Brasilianische Zentralbank hat den Leitzins trotz schwacher Konjunktur bei 6,5 Prozent belassen


26.06.19 12:30
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das brasilianische Wirtschaftswachstum enttäuschte 2018 mit 1,1 Prozent, mit erwarteten 0,7 Prozent wird es dieses Jahr voraussichtlich noch schwächer ausfallen, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Zuletzt hätten sowohl der Einzelhandel als auch der Servicesektor und das Verarbeitende Gewerbe enttäuscht. Hauptgrund für die schwache Konjunktur sei die politische Unsicherheit. Hätten sich die brasilianischen Präsidenten zuvor die Unterstützung im Kongress durch die Vergabe von Kabinettsposten gesichert, habe der aktuelle Präsident Bolsonaro es vorgezogen, eine Vielzahl der Posten mit Ex-Militärs zu besetzen. Parteien, die an der neuen Regierung beteiligt seien, würden lediglich 24 Prozent der Sitze im Kongress halten. Der Ende Februar ins Kabinett eingebrachte Entwurf zur Reformierung des Sozialsystems habe daher bisher lediglich die erste von sieben Genehmigungsstufen durchlaufen.

Trotz schwacher Konjunktur habe die Zentralbank bei ihrer Sitzung im Juni den Leitzins bei 6,5 Prozent belassen, die Stabilität des Reals solle nicht gefährdet werden. Im Zuge der Eskalation des Handelskriegs habe der Real Anfang Mai abgewertet, habe sich zuletzt aber wieder erholen können. Sollte es im Herbst zu Reformfortschritten kommen, könnte dies den Real stärken. Eine Leitzinssenkung wäre aber voraussichtlich die Folge und so sei das Aufwertungspotenzial begrenzt. (26.06.2019/alc/a/a)