BASF Q3-Zahlen: Umsatz um 8% gesteigert, EBIT um 14% gesunken - Anleihenews


26.10.18 08:45
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Der Umsatz der BASF-Gruppe (ISIN DE000BASF111/ WKN BASF11) wuchs im zurückliegenden dritten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8% auf 15,6 Milliarden Euro, so das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der Pressemeldung:

Höhere Verkaufspreise in allen Segmenten waren hierfür wesentlich. Gestiegene Mengen sowie die Akquisition der Bayer-Geschäfte im August 2018 trugen ebenfalls zum Umsatzwachstum bei. Negative Währungseffekte wirkten gegenläufig. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen ging um 232 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro zurück, vor allem durch den deutlich niedrigeren Beitrag des Segments Chemicals. Auch bei Functional Materials & Solutions und Agricultural Solutions sank das EBIT vor Sondereinflüssen deutlich, während es im Segment Performance Products nur leicht abnahm. Die Ergebnisverbesserung bei Sonstige wirkte gegenläufig.

Im dritten Quartal 2018 fielen im EBIT Sondereinflüsse in Höhe von minus 75 Millionen Euro an, nach plus 122 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Neben den Integrationskosten im Rahmen des Erwerbs von Geschäften und Vermögenswerten von Bayer trugen hierzu Aufwendungen aus Strukturmaßnahmen und sonstige Belastungen bei. Das Vorjahresquartal beinhaltete Sondererträge im Segment Performance Products aus der Einbringung unseres Lederchemikaliengeschäfts in die Stahl-Gruppe. Im Vergleich zum dritten Quartal 2017 ging das EBIT deshalb um 429 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Abschreibungen und Sondereinflüssen (EBITDA vor Sondereinflüssen) sank um 254 Millionen Euro auf 2,3 Milliarden Euro und das EBITDA um 465 Millionen Euro auf 2,2 Milliarden Euro.

Im Rahmen der Vorstellung der Quartalszahlen der BASF-Gruppe gingen Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller und Finanzvorstand Dr. Hans-Ulrich Engel auf Besonderheiten im dritten Quartal ein: "Wir haben den Erwerb wesentlicher Geschäfte und Vermögenswerte von Bayer abgeschlossen und eine Einigung zum Zusammenschluss von Wintershall und DEA erzielt", sagte Brudermüller. Nach Unterzeichnung der entsprechenden Vereinbarung zwischen BASF und LetterOne ist es notwendig geworden, die Finanzberichterstattung rückwirkend zum 1. Januar 2018 anzupassen. Die Vorjahreswerte wurden ebenfalls entsprechend neu berechnet.

Einfluss auf das Geschäft hatte der niedrige Wasserstand des Rheins. "Über das gesamte dritte Quartal hat uns dies zu schaffen gemacht und zu Produktionseinschränkungen und höheren Transportkosten geführt", so Brudermüller. Das zurückliegende Quartal muss sich aber auch messen mit einem für die BASF-Gruppe sehr starken dritten Quartal des Jahres 2017 und einem damals vergleichsweise deutlich freundlicheren Geschäftsklima. Brudermüller: "Die Herausforderungen im makroökonomischen Umfeld nehmen zu. Das lässt sich auch an unseren Ergebnissen dieses dritten Quartals 2018 ablesen."

Ausblick für das Gesamtjahr 2018

Die Entwicklung der Industrieproduktion blieb im dritten Quartal 2018 vor allem wegen der Automobilbranche hinter den Erwartungen zurück, insbesondere im September. Dabei wirkte sich in Europa die Einführung neuer Emissionsstandards aus. Darüber hinaus zeigen sich die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Sie führen zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, vor allem in Asien und dort insbesondere in China.

Die Einschätzung zu den weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2018 hat BASF deshalb wie folgt angepasst (Prognose aus dem Halbjahresfinanzbericht 2018 in Klammern):

- Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: 3,0% (3,0%)
- Wachstum der Industrieproduktion: 3,1% (3,2%)
- Wachstum der Chemieproduktion: 3,1% (3,4%)
- US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlich 1,20 USD/EUR (1,20 USD/EUR)
- Ölpreis der Sorte Brent von 70 US$/Barrel (70 USD/Barrel)

Durch die Unterzeichnung der Vereinbarung zum Zusammenschluss von Wintershall und DEA verringern sich Umsatz und EBIT der BASF-Gruppe rückwirkend zum 1. Januar 2018 und unter Anpassung der Vorjahreswerte um den Beitrag der Öl-und-Gasaktivitäten. Sie werden nunmehr als nicht fortgeführtes Geschäft ausgewiesen.

Infolgedessen hat BASF die im Unternehmensbericht 2017 getroffene Jahresprognose 2018 für die BASF-Gruppe bereits Ende September angepasst (bisherige Prognose aus dem Bericht 2017 in Klammern):

- Leichtes Umsatzwachstum (leichtes Wachstum)
- Leichter Rückgang des EBIT vor Sondereinflüssen (leichter Anstieg)
- Deutlicher Rückgang des EBIT (leichter Rückgang)

Geschäftsentwicklung in den Segmenten im 3. Quartal

Im Segment Chemicals stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 7% auf 4,3 Milliarden Euro. Höhere Preise in allen Bereichen, insbesondere bei Petrochemicals, führten zu dem Umsatzanstieg. Das EBIT vor Sondereinflüssen verringerte sich im Vergleich zum starken dritten Quartal 2017 um 251 Millionen Euro auf 851 Millionen Euro. Dies resultierte vor allem aus rückläufigen Margen bei Isocyanaten im Bereich Monomers und Crackerprodukten im Bereich Petrochemicals. Höhere Fixkosten beeinflussten das Ergebnis ebenfalls negativ, dies unter anderem aufgrund vermehrter Ausgaben für Instandhaltungsmaßnahmen. Das bessere Ergebnis von Intermediates konnte dies nicht kompensieren.

Im Segment Performance Products lag der Umsatz mit rund 4 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahresquartals. BASF erzielte Preissteigerungen in allen Bereichen, jedoch gingen die Verkaufsmengen bei Nutrition & Health, Dispersions & Pigments sowie Care Chemicals zurück. Währungseinflüsse und Portfolioeffekte wirkten ebenfalls umsatzmindernd. Das EBIT vor Sondereinflüssen sank gegenüber dem dritten Quartal 2017 infolge niedrigerer Mengen, höherer Fixkosten und negativer Währungseffekte um 6% auf 360 Millionen Euro. Gesteigerte Margen wirkten gegenläufig. Ohne die negativen Währungseffekte läge das EBIT vor Sondereinflüssen auf dem Niveau des Vorjahresquartals.

Im Segment Functional Materials & Solutions konnte BASF den Umsatz verglichen mit dem dritten Quartal 2017 um 5% auf 5,2 Milliarden Euro steigern. Dies war hauptsächlich auf höhere Preise in allen Bereichen zurückzuführen, insbesondere bei Catalysts und Performance Materials. Auch der Absatz nahm zu, während sich Währungseinflüsse negativ auf den Umsatz auswirkten. Das EBIT vor Sondereinflüssen lag mit 347 Millionen Euro unter dem Niveau des Vorjahresquartals, vor allem infolge höherer Fixkosten sowie geringerer Margen in nahezu allen Bereichen. BASF hat aber in diesem Segment das Ergebnis im Laufe des Jahres 2018 von Quartal zu Quartal gesteigert und den Abstand im Vergleich zum Vorjahresquartal kontinuierlich verringert.

Im Segment Agricultural Solutions konnte der Umsatz gegenüber dem dritten Quartal 2017 deutlich um 26% auf 1,2 Milliarden Euro gesteigert werden. Dies war zurückzuführen auf Portfolioeffekte aus der Transaktion mit Bayer, ein höheres Preisniveau und leicht gesteigerte Mengen. Negative Währungseinflüsse belasteten weiterhin die Umsatzentwicklung. Das EBIT vor Sondereinflüssen war trotz der saisonbedingt stark negativen Ergebnisse der von Bayer akquirierten Geschäfte nur um 26 Millionen Euro schwächer als im Vorjahresquartal. Das BASF-Geschäft ohne die Bayer-Aktivitäten erreichte ein deutlich höheres Ergebnis als im dritten Quartal 2017. Ohne die negativen Währungseffekte wäre das EBIT vor Sondereinflüssen auch insgesamt leicht gestiegen.

"Nach Unterzeichnung der Vereinbarung mit LetterOne sind Umsatz und EBIT des Öl-und-Gas-Geschäfts, rückwirkend zum 1. Januar 2018 und unter Anpassung der Vorjahreswerte, nicht mehr in den entsprechenden Werten der BASF-Gruppe enthalten", erläuterte Hans-Ulrich Engel: "Deshalb werden diese Aktivitäten in unserer Berichterstattung auch nicht mehr als Segment aufgeführt." Bis zum Abschluss der Transaktion wird das Ergebnis nach Steuern der Wintershall-Gruppe im Jahresüberschuss der BASF-Gruppe als separate Position ("Jahresüberschuss aus nicht fortgeführtem Geschäft") ausgewiesen.

Im dritten Quartal 2018 erhöhte sich der Jahresüberschuss aus nicht fortgeführtem Geschäft um 86 Millionen Euro auf 235 Millionen Euro. Maßgeblich hierfür waren höhere Preise und Mengen sowie das im dritten Quartal 2018 erfolgte Offshore-Lifting in Libyen; im Vorjahr war dieses im zweiten Quartal erfolgt. Der Preis für ein Barrel der Referenzrohölsorte Brent notierte im dritten Quartal 2018 bei durchschnittlich 75 USD (Vorjahresquartal: 52 USD). Die Gaspreise an den europäischen Spotmärkten legten im Vergleich zum Vorjahresquartal ebenfalls deutlich zu.

Der Umsatz bei Sonstige lag hauptsächlich aufgrund gestiegener Verkaufsmengen und -preise im Rohstoffhandel mit 827 Millionen Euro (plus 51%) deutlich über dem Vorjahresquartal. Das EBIT vor Sondereinflüssen verbesserte sich vor allem durch Bewertungseffekte aus dem Long-Term-Incentive-Programm deutlich von minus 203 Millionen Euro auf minus 83 Millionen Euro.

Entwicklung von Ergebnis und Cashflow der BASF-Gruppe

Der Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter sank um 136 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie betrug 1,31 Euro im Vergleich zu 1,45 Euro im Vorjahresquartal. Das um Sondereinflüsse und Abschreibungen auf immaterielle Werte bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,51 Euro im Vergleich zu 1,40 Euro im dritten Quartal 2017.

Im dritten Quartal 2018 lag der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit mit 2,9 Milliarden Euro um 865 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahresquartals. Maßgeblich hierfür war die Veränderung des Nettoumlaufvermögens, insbesondere die verglichen zum Vorjahresquartal höhere Mittelbindung in den Vorräten sowie die geringere Mittelfreisetzung aus den Forderungen. Der Free Cashflow betrug 2 Milliarden Euro, nach 2,8 Milliarden Euro im Vorjahresquartal.

Die Bilanzsumme der BASF-Gruppe erhöhte sich um 6,8 Milliarden Euro auf 85,6 Milliarden Euro. Zu diesem Anstieg trug der Erwerb wesentlicher Geschäfte und Vermögenswerte von Bayer in Höhe von 8 Milliarden Euro bei. Die Nettoverschuldung stieg infolge der Kaufpreiszahlung an Bayer im Vergleich zum 31. Dezember 2017 um 6,5 Milliarden Euro auf 18 Milliarden Euro. Am 30. September 2018 betrug die Eigenkapitalquote der BASF-Gruppe solide 43%.

Über BASF

BASF steht für Chemie, die verbindet - für eine nachhaltige Zukunft. Wir verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit dem Schutz der Umwelt und gesellschaftlicher Verantwortung. Mehr als 115.000 Mitarbeiter arbeiten in der BASF-Gruppe daran, zum Erfolg unserer Kunden aus nahezu allen Branchen und in fast allen Ländern der Welt beizutragen. Unser Portfolio haben wir in den Segmenten Chemicals, Performance Products, Functional Materials & Solutions und Agricultural Solutions zusammengefasst. BASF erzielte 2017 weltweit einen Umsatz von mehr als 60 Milliarden Euro. BASF ist börsennotiert in Frankfurt (BAS), London (BFA) und Zürich (BAS). Weitere Informationen unter www.basf.com. (26.10.2018/alc/n/a)





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