Bund-Future gerät unter Abgabedruck


15.05.18 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) ist unter Abgabedruck gekommen, so die Analysten der Helaba.

Verantwortlich dafür seien unter anderem Aussagen des EZB-Ratsmitglieds Villeroy de Galhau gewesen, wonach eine zinspolitische Straffung bereits nach einigen Quartalen nach dem Anleihekaufprogramm erfolgen könnte. Das QE-Programm belaufe sich aktuell auf 30 Mrd. EUR pro Monat und könnte im Herbst auslaufen. Die technische Ausgangslage des Bund-Futures trübe sich per saldo ein. Zum einen sei die 21-Tagelinie bei 158,70 durchbrochen worden. Zum anderen würden MACD und DMI Verkaufssignale generieren. Die nächste Haltemarke würden die Analysten an der 100-Tagelinie bei 157,88 lokalisieren. Hürden würden sich bei 159,16 und in der Zone 159,25/42 zeigen. Die Trading-Range liege zwischen 158,00 und 159,20.

Erst morgen werde es am Primärmarkt wieder spannend. Die deutsche Finanzagentur stocke dann die 10-jährige Bund um 2 Mrd. EUR auf. In den letzten sechs Handelstagen habe der deutsche Rentenmarkt in einer engen Spanne notiert. Die gestrigen Kursverluste hätten jedoch zu einem Anstieg der 10-jährigen Rendite auf zeitweise 0,6% geführt. In Italien scheine sich die politische Lage vorerst etwas beruhigt zu haben. So sollten sich die Parteispitzen der Lega sowie der Fünf-Sterne-Bewegung auf ein gemeinsames Regierungsprogramm geeinigt haben. Damit würden Neuwahlen unwahrscheinlicher, wodurch die politische Hängepartie weiter hinausgezögert werden würde. Vor diesem Hintergrund habe sich der Renditeaufschlag italienischer Staatsanleihen gegenüber Bunds in den letzten Tagen um sieben Basispunkte auf aktuell 131 BP reduziert. (15.05.2018/alc/a/a)