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BoJ wird das geldpolitische Geschehen in Europa und den USA im Auge behalten


19.01.18 15:55
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Der von der Bank of Japan (BoJ) reduzierte Ankauf von ultra-langen japanischen Staatsanleihen sorgte in den vergangenen zwei Wochen für reichlich Wirbel, so die Analysten der Nord LB.

Die Maßnahme sei als verstecktes Tapering interpretiert worden, mit entsprechenden Folgen etwa für den Yen, der deutlich aufgewertet habe. Aus Sicht der Analysten sei dies aber eine übertriebene Deutung. Es handele sich vielmehr um eine Anpassung im Rahmen der Zinskurvensteuerung, die die Notenbank seit Ende 2016 betreibe. Die aktuelle wirtschaftliche Situation des Landes lasse zumindest eine temporäre Reduktion zwar durchaus zu, allerdings befinde sich die Inflation noch weit entfernt vom selbstgesteckten Ziel (2,0%). Die Produzentenpreise hätten für den Dezember Zweifel geliefert, dass hier eine rechte Dynamik aufkommen werde. Insofern werde die Bank erst einmal abwarten, mindestens den Amtswechsel bzw. die Verlängerung von Kurodas Amtszeit und die Lohnverhandlungen im Frühjahr.

Zudem werde die BoJ das geldpolitische Geschehen in Europa und den USA im Auge behalten und nicht als erste Zentralbank handeln. Daher werde auf der aktuellen Sitzung mit Sicherheit nichts passieren, außer dass die Wachstumsprognosen nach oben korrigiert werden könnten, zumal es in dieser Woche ein Upgrade der wirtschaftlichen Lageeinschätzung für drei der neun japanischen Regionen durch die Notenbank gegeben habe. (19.01.2018/alc/a/a)