Auf absehbare Zeit keine Leitzinserhöhung in Ungarn


21.08.18 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Auf ihrer jüngsten Sitzung am 24. Juli hatte die Notenbank in Ungarn (MNB) die Leitzinsen erneut unverändert belassen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Bereits seit Juni 2016 liege die Base Rate bei historisch niedrigen 0,90%. Zwar gehe die Notenbank mittlerweile davon aus, dass die zentrale Inflations-Zielmarke, die im März 2015 auf 3% (+/- ein Prozentpunkt) festgesetzt worden sei, ab Mitte 2019 auf einer nachhaltigen Basis erreicht werde. Dennoch werde es wohl noch einige Zeit dauern, bis an der Zinsschraube nach oben gedreht werde. Im Juli habe die Teuerungsrate von 3,1% auf 3,4% gg. Vj. angezogen, jedoch würden die Währungshüter den Hauptgrund dafür in den gestiegenen Energiepreisen sehen, was einen geringeren zugrundeliegenden Preisdruck impliziere (Kernrate: von 2,4% auf 2,5%). Zudem dürften die jüngsten Turbulenzen an den Devisen- und Zinsmärkten für eine abwartende monetäre Haltung sorgen. Daher würden die Analysten auch in den kommenden Monaten nicht mit einer Leitzinsanhebung durch die MNB rechnen.

Auch im Marktkonsens werde heute von unveränderten Leitzinsen in Ungarn ausgegangen. Die Zurückhaltung der MNB beim Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik habe in den vergangenen Wochen den Ungarischen Forint (HUF) zusätzlich unter Druck gesetzt. Diese Tendenz dürfte sich in den kommenden Wochen fortsetzen. Zum Jahresende 2018 würden die Analysten mit Notierungen zum Euro von 335 HUF rechnen. (21.08.2018/alc/a/a)