ANLEIHEN-Woche KW20 - 2022: PNE, Ekosem-Agrar, TERRAGON und andere - Anleihenews


23.05.22 09:55
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - In der Woche vom 16.05. bis 20.05.2022 (Kalenderwoche 20) beherrschen zweifelsohne die anstehenden Gläubigerversammlungen der TERRAGON AG, der Ekosem-Agrar AG sowie der Deutsche Lichtmiete AG die Schlagzeilen am KMU-Anleihemarkt, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Die Experten möchten diese Wochenzusammenfassung aber mit der angekündigten Anleihe-Neuemission der PNE AG beginnen, die eine neue fünfjährige Unternehmensanleihe mit einem Zielvolumen von 50 Mio. Euro (inkl. Aufstockungsoption) begeben werde. Der jährliche Zinskupon werde zwischen 4,50% und 5,25% liegen, die finale Kuponhöhe solle während der Angebotsfrist festgelegt werden.

Neben einem öffentlichen Zeichnungsangebot werde es zuvor ein Umtauschangebot für Anleger der PNE-Anleihe 2018/23 geben, das bereits diese Woche beginnen werde. Ziel der Emission sei die vorzeitige Refinanzierung der im Mai 2023 fälligen Anleihe 2018/23 sowie die weitere Wachstums-Finanzierung. In dieser Woche starte darüber hinaus auch die Zeichnungsphase für den neuen 7,00%-Green Bond (ISIN DE000A3MQVL6 / WKN A3MQVL) der ACTAQUA AG, der ein Zielvolumen von 15 Mio. Euro aufweise.

Die TERRAGON AG, Projektentwickler im Bereich Service-Wohnen für Senioren, könne aufgrund eines aktuellen Liquiditätsengpasses die am 24. Mai 2022 fällige Zinszahlung für die Anleihe 2019/24 an ihre Anleger nicht zahlen. Daher bitte das Unternehmen seine Anleihegläubiger um eine temporäre Stundung der Zinszahlung für einen Zeitraum von rd. acht Monaten bis zum 31. Januar 2023. Der Stundung müsse von den TERRAGON-Gläubigern in einer Abstimmung ohne Versammlung zwischen dem 23.05. und 25.05.2022 noch zugestimmt werden.

"Unser Geschäftsmodell ist nach wie vor solide und intakt. Es fußt auf einem steigenden Bedarf an Service-Wohnen für Senioren aufgrund des demographischen Wandels. Es gibt eine stabile Nachfrage, die wir mit unserem Angebot bedienen. Durch unsere Expertise sind wir zum Marktführer auf diesem Feld geworden, was unsere Projektpipeline von derzeit rund 800 Mio. Euro deutlich belegt. Ich bin überzeugt, dass wir diesen temporären Liquiditätsengpass hinter uns lassen werden", so TERRAGON-Chef Dr. Michael Held im Anleihen Finder-Interview in der vergangenen Woche.

Bei der in Russland tätigen Ekosem-Agrar AG stünden am 30. und 31. Mai bereits die zweiten, entscheidenden Gläubigerversammlungen an. Der Gläubigerbeirat der Ekosem-Agrar AG habe dazu in der vergangenen Woche einen Gegenantrag zur Restrukturierung der beiden Ekosem-Agrar-Anleihen eingereicht, der sowohl vom (designierten) gemeinsamen Vertreter, der e.Anleihe GmbH, als auch von der Ekosem-Agrar AG selbst mitgetragen werde. Dem Gläubigerbeirat gehe es dabei in erster Linie um eine Verhinderung der Insolvenz zum gegenwärtigen Zeitpunkt sowie um die Einräumung von Zeit verbunden mit signifikanten Anreizelementen, die Anleiheverbindlichkeiten nebst aufgelaufenen Zinsen so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Die One Square Advisors würden die vom Gläubigerbeirat vorgestellten Gegenanträge zur Restrukturierung der Anleihen allerdings als unzureichend ablehnen, da sie immer noch "zu kurz greifen" würden.

Als gemeinsamer Gläubigervertreter aller Anleihegläubiger der Deutsche Lichtmiete AG kandidiere seit der vergangenen Woche der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Hans-Peter Schwintowski von der Humboldt-Universität Berlin. Im Gespräch mit der Anleihen Finder Redaktion bemängele er, "dass die Staatsanwaltschaft ein zukunftsorientiertes Unternehmen mit einer marktführenden Stellung, durch die Arreste des Unternehmens in die Insolvenz gezwungen hat. Selbst dann, wenn gegenüber einzelnen Personen aus dem Management strafrechtlich relevante Vorwürfe zu Recht erhoben wurden, ändert dass zunächst nichts an dem Geschäftsmodell der Deutschen Lichtmiete. Es ist nicht plausibel, warum durch die Arreste der Staatsanwaltschaft das Geschäftsmodell der Deutschen Lichtmiete faktisch stillgelegt wurde." Als beste Lösung für die Anleihegläubiger sehe er die Fortführung des Unternehmens bzw. des Geschäftsmodells. Die Gläubigerversammlungen zu den drei "EnergieEffizienzAnleihen" der Deutsche Lichtmiete AG inklusive der Wahl des Gläubigervertreters würden in dieser Woche am 24. und 25. Mai stattfinden.

Der FC Schalke 04 werde den Großteil der noch ausstehenden und im Sommer nächsten Jahres fälligen S04-Anleihe 2016/23 frühzeitig refinanzieren. Von dem noch ausstehenden Volumen in Höhe von 17,185 Mio. Euro sollten 12 Mio. Euro vorzeitig zu 101,5% des Nennbetrags zuzüglich aufgelaufener Zinsen bis zum 27. Juni 2022 zurückgezahlt werden.

In zwei aktuellen Anleihen-Barometern hätten die Analysten der KFM Deutsche Mittelstand AG die 6,00%-Anleihe 2018/23 der FCR Immobilien AG als "attraktiv (positiver Ausblick)" mit 4,5 von 5 möglichen Sternen bewertet - und somit um 0,5 Punkte aufgewertet, während die 5,25%-FCR Immobilien-Anleihe 2019/24 weiterhin als "attraktiv" mit 4 von 5 möglichen Sternen eingestuft werde. Die Diskrepanz ergebe sich wohl aus der unterschiedlichen Rendite der beiden Bonds. In einem weiteren Anleihen-Barometer würden die KFM-Analysten die Anleihe 2020/24 (ISIN NO0010872864 / WKN A254QY) der Mutares SE & Co. KGaA weiterhin als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" mit 3,5 von 5 möglichen Sternen bewerten.

Die paragon GmbH & Co. KGaA melde trotz der vom Ukraine-Krieg verursachten Produktionsunterbrechungen bei vielen europäischen Automobilherstellern ein sehr solides Auftaktquartal 2022. Demnach habe der Umsatz um 6,3% auf 41,7 Mio. Euro gesteigert werden können. Für 2022 rechne paragon mit einer Umsatz-Zielgröße von 165 Mio. Euro bei einer EBITDA-Marge von mehr als 15%. Die DEAG Deutsche Entertainment AG melde sich operativ mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und somit starken Zahlen im ersten Quartal 2022 zurück, so habe in den ersten drei Monaten 2022 ein Umsatz von rd. 31 Mio. Euro erzielt werden können - nach 1,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Auch die Duisburger Beteiligungsholding PCC SE setze ihren Erfolgstrend mit deutlichen Ergebnis- und Umsatzsteigerungen im ersten Quartal 2022 fort. Der Konzernumsatz sei im Vergleich zum Vorjahresquartal um 65,2% auf 345,3 Mio. Euro gestiegen und liege damit klar über den Prognosen des Konzerns. Die Immobilienprojekte der GECCI Gruppe würden an den beiden Standorten im niedersächsischen Bockenem und im nordrhein-westfälischen Linnich planmäßig voranschreiten. Zudem seien alle 13 derzeit in der Vermarktung befindliche Immobilien bereits reserviert oder der Erwerb über Mietübereignung notariell beurkundet. Und die UniDevice AG, B2B-Broker für Kommunikations- und Unterhaltungselektronik mit Fokus auf hochpreisige Smartphones, müsse im Jahr 2021 aufgrund pandemiebedingter Lieferkettenstörungen einen Gewinnrückgang um 51% von 3,5 auf 1,7 Mio. Euro. hinnehmen.

Den kompletten Beitrag zusammen mit den wichtigsten KMU-Anleihen-News der KW20 - 2022 im Überblick finden Sie hier. (News vom 20.05.2022) (23.05.2022/alc/n/a)





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