Anleihemarkt: US-Zinsen auf Siebenjahreshoch


08.10.18 11:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Dass die Zinsen weltweit anziehen, lässt sich mittlerweile nicht mehr ignorieren, so die Deutsche Börse AG.

"Zinssteigerungsfantasien sind derzeit das große Thema", bemerke Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank.

Am auffälligsten: Die Rendite für zehnjährige US-Treasuries sei über 3,20 Prozent geklettert. "Starke US-Daten und insbesondere die Äußerung von FED-Chef Powell, dass die Leitzinsen auch über das neutrale Niveau hinaus angehoben werden könnten, haben die zehnjährigen US-Treasury-Renditen seit Mittwochnachmittag um über 15 Basispunkte nach oben getrieben - und damit auf das höchste Niveau seit Mitte 2011", melde Analyst Michael Leister von der Commerzbank.

Bundesanleihen könnten sich dem Trend nicht entziehen: Zehnjährige Papiere würden wieder 0,56 Prozent abwerfen. Der Euro-Bund-Future habe sich weiter abgeschwächt und liege nach 158,79 Punkten vor einer Woche am Freitagmorgen bei 157,80 Punkten - das sei der niedrigste Stand seit Mai dieses Jahres.

Kaum gelegt hätten sich die Sorgen um Italien. Im Zuge der angekündigten üppigen Haushaltsausgaben seien die Renditen für zehnjährige italienische Staatsanleihen am Dienstag auf 3,45 Prozent geklettert - der höchste Stand seit März 2014. Aktuell seien es immer noch 3,37 Prozent. Zum Vergleich: Vor wenigen Wochen seien es noch weniger als 2,80 Prozent gewesen. "Nun droht auch eine Herabstufung der Bonität Italiens durch die großen Ratingagenturen, was die Finanzierung des Landes noch teurer machen würde", bemerke Klaus Stopp von der Baader Bank.

"Zwar hat die Regierung ihre Defizitziele im Zuge des massiven Anstiegs der Risikoaufschläge revidiert. Doch das wird wohl weder Märkte noch Rating-Agenturen überzeugen", kommentiere Leister. Denn trotz der Senkung der Defizitziele für 2020 und 2021 auf 2,1 bzw. 1,8 Prozent laufe dies immer noch auf eine erhebliche Verschlechterung des strukturellen Haushaltsdefizits hinaus. "Zudem werden die neuen Haushaltsversprechen wohl kaum für bare Münze genommen werden."

Auch die Renditen griechischer Anleihen seien wieder gestiegen, die der zehnjährigen Anleihen zum Beispiel auf 4,48 Prozent nach 4,04 Ende September. Anfang der vergangenen Woche hätten sich wieder Sorgen über die immensen Kreditrisiken der griechischen Banken breit gemacht und die Aktienkurse der Institute abstürzen lassen, am Donnerstag habe eine Erholung eingesetzt. "Panik am Anleihemarkt gibt es aber definitiv nicht", stelle Daniel klar. Das zeige auch der Blick in die Vergangenheit: 2015 seien die Renditen zehnjähriger griechischer Staatsanleihen auf über 15 Prozent geklettert.

Im Handel mit Unternehmensanleihen sei Daniel zufolge eine bis 2023 laufende Anleihe (ISIN XS1524573752 / WKN A189JF) von Südzucker International Finance mit Kupon von 1,25 Prozent gefragt. Abgegeben würden hingegen Stada-Bonds.

Für Privatanleger attraktive Neuemissionen habe es in der vergangenen Woche nicht gegeben. Weiter gut an komme laut Daniel die noch relativ neue Anleihe (ISIN DE000A2NBZG9 / WKN A2NBZG) des Gewerbeimmobilienkonzerns DIC Asset AG mit Laufzeit bis Oktober 2023 und Kupon von 3,5 Prozent. "Der Kurs liegt mittlerweile bei 100,73 Prozent", stelle Daniel fest. (Ausgabe vom 05.10.2018) (08.10.2018/alc/a/a)






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