Schaeffler 9M-Zahlen: Währungsbereinigter Umsatzanstieg von 15,9% - Ergebnisprognose bestätigt - Anleihenews


09.11.21 09:15
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Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Der weltweit tätige Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler (ISIN DE000SHA0159/ WKN SHA015) hat heute seine Zwischenmitteilung für die ersten neun Monate des Jahres 2021 vorgelegt, so das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Im Berichtszeitraum lag der Umsatz der Schaeffler Gruppe bei 10.346 Millionen Euro (Vorjahr: 8.964 Millionen Euro). Der währungsbereinigte Anstieg um 15,9 Prozent ist vor allem auf die deutliche Erholung im ersten Halbjahr zurückzuführen. Aufgrund eines im dritten Quartal 2021 einsetzenden starken Rückgangs der Kundenabrufe in der Sparte Automotive Technologies verzeichnete die Schaeffler Gruppe in diesem Zeitraum einen Umsatzrückgang um währungsbereinigt 3,0 Prozent. Der Umsatzrückgang zeigte sich in allen Regionen mit Ausnahme von Asien/Pazifik. Entgegen dem Trend in der Sparte Automotive Technologies entwickelten sich die Umsätze in den anderen beiden Sparten der Schaeffler Gruppe positiv. Die Umsatzerlöse der Sparten Automotive Aftermarket und Industrial stiegen währungsbereinigt im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,7 Prozent beziehungsweise 15,8 Prozent an. Die Auswirkungen von Rohstoffpreisanstiegen auf den Beschaffungsmärkten, die im ersten Halbjahr 2021 noch begrenzt waren, führten im dritten Quartal 2021 insbesondere bei den Sparten Automotive Technologies und Industrial zunehmend zu einer Ergebnisbelastung.

Die Schaeffler Gruppe erzielte in den ersten neun Monaten ein EBIT vor Sondereffekten in Höhe von 994 Millionen Euro (Vorjahr: 376 Millionen Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 9,6 Prozent (Vorjahr: 4,2 Prozent). Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr ist unter anderem auf Skaleneffekte zurückzuführen. Die rückläufige Entwicklung der EBIT-Marge vor Sondereffekten im dritten Quartal 2021 wurde maßgeblich durch den marktbedingten Volumenrückgang in der Sparte Automotive Technologies beeinflusst. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten für das dritte Quartal ging auf 8,2 Prozent zurück (Vorjahreszeitraum: 9,5 Prozent), das EBIT vor Sondereffekten belief sich auf 272 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 322 Millionen Euro).

Das Ergebnis vor Finanzergebnis, at-Equity bewerteten Beteiligungen und Ertragsteuern (EBIT) wurde im Berichtszeitraum durch Sondereffekte in Höhe von 27 Millionen Euro positiv beeinflusst (Vorjahr: minus 798 Millionen Euro). Diese Effekte sind unter anderem auf die teilweise Auflösung einer Rückstellung zurückzuführen, die im Rahmen der divisionalen Teilprogramme der Roadmap 2025 für strukturelle Maßnahmen in Europa erfasst wurden. Gleichzeitig bleiben die im September 2020 kommunizierten Ziele für den Abbau von Arbeitsplätzen und zur dauerhaften Senkung von Kosten unverändert bestehen. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern sind inzwischen mit einer Ausnahme an allen in Deutschland betroffenen Standorten abgeschlossen.

Claus Bauer, Vorstand für Finanzen und IT der Schaeffler AG, sagte: "Die Schaeffler Gruppe hat im dritten Quartal 2021 in einem herausfordernden Marktumfeld ihre Resilienz bewiesen. Wir werden an unserer strengen Kosten- und Kapitaldisziplin festhalten und zusätzliche Maßnahmen prüfen, um den im vierten Quartal weiter zunehmenden Herausforderungen, vor allem auf der Materialpreisseite zu begegnen."

Umsatz Automotive Technologies in Q3 marktbedingt rückläufig

Die Sparte Automotive Technologies erzielte während der ersten neun Monate Umsatzerlöse in Höhe von 6.286 Millionen Euro (Vorjahr: 5.425 Millionen Euro). Währungsbereinigt stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr volumenbedingt vor allem aufgrund der niedrigen Vergleichsbasis im ersten Halbjahr um 16,1 Prozent. In den ersten neun Monaten stiegen die Umsätze in allen Unternehmensbereichen und allen Regionen, wobei der Unternehmensbereich E-Mobilität mit währungsbereinigt 22,4 Prozent die höchste Wachstumsrate erzielte. Im dritten Quartal führten die zunehmenden Engpässe in den globalen Lieferketten, insbesondere bei Halbleitern, zu einem erheblichen Rückgang der Kundenabrufe und einem deutlichen Rückgang des Umsatzvolumens um währungsbereinigt 12,2 Prozent. Insbesondere im Laufe des dritten Quartals wurde die Markterwartung für die Automobilproduktion im Jahr 2021 deutlich nach unten korrigiert.

In den ersten neun Monaten konnte die Sparte Automotive Technologies eine Outperformance der globalen Automobilproduktion in Höhe von 6,6 Prozentpunkten erreichen. Die Outperformance liegt damit oberhalb der Prognose für 2021 von 2 bis 5 Prozentpunkten. Die Outperformance zeigt, um wie viele Prozentpunkte das Wachstum der Sparte Automotive Technologies über dem Wachstum der globalen Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen liegt. Getrieben wurde diese Entwicklung von einer außergewöhnlich starken Outperformance in Höhe von 10,9 Prozentpunkten in der Region Europa.

In den ersten neun Monaten wurde ein EBIT vor Sondereffekten in Höhe von 467 Millionen Euro (Vorjahr: minus 16 Millionen Euro) erzielt. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten lag im selben Zeitraum bei 7,4 Prozent und somit deutlich über dem Vorjahreswert in Höhe von minus 0,3 Prozent. Die deutliche Verbesserung der EBIT-Marge vor Sondereffekten im Berichtszeitraum war maßgeblich auf Skaleneffekte im ersten Halbjahr zurückzuführen. Zudem wirkten sich die im letzten Jahr erweiterten Kostensenkungsmaßnahmen positiv aus.

Automotive Aftermarket mit zweistelligem Umsatzwachstum

Die Sparte Automotive Aftermarket verzeichnete im Berichtszeitraum einen Umsatz in Höhe von 1.411 Millionen Euro (Vorjahr: 1.204 Millionen Euro), was auf währungsbereinigter Basis einem Umsatzwachstum um 18,3 Prozent entspricht.

In allen Regionen entwickelten sich die Umsätze deutlich positiv. Die Umsatzentwicklung war maßgeblich durch den deutlichen Volumenanstieg in den Regionen Europa und Americas getrieben. In der Region Greater China konnte das E-Commerce-Geschäft ausgeweitet werden und hatte insgesamt den wesentlichen Anteil am Wachstum in der Region. In der Region Asien/Pazifik resultierte das Wachstum maßgeblich aus der Erholung des Independent Aftermarket- und OES-Geschäfts in Indien, auch infolge der niedrigen Vergleichsbasis insbesondere im zweiten Quartal 2020.

Auf dieser Basis betrug das EBIT vor Sondereffekten 206 Millionen Euro (Vorjahr: 190 Millionen Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 14,6 Prozent (Vorjahr: 15,8 Prozent). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist dabei im Wesentlichen auf gestiegene Produktkosten zurückzuführen.

Industrial steigert Umsatz und EBIT-Marge

Die Sparte Industrial erzielte in den ersten neun Monaten Umsatzerlöse in Höhe von 2.649 Millionen Euro (Vorjahr: 2.335 Millionen Euro), was auf währungsbereinigter Basis einem Umsatzwachstum um 14,2 Prozent entspricht.

Der deutliche Anstieg der Umsatzerlöse in den ersten neun Monaten resultierte größtenteils aus der gestiegenen Nachfrage bei den Sektorclustern Wind, Power Transmission sowie Industrial Automation in der Region Greater China. Die Nachfrage bei Industrial Distribution sowie im Sektorcluster Offroad in der Region Europa führte gegenüber einer niedrigen Vergleichsbasis ebenfalls zu deutlichen Wachstumsraten. Auch in den übrigen Regionen zeigte sich eine deutliche Markterholung. Das Wachstum in der Region Asien/Pazifik resultierte im Wesentlichen aus dem Volumenanstieg in Indien und war insbesondere auf die Sektorcluster Wind, Two-Wheelers, Offroad sowie auf Industrial Distribution zurückzuführen. Die Umsatzentwicklung in der Region Americas war maßgeblich auf das Wachstum bei Industrial Distribution zurückzuführen.

Die Sparte Industrial erzielte in den ersten neun Monaten ein EBIT vor Sondereffekten in Höhe von 321 Millionen Euro (Vorjahr: 202 Millionen Euro), was einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 12,1 Prozent entspricht (Vorjahr: 8,6 Prozent). Die positive Margenentwicklung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist insbesondere auf Skaleneffekte zurückzuführen. Zudem zeigten die im letzten Jahr erweiterten Kostensenkungsmaßnahmen Wirkung.

Starke Free Cash Flow Entwicklung

Der Free Cash Flow konnte trotz einer Erhöhung des Working Capital infolge der wachsenden Geschäftstätigkeit gesteigert werden. Der Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten betrug in den ersten neun Monaten 468 Millionen Euro und lag somit deutlich über dem Niveau des Vorjahrs (185 Millionen Euro). Die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Capex) beliefen sich im Berichtszeitraum auf 482 Millionen Euro (Vorjahr: 481 Millionen Euro), was einer Investitionsquote bezogen auf den Umsatz in Höhe von 4,7 Prozent (Vorjahr: 5,0 Prozent) entspricht.

Das den Anteilseignern des Mutterunternehmens zuzurechnende Konzernergebnis vor Sondereffekten stieg in den ersten neun Monaten 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich auf 583 Millionen Euro (Vorjahr: 132 Millionen Euro). Das Ergebnis je Vorzugsaktie belief sich im gleichen Zeitraum auf 0,92 Euro (Vorjahr: minus 0,79 Euro). Der Konzern beschäftigte zum 30. September 2021 83.935 Mitarbeitende (30. September 2020: 83.711).

Prognose für 2021 für EBIT-Marge vor Sondereffekten und Free Cash Flow bestätigt

Die Schaeffler Gruppe geht weiterhin davon aus, im Geschäftsjahr 2021 eine EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 8 bis 9,5 Prozent zu erzielen. Zudem erwartet das Unternehmen einen Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten in Höhe von über 400 Millionen Euro.

Beim Umsatz rechnet die Schaeffler Gruppe nunmehr für das Geschäftsjahr 2021 mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von mehr als 7 Prozent nach dem im Ausblick vom 26. Juli 2021 noch mehr als 11 Prozent erwartet wurden. Dieser Rückgang ist auf den signifikanten Volumenrückgang für die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im Markt zurückzuführen. Das Basis-Szenario von Oktober 2021 von IHS Markit geht derzeit von einem Wachstum um 0,3 Prozent im Jahr 2021 aus. Die Prognose zur Outperformance für Automotive Technologies liegt dabei unverändert bei 2 bis 5 Prozentpunkten. Die Markteinschätzungen für die Sparte Automotive Aftermarket gelten im Wesentlichen unverändert. Die Umsatzprognose für die Sparte Industrial wurde von 9 bis 11 Prozent Umsatzwachstum auf 11 bis 13 Prozent angehoben.

Nachhaltigkeit im Fokus

Die Schaeffler Gruppe hat am 26. Oktober 2021 ihre Nachhaltigkeitsziele bekannt gegeben. Das Unternehmen will ab dem Jahr 2040 klimaneutral wirtschaften. Dieses Ziel bezieht die gesamte Lieferkette mit ein und wird mit ambitionierten Nachhaltigkeits-Mittelfristzielen untermauert. Die eigene Produktion wird bereits ab dem Jahr 2030 klimaneutral sein.

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang der Einsatz von klimaneutral hergestelltem Stahl. Ein Schritt bis 2040 Klimaneutralität für die Lieferkette von Schaeffler zu erreichen, ist die langfristige Partnerschaft mit dem schwedischen Start-up H2greensteel, die in einer separaten Meldung am 9. November 2021 bekannt gegeben wurde.

Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands der Schaeffler AG, sagte: "Die Schaeffler Gruppe konnte sich nach einer starken ersten Jahreshälfte im dritten Quartal dem stark nachlassenden Wachstum der globalen Automobilproduktion nicht entziehen. Gleichwohl erzielte die Sparte Automotive Technologies in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 eine solide Outperformance und wuchs stärker als der Markt. Erfreulich ist zudem das starke operative Ergebnis der Sparte Industrial und der positive Beitrag der Sparte Automotive Aftermarket. Die Entwicklung im dritten Quartal zeigt, wie richtig und wichtig es ist, dass wir ein Automobil- und Industriezulieferer sind."

Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen

Bei bestimmten Aussagen in dieser Pressemitteilung handelt es sich um zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind naturgemäß mit einer Reihe von Risiken, Unwägbarkeiten und Annahmen verbunden, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse oder Entwicklungen von den in den zukunftsgerichteten Aussagen angegebenen oder implizierten Ergebnissen oder Entwicklungen in wesentlicher Hinsicht abweichen. Diese Risiken, Unwägbarkeiten und Annahmen können sich nachteilig auf das Ergebnis und die finanziellen Folgen der in diesem Dokument beschriebenen Vorhaben und Entwicklungen auswirken. Es besteht keinerlei Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Entwicklungen oder aus sonstigen Gründen durch öffentliche Bekanntmachung zu aktualisieren oder zu ändern. Die Empfänger dieser Pressemitteilung sollten nicht in unverhältnismäßiger Weise auf zukunftsgerichtete Aussagen vertrauen, die ausschließlich den Stand zum Datum dieser Pressemitteilung widerspiegeln. In dieser Pressemitteilung enthaltene Aussagen über Trends oder Entwicklungen in der Vergangenheit sollten nicht als Aussagen dahingehend betrachtet werden, dass sich diese Trends und Entwicklungen in der Zukunft fortsetzen. Die vorstehend aufgeführten Warnhinweise sind im Zusammenhang mit späteren mündlichen oder schriftlichen zukunftsgerichteten Aussagen von Schaeffler oder in deren Namen handelnden Personen zu betrachten. (09.11.2021/alc/n/a)