Stille Beteiligung: VEDES-Anleihe 2017/22 soll bis 2026 verlängert und Kupon angepasst werden


07.07.21 11:00
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - Die VEDES AG hat mit der BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH die Gewährung einer stillen Beteiligung in Höhe von insgesamt 5 Mio. Euro bis zum 31. Dezember 2028 unterzeichnet, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Die zufließenden Mittel sollten für die Digitalisierung und die Erweiterung eines Omnichannel-Vertriebs verwendet werden. Die stille Beteiligung bringe einige Veränderungen für die VEDES AG und ihre jetzige Finanzierungsstruktur mit sich, denn sie sei nachrangig zu den Ansprüchen der anderen (erstrangigen) Gläubiger der VEDES AG und somit auch der Inhaber der Anleihe 2017/22. Sie sei somit als wirtschaftliches Eigenkapital aus Sicht der anderen Fremdkapitalgeber zu betrachten, die den Bedingungen der Beteiligung erst noch zustimmen müssten.

Bedingungen der stillen Beteiligung

Konkret: Die stille Beteiligung der BayBG stehe noch unter dem Vorbehalt, dass der VEDES ein erweiterter Kontokorrentrahmen von insgesamt 5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werde und dass die ausstehende Anleihe 2017/22 in Höhe von 12,5 Mio. Euro bis zum 17. November 2026 verlängert werde. Sollten diese Bedingungen nicht bis zum 30. September 2021 erfüllt sein, stehe der BayBG ein Rücktrittsrecht vom Vertrag zu. Der erforderliche Kontokorrentrahmen von 5 Mio. Euro sei laut VEDES durch die mündliche Zusage eines Kreditinstituts bereits gesichert.

Anleihegläubiger müssten geplanten Anpassungen noch zustimmen

Bezüglich der Anleihe plane das VEDES-Management die bislang mit 5,0% p.a. verzinste Anleihe 2017/22 zu einem angepassten Zinssatz von 3,5% p.a. - und sonst gleichen Anleihebedingungen - bis zum 17. November 2026 zu verlängern. In diesem Zusammenhang verpflichte sich das Unternehmen, bis spätestens zum 17. November 2021 (vorbehaltlich einer Verlängerung) den Nennbetrag der Anleihe entweder durch Teilrückzahlung oder durch einen Rückerwerb von aktuell 25 Mio. Euro auf 12,5 Mio. Euro zu reduzieren.

Zudem solle eine vorzeitige Rückzahlung des reduzierten Anleihevolumens durch die VEDES erst wieder ab November 2024 möglich sein. Da die Anleihegläubiger den geplanten Anpassungen noch zustimmen müssten, rufe VEDES alle Anleihegläubiger zu einer Abstimmung ohne Versammlung auf. Die vollständige Einladung werde voraussichtlich ab dem 7. Juli 2021 im Bundesanzeiger und auf der Internetseite der VEDES (www.vedes-gruppe.de) im Bereich "Investor Relations" unter "Anleihegläubigerabstimmung" abrufbar sein.

ANLEIHE CHECK: Die im November 2017 emittierte Anleihe 2017/22 (ISIN DE000A2GSTP1 / WKN A2GSTP) der VEDES AG sei mit einem Zinskupon von 5,00% p.a. ausgestattet (Zinszahlung jährlich am 17.11.) und habe eine fünfjährige Laufzeit bis zum 17.11.2022. Das Emissionsvolumen betrage 25 Millionen Euro. Bei der Emission der Anleihe im November 2017, die ausschließlich institutionellen Investoren in Stückelungen ab 100.000 Euro angeboten worden sei, seien 20 Mio. Euro platziert worden. Im März 2018 seien die restlichen 5 Mio. Euro des Gesamtvolumens im Rahmen einer Aufstockung platziert worden.

Stärkung der Eigenkapitalbasis

Durch die angestrebte Prolongation der Anleihe möchte das Unternehmen seinen bewährten Zugang zum Kapitalmarkt erhalten. Die geplante Anpassung des Kupons stehe laut VEDES im Einklang mit der kontinuierlichen Verbesserung des Chance-Risiko-Profils des Spielzeuge-Unternehmens, mit der spürbaren Stärkung der Eigenkapitalbasis und stetig abnehmenden Finanzierungskosten (Anleihe-Zinssätze) sowie mit der tatsächlichen durchschnittlichen Rendite der Anleihe 2017/22 während des vergangenen Jahres bei Kursen deutlich oberhalb von 100%.

Die VEDES verfüge bereits über ein starkes wirtschaftliches Fundament, das durch die stille Beteiligung der BayBG eigenkapitalseitig nochmals deutlich verbessert werde. Das Unternehmen unterstreiche in einer weiteren Mitteilung, dass es in keiner Weise von dieser Finanzierung abhängig sei, da es das Ergebnis auch ohne die stille Beteiligung der BayBG in den kommenden Jahren signifikant und nachhaltig steigern werde. Allerdings solle diese Chance auch im Sinne der Anleihegläubiger und der dann weiterhin börsennotierten Anleihe im reduzierten Volumen von 12,5 Mio. Euro genutzt werden, um das Chance-Risiko-Profil durch Tilgung aus der starken Liquidität einerseits und Erhöhung des wirtschaftlichen Eigenkapitals andererseits nochmals deutlich zu verbessern. Zudem gewinne die VEDES mit der BayBG einen renommierten und erfahrenen Finanzierungspartner, der sich bis zum 31. Dezember 2028 und somit deutlich über die geplante neue Anleihe-Laufzeit hinaus verpflichtet habe.

"Dank eines vorausschauenden und erfolgreichen Managements der Pandemie-Auswirkungen verfügt die VEDES weiterhin über ein starkes wirtschaftliches Fundament mit freien liquiden Mitteln in Höhe von ca. 13,5 Mio. Euro zum 30. Juni 2021. Aus dieser Position der Stärke heraus wollen wir ganz bewusst im Dialog mit unseren Anleihegläubigern gemeinsam die Finanzierungsstruktur der VEDES zukunftsstark aufstellen, den Kapitalmarktzugang wirksam erhalten und weiterhin eine attraktive und börsennotierte Investitionsmöglichkeit bieten. Über die Börsennotierung behalten unsere Investoren jederzeit die volle Entscheidungs- und Handlungsfreiheit über ihr Investment", sage Dr. Thomas Märtz, Vorstandsvorsitzender der VEDES AG.

Den kompletten Beitrag finden Sie hier. (News vom 06.07.2021) (07.07.2021/alc/n/a)






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