen staatlicher europäischer Schuldner mehr geplant. Die KfW habe eine 5-jährige Anleihe im Volumen von 5 Mrd. Euro bei Midswap -20 BP begeben.

Die Freie und Hansestadt Hamburg habe eine 20-jährige Landesschatzanweisung im Volumen von 1,25 Mrd. Euro bei Midswap +3 BP emittiert. Die Münchener Hypothekenbank eG habe einen 5-jährigen nachhaltigen Hypothekenpfandbrief im Volumen von 500 Mio. Euro bei Midswap -8 BP angeboten. Mit Sumitomo Mitsui Banking Corp habe erstmals ein japanischer Emittent die Bühne für Covered Bonds betreten. SMBC habe 5-jährige gedeckte Papiere im Volumen von 1 Mrd. Euro bei Midswap +20 BP platziert. (31.10.2018/alc/a/a)