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ZEW-Ökonom Heinemann zur EZB-Entscheidung: "Dem ersten Trippelschritt müssen klare Ansagen für einen Exit folgen"


10.09.21 12:15
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Der EZB-Rat noch kein Ende der Anleihekäufe in den Blick genommen, so das ZEW in der aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Allerdings sollen die Anleihekäufe im Krisenprogramm PEPP gegenüber den bisherigen Ankündigungen mit etwas verringertem Volumen fortgesetzt werden. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs "Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft" am ZEW Mannheim, erklärt dazu:

"Es ist gut, dass sich der EZB-Rat bewegt und einen allerersten Trippelschritt auf dem langen Weg zu einem Ende der Anleihekäufe unternimmt. Ein einfaches "Weiter so" würde der Reputation der EZB schaden. So liegt die Inflationsrate in der Eurozone in diesem Jahr inzwischen deutlich über der bisherigen EZB-Prognose. Hinzu kommt der durch eine aktuelle ZEW-Studie belegte Befund, dass die Verfechter hoher Anleihekäufe im EZB-Rat vor allem aus den hoch verschuldeten Euro-Staaten kommen. Der EZB-Rat muss jetzt beweisen, dass er primär das Ziel der Preisstabilität notfalls auch gegen die Interessen der nationalen Finanzminister verfolgt. Insofern müssen dem ersten Trippelschritt in den kommenden Monaten weitere klare Ansagen für einen Exit aus der Krisenpolitik folgen." (10.09.2021/alc/n/a)