Schaeffler: EBIT-Marge vor Sondereffekten mit 8,1 Prozent in Q3 verbessert - Anleihenews


05.11.19 11:45
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Der weltweit tätige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler (ISIN DE000SHA0159/ WKN SHA015) hat heute seinen Zwischenbericht für die ersten neun Monate des Jahres 2019 vorgelegt, so das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemitteilung:

Im Berichtszeitraum liegt der Umsatz der Schaeffler Gruppe bei 10.839 Millionen Euro (Vorjahr: 10.714 Millionen Euro). Währungsbereinigt ging der Umsatz in diesem Zeitraum leicht um 0,1 Prozent zurück. Im dritten Quartal nahm der Umsatz währungsbereinigt um 1,2 Prozent zu. Von den vier Regionen trugen in den ersten neun Monaten die Regionen Americas mit 7,6 Prozent, Asien/Pazifik mit 1,1 Prozent und Greater China mit 0,5 Prozent auf währungsbereinigter Basis zum Umsatzwachstum bei, während die Umsatzentwicklung in der Region Europa mit minus 3,6 Prozent rückläufig war.

Die Schaeffler Gruppe erzielte in den ersten neun Monaten ein Ergebnis vor Finanzergebnis, at-Equity bewerteten Beteiligungen und Ertragsteuern (EBIT) in Höhe von 795 Millionen Euro (Vorjahr: 1.149 Millionen Euro), das im Berichtszeitraum mit Sondereffekten in Höhe von 88 Millionen Euro belastet war. Die Sondereffekte resultierten im Wesentlichen aus den Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Effizienzsteigerungsprogramm RACE der Sparte Automotive OEM. Das EBIT vor Sondereffekten lag damit bei 883 Millionen Euro (Vorjahr: 1.150 Millionen Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 8,1 Prozent (Vorjahr: 10,7 Prozent). Die Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr resultierte insbesondere aus dem Rückgang der Bruttomarge. Der Rückgang der Marge ist maßgeblich bedingt durch negative Verkaufspreiseffekte und gestiegene Produktionskosten. Darüber hinaus belasteten gestiegene Verwaltungskosten die Margenentwicklung. Vom zweiten zum dritten Quartal verbesserte sich die EBIT-Marge vor Sondereffekten bezogen auf das jeweilige Quartal von 7,9 Prozent auf 9,1 Prozent.

Automotive OEM auch in Q3 mit Outperformance von 4,6 Prozent

Die Sparte Automotive OEM erzielte während der ersten neun Monate Umsatzerlöse in Höhe von rund 6.768 Millionen Euro (Vorjahr: 6.778 Millionen Euro). Währungsbereinigt ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent zurück. Damit lag die Sparte mit einer Outperformance von 4,4 Prozentpunkten über der weltweiten Automobilproduktion, die im selben Zeitraum um 5,9 Prozent zurückging. Im dritten Quartal betrug die Outperformance 4,6 Prozent. Nach einem währungsbereinigten Umsatzrückgang um 2,9 Prozent im ersten Halbjahr, erzielte die Sparte im dritten Quartal ein Umsatzwachstum von 1,4 Prozent.

Von den vier Regionen zeigte die Region Americas im Berichtszeitraum mit 8,6 Prozent das stärkste währungsbereinigte Umsatzwachstum der Sparte Automotive OEM, was vor allem auf Bedarfsanstiege einzelner Großkunden aufgrund von Produkthochläufen zurückzuführen war. Die Region Asien/Pazifik erzielte ein Umsatzwachstum um 2,1 Prozent. Deutlich rückläufig war die Umsatzentwicklung mit minus 6,0 Prozent in der Region Greater China und mit minus 5,2 Prozent in der Region Europa. Maßgeblich für die Rückgänge in Greater China und Europa war der deutliche Rückgang der Automobilproduktion in beiden Regionen. Im dritten Quartal erzielte die Region Greater China hierbei ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 7,1 Prozent, das auch auf das geringe Wachstum in der Vorjahresperiode zurückzuführen ist. Von den vier Unternehmensbereichen der Sparte Automotive OEM zeigte der Bereich E-Mobilität mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg um 38,8 Prozent das stärkste Wachstum. Der Anstieg im Bereich E-Mobilität ging insbesondere auf Produkthochläufe bei Primärkomponenten für stufenlose Getriebe (CVT) und im Bereich Aktorik zurück. Der Unternehmensbereich Fahrwerksysteme erzielte ein Umsatzwachstum um 0,5 Prozent, unter anderem bedingt durch die positive Umsatzentwicklung im Bereich Fahrwerkaktuatoren. Die Umsatzentwicklung im Unternehmensbereich Getriebesysteme war mit minus 6,1 Prozent rückläufig, wofür insbesondere der Nachfragerückgang bei Komponenten für manuelle Schaltgetriebe maßgeblich war. Der Umsatz im Unternehmensbereich Motorsysteme ging um 2,6 Prozent zurück, wobei das Thermomanagementmodul innerhalb des Bereichs im Berichtszeitraum ein starkes Umsatzplus erzielte.

In den ersten neun Monaten wurde ein EBIT vor Sondereffekten in Höhe von 371 Millionen Euro (Vorjahr: 592 Millionen Euro) erzielt. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag damit im selben Zeitraum bei 5,5 Prozent und somit deutlich unter dem Vorjahreswert von 8,7 Prozent. Maßgeblich für den Rückgang waren der Rückgang der Bruttomarge aufgrund von Volumenrückgängen, Preis- und Mixeffekten, hohe Fixkosten sowie der Anstieg der Verwaltungskosten.

Für das Gesamtjahr 2019 gilt für die Sparte Automotive OEM die Prognose vom 29. Juli 2019, wonach ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum in Höhe von minus 2 bis 0 Prozent und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten zwischen 5 bis 6 Prozent erzielt werden soll.

Automotive Aftermarket mit leichtem Umsatzplus in Q3

Die Sparte Automotive Aftermarket verzeichnete im Berichtszeitraum mit einem Umsatz in Höhe von 1.386 Millionen Euro (Vorjahr: 1.403 Millionen Euro) einen währungsbereinigten Rückgang um 1,5 Prozent, was auf den Rückgang in der mit Abstand umsatzstärksten Region Europa zurückzuführen war. Allerdings wies das dritte Quartal ein leichtes Umsatzplus auf. Der Umsatzrückgang in Europa, der unter anderem durch einen Abbau von Beständen auf Kundenseite sowohl im Independent Aftermarket (IAM) als auch im OES-Geschäft bedingt war (OES - Original Equipment Service), betrug auf währungsbereinigter Basis minus 3,7 Prozent. Dem Umsatzrückgang in Europa stand ein Umsatzanstieg in der Region Americas um 7,1 Prozent gegenüber. Dieser war vor allem auf Bedarfsanstiege und Neukundengeschäft im IAM zurückzuführen. Die Region Greater China steigerte ihre Umsatzerlöse währungsbereinigt um 8,6 Prozent, während die Umsatzerlöse in der Region Asien/Pazifik währungsbereinigt um 8,9 Prozent zurückgingen.

Auf dieser Basis betrug das EBIT vor Sondereffekten 219 Millionen Euro (Vorjahr: 266 Millionen Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 15,8 Prozent (Vorjahr: 18,9 Prozent). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist dabei im Wesentlichen auf den Rückgang der Bruttomarge sowie höhere Verwaltungskosten zurückzuführen. Die Bruttomarge ging aufgrund des gesunkenen Absatzvolumens bei gleichzeitig gestiegenen Produktkosten zurück.

Für das Gesamtjahr 2019 geht der Konzern für die Sparte Automotive Aftermarket auf Basis der Prognose vom 29. Juli 2019 von einem Umsatzwachstum vor Währungseinflüssen von minus 2 bis 0 Prozent und einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 15 bis 16 Prozent aus.

Abschwächung des Wachstums in der Sparte Industrie in Q3 nach starkem H1

Die Sparte Industrie steigerte ihre Umsatzerlöse in den ersten neun Monaten des Jahres 2019 trotz einer abgeschwächten Dynamik der globalen Industrieproduktion auf 2.685 Millionen Euro (Vorjahr: 2.533 Millionen Euro). Währungsbereinigt lag das Umsatzwachstum bei 4,3 Prozent. Dieses war vor allem durch die Sektorcluster Wind in der Region Greater China sowie Railway und Raw Materials in den Regionen Europa und Greater China getrieben. Zudem trug Industrial Distribution positiv zum Wachstum im Berichtszeitraum bei. Einen Nachfragerückgang verzeichneten die konjunktursensitiven Sectorcluster Industrial Automation, Power Transmission und Offroad. Im dritten Quartal betrug das währungsbereinigte Umsatzwachstum 1,2 Prozent. Drei der vier Regionen der Schaeffler Gruppe trugen im Berichtszeitraum zum Umsatzwachstum bei. Den größten Zuwachs erzielte erneut die Region Greater China mit 20,9 Prozent, vor Americas mit 4,5 Prozent und Europa mit 0,1 Prozent. In der Region Asien/Pazifik war die Umsatzentwicklung mit minus 0,8 Prozent leicht rückläufig.

Die Sparte Industrie erzielte in den ersten neun Monaten ein EBIT vor Sondereffekten in Höhe von rund 292 Millionen Euro (Vorjahr: 292 Millionen Euro), was einer EBIT-Marge vor Sondereffekten von 10,9 Prozent entspricht (Vorjahr: 11,5 Prozent).

Die Prognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum im Gesamtjahr 2019 liegt bei 2 bis 4 Prozent. Für die Industrie-Sparte wird eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 10 bis 11 Prozent erwartet.

Positiver Free Cash Flow etwa auf Vorjahresniveau - Jahresprognose 2019 bestätigt

Das den Anteilseignern zuzurechnende Konzernergebnis ging in den ersten neun Monaten 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurück und lag bei 485 Millionen Euro (Vorjahr: 762 Millionen Euro). Das Ergebnis je Vorzugsaktie belief sich auf 0,73 Euro (Vorjahr: 1,15 Euro). Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten betrug im dritten Quartal 362 Millionen Euro und lag mit 133 Millionen Euro im Berichtszeitraum etwa auf dem Niveau des Vorjahrs (127 Millionen Euro). In den ersten neun Monaten lagen die Investitionsauszahlungen (Capex) für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit 823 Millionen Euro unter dem Niveau des Vorjahrs (857 Millionen Euro), was einer Investitionsquote bezogen auf den Umsatz in Höhe von 7,6 Prozent (Vorjahr: 8,0 Prozent) entspricht. Im dritten Quartal stieg die Capex-Quote gegenüber dem zweiten Quartal leicht von 6,1 Prozent auf 6,3 Prozent.

"Auch im letzten Quartal wird unser Fokus konsequent auf eine starke Kosten- und Kapitaldisziplin gerichtet sein. Wir werden die Capex-Quote im Vergleich zum dritten Quartal weiter zurückführen und uns auf die Generierung von Cash Flow konzentrieren", sagte Dietmar Heinrich, Finanzvorstand der Schaeffler AG.

Die Netto-Finanzschulden reduzierten sich zum 30. September 2019 auf 2.842 Millionen Euro, wodurch das Gearing-Ratio, also das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zu Eigenkapital, auf rund 103,1 Prozent (31. Dezember 2018: rund 83 Prozent) zurückging. Die Bilanzsumme belief sich zum 30. September 2019 auf 13.127 Millionen Euro (31. Dezember 2018: 12.362 Millionen Euro). Der Konzern beschäftigte zum selben Stichtag 89.036 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember: 92.478), was einem Rückgang um 3,7 Prozent entspricht.

Die Schaeffler Gruppe rechnet für das Jahr 2019 auf Basis der angepassten Prognose vom 29. Juli 2019 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum um minus 1 bis 1 Prozent, mit einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 7 bis 8 Prozent und mit einem Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten von 350 bis 400 Millionen Euro.

"In einem anhaltend schwierigen Marktumfeld haben wir im dritten Quartal gut abgeschnitten. Unsere Maßnahmen zur Flexibilisierung greifen, die Transformation gewinnt an Fahrt und die Effizienzprogramme in unseren drei Sparten werden konsequent umgesetzt. Wir sind als Vorstand zuversichtlich, dass wir unsere Prognose für das Jahr 2019 erreichen werden", sagte Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG. (05.11.2019/alc/n/a)