Santhera erhält negative Beurteilung durch das CHMP für den Antrag auf Marktzulassung für Raxone in DMD


15.09.17 08:44
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Santhera Pharmaceuticals (ISIN CH0027148649/ WKN A0LCUK) gibt eine negative Beurteilung durch den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) für den Typ-II-Erweiterungsantrag für Raxone® (Idebenon) in Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) bekannt, so das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der Pressemeldung:

Santhera beabsichtigt gegen die Beurteilung Widerspruch einzulegen und eine erneute Überprüfung durch das CHMP zu beantragen.

Am Mittwoch dieser Woche fand die mündliche Anhörung von Santhera vor dem CHMP statt, um die klinische Relevanz der vorhandenen Daten in der vorgeschlagenen Indikation weiter zu erörtern. Das CHMP bezweifelte, dass die Phase-III-DELOS-Studie genügend Nachweis zur Wirksamkeit erbringt für die Bewilligung einer Typ-II-Variation der bestehenden Marktzulassung von Raxone.

"Die Beurteilung des CHMP überrascht und enttäuscht uns. Die Phase-III-DELOS-Studie erbrachte statistisch signifikante und klinisch relevante Daten, welche die Wirksamkeit von Raxone belegen. Diese betrifft die Verlangsamung des Atmungsfunktionsverlusts sowie das Verringern des Risikos von Atemwegskomplikationen und von Hospitalisierungen in DMD-Patienten ohne Glukokortikoid-Begleittherapie", sagte Thomas Meier, PhD, CEO von Santhera. "Für diese Patienten mit abnehmender Atmungsfunktion steht zurzeit keine andere Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung. Da wir zuversichtlich sind, dass diese Patienten von einer Behandlung mit Raxone profitieren können, planen wir, gegen diese Beurteilung Widerspruch einzulegen und eine erneute Überprüfung zu beantragen."

Der derzeitige Antrag wurde als Typ-II-Variation zur bestehenden Marktzulassung für Leber hereditäre Optikusneuropathie (LHON) eingereicht und stützt sich auf Daten von Santheras Phase-II-Studie (DELPHI) und der erfolgreichen Phase-III-Studie (DELOS), letztere bei Patienten ohne Glukokortikoid-Begleittherapie. Die Daten der Phase-III-DELOS-Studie wurden in mehreren medizinischen Fachartikeln veröffentlicht: Buyse et al., The Lancet 2015, 385:1748-1757; McDonald et al., Neuromuscular Disorders 2016, 26: 473-480; Buyse et al., Pediatric Pulmonology 2017, 52:580-515 und Mayer et al., Journal of Neuromuscular Diseases 2017, 4: 189-198.

Die beantragte Indikation für Raxone ist die Verlangsamung des Atmungsfunktionsverlusts bei DMD-Patienten ohne Glukokortikoid-Begleittherapie. Die Indikation schliesst Patienten mit ein, die früher mit Glukokortikoiden behandelt wurden oder bei denen diese nicht verträglich oder nicht ratsam sind.

Über Duchenne-Muskeldystrophie:

DMD ist eine der am weitesten verbreiteten und schwerwiegendsten Formen von rasch fortschreitendem Muskelschwund. DMD ist eine genetische, degenerative Erkrankung, die fast ausschliesslich Knaben betrifft und weltweit mit einer Inzidenz von bis zu 1 in 3'500 männlichen Lebendgeburten auftritt.

Über Idebenon bei Duchenne-Muskeldystrophie:

Charakteristisch für DMD ist der Verlust des Proteins Dystrophin, der zu Zellschädigung, gestörtem zellulärem Kalziumhaushalt, erhöhtem oxidativem Stress und verringerter zellulärer Energieproduktion in Muskelzellen führt. Diese zellulären Schäden resultieren in fortschreitender Muskelschwäche und Muskelschwund und führen aufgrund von Atmungsversagen zu früher Morbidität und Mortalität.

Idebenon ist ein synthetisches Benzoquinone und Kofaktor für das zelluläre Enzym NAD(P)H:quinone oxidoreductase (NQO1). Der Wirkstoff kann den mitochondrialen Elektronentransport stimulieren, den oxidativen Stress vermindern und die zelluläre Energieversorgung verbessern.

DELOS war eine Phase-III, doppelblinde, Plazebo-kontrollierte Studie über 52 Wochen mit 64 Patienten ohne Glukokortikoid-Begleittherapie, welche entweder Idebenon (900 mg/Tag) oder entsprechendes Plazebo erhielten. Die Studie erreichte den primären Endpunkt, eine Veränderung der maximalen exspiratorischen Atemflussrate (Peak Expiratory Flow, PEF) und zeigte, dass Idebenon den Verlust der Atmungsfunktion verzögern kann.

Idebenon war in der DELOS-Studie gut verträglich und die Gesamthäufigkeit von Nebenwirkungen vergleichbar zu Plazebo.

Über Santhera:

Santhera Pharmaceuticals (SIX: SANN) ist ein auf die Entwicklung und Vermarktung innovativer Medikamente zur Behandlung seltener neuromuskulärer und mitochondrialer Krankheiten fokussiertes Schweizer Spezialitätenpharmaunternehmen. Das erste Produkt von Santhera, Raxone® (Idebenon), ist in der Europäischen Union, Norwegen, Island, Liechtenstein und Israel zur Behandlung von Leber hereditärer Optikusneuropathie (LHON) zugelassen. Für Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) bei Patienten mit abnehmender Atmungsfunktion und ohne Glukokortikoid-Begleittherapie hat Santhera in der Europäischen Union und der Schweiz einen Antrag auf Marktzulassung gestellt. In Zusammenarbeit mit dem US National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS) entwickelt Santhera Raxone® in einer dritten Indikation, primär progredienter Multipler Sklerose (PPMS), sowie Omigapil für Patienten mit kongenitaler Muskeldystrophie (CMD). Für alle diese Krankheiten besteht ein sehr hoher medizinischer Bedarf. Weitere Informationen zu Santhera sind verfügbar unter www.santhera.com.

Raxone® ist eine eingetragene Marke von Santhera Pharmaceuticals. (15.09.2017/alc/n/a)





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