Bund-Future überwindet Trendkanal


01.10.18 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) hat sich gefestigt, unterstützt von einer erhöhten Risikoaversion im Zusammenhang mit der italienischen Regierung, die deutlich mehr Schulden machen will, als ursprünglich geplant, so die Analysten der Helaba.

Auch der überraschende Rückgang der EWU-Kernteuerung habe für Unterstützung gesorgt. Der seit Ende August bestehende Abwärtstrendkanal habe überwunden werden können. Auch die quantitativen Indikatoren würden Stabilisierungsansätze erkennen lassen, das MACD-Kaufsignal stehe bislang aber aus. Die heute anstehenden Stimmungsindikatoren dies- und jenseits des Atlantiks sollten keine großen Spuren hinterlassen. Die Analysten würden davon ausgehen, dass sich der italienische Einkaufsmanagerindex oberhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten halten könne. Ob dies zu einer Beruhigung beitrage, bleibe abzuwarten. Die Trading-Range liege zwischen 158,00 und 159,30.

Italien komme nicht aus den Schlagzeilen. Die von der Regierung geplante Neuverschuldung von 2,4% des BIPs für das Jahr 2019 liege deutlich oberhalb der 1,6%, die Finanzminister Tria vorgesehen habe. Einst habe sich die Vorgängerregierung mit der EU auf 0,8% für das kommende Jahr geeinigt. Nun gehe Rom auf Konfrontationskurs mit der EU-Kommission, der nun der Haushaltsentwurf vorgelegt werde. Entsprechend heftig würden die Reaktionen an den Finanzmärkten ausfallen. Die Renditen italienischer Staatsanleihen seien sprunghaft gestiegen und damit auch die Risikoaufschläge zu Bundesanleihen. Im Fall zehnjähriger Laufzeiten sei es seit Mitte letzter Woche zu einem Plus von annähernd 50 BP auf über 270 BP gekommen. Auch andere Peripherie-Spreads seien im Zuge dessen gestiegen, allerdings falle der Aufschlag deutlich geringer aus. (01.10.2018/alc/a/a)