Bund-Future: Volatilität erhöht


08.10.18 09:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) wird derzeit maßgeblich von veränderten US-Zinserwartungen und von der Italien-Problematik beeinflusst, so die Analysten der Helaba.

Dabei sei die Volatilität erhöht. Habe es zunächst danach ausgesehen, als könne der Future die 55-Tagelinie und folgend den Widerstand bei 159,80 überwinden, hätten Verluste eingesetzt, die zu einem Rückfall bis unter das Tief von Ende September (157,75) geführt hätten. Das technische Bild habe sich mit dem MACD-Verkaufssignal eingetrübt. Die nächste Unterstützung zeige sich bei 156,90. Einen ersten Widerstand würden die Analysten um 158,21 lokalisieren. Die Trading-Range liege zwischen 156,90 und 158,50.

Italien bleibe im Fokus der Marktteilnehmer. Zwar habe sich die Situation zuletzt etwas beruhigt, Entwarnung könne aber nicht gegeben werden. Neben dem Konfrontationskurs, den die Regierung in Rom mit dem Haushaltsentwurf gegenüber der EU-Kommission fahre, sei auf die schwache wirtschaftliche Entwicklung hingewiesen. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr mit schätzungsweise 1,2% erneut deutlich hinter dem Durchschnitt der Eurozone von 2,0% liegen.

Bereits seit Anfang des Jahrtausends wachse Italien unterproportional. Dies zeige, dass strukturelle Probleme vorlägen und nicht eine temporäre Nachfrageschwäche, die durch eine erhöhte Ausgabenpolitik ausgeglichen werden könne. Die Besorgnis über die Tragfähigkeit der Schulden steige. Insofern könne die Risikoprämie gegenüber Bundesanleihen wieder steigen. Interessant in diesem Zusammenhang sei, dass die Rendite 10-jähriger BTPs nur noch gut 100 BP niedriger sei als in Griechenland, obwohl es auch dort zuletzt zu einem kräftigen Renditeanstieg gekommen sei. Zur Erinnerung: Im Februar 2016 habe der Spread noch bei knapp 1000 BP gelegen. (08.10.2018/alc/a/a)