SANHA-Anleihe - Woche der Entscheidung steht bevor - Anleihenews


07.09.17 17:37
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - Die Entscheidung über die Prolongation der SANHA-Unternehmensanleihe naht, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Am Freitag, den 15. September 2017, würden die Anleihegläubiger des Unternehmens in einer Präsenzveranstaltung im Hotel Atlantic in Essen über die fünfjährige Laufzeit-Verlängerung und weitere Maßnahmen des Refinanzierungskonzeptes der Anleihe 2013/18 abstimmen. Die Anmeldung zur 2. AGV der SANHA GmbH & Co. KG müsse bis zum 12. September 2017 eingereicht werden.

Das Unternehmen habe zuletzt die Zahlen für die ersten sechs Monate 2017 veröffentlicht, die mit einem Konzernumsatz von rund 51 Millionen Euro zwar leicht unter dem Vorjahresergebnis, aber dennoch im Soll lägen. Das Periodenergebnis nach Steuern liege mit 0,12 Millionen Euro noch knapp im positiven Bereich. Das EBITDA liege mit 4,9 Millionen Euro (Marge von 9,6%) laut SANHA ebenfalls auf Planniveau. SANHA plane im Gesamtjahr 2017 einen Umsatz von etwas über 100 Millionen Euro und eine EBITDA-Marge von rund 10% zu erreichen.

Im Gespräch mit dem Anleihen Finder nenne Bernd Kaimer, geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens, die Stellschrauben, an denen das Unternehmen jetzt auf operativer Seite drehen müsse, um seine Ziele zu erreichen: "Wir müssen unseren Fokus weiterhin auf den intensiven Vorverkauf und das Objektmanagement legen, und zwar europaweit. Dadurch können wir i. d. R. mittels entsprechender Beratung alle unsere Produkte in einem Bauvorhaben unterbringen. Der (Projekt-)Investor bevorzugt diese Situation - alleine schon deswegen, weil er nur einen Ansprechpartner für alle Leitungssysteme hat. In diesem Zuge werden wir kontinuierlich die Systemtechnik weiter fördern und vorantreiben. Daneben müssen wir das Kostenkorsett weiterhin eng schnüren und die geplanten Investitionen nicht überschreiten, was aufgrund des Abschlusses des größeren Investitionszyklus kein Problem ist. Das zeigen auch die Investitionen zum Halbjahr. Insgesamt haben wir für die Prolongation eine sehr konservative Planung mit genügend Puffer zugrunde gelegt und damit ein tragfähiges Konzept für die Anleger entwickelt."

Refinanzierungskonzept

Das Prolongationskonzept des Essener Unternehmens sehe wie folgt aus: Ab Fälligkeit im Juni 2018 solle die Laufzeit der Anleihe bis Juni 2023 unter veränderten Anleihebedingungen verlängert werden. Der Anleihe-Zinssatz solle sich in dieser Zeit, also ab 2018, von 7,75 auf 5,5 Prozent p.a. reduzieren. Das Unternehmen biete seinen Anlegern im Gegenzug zusätzliche Sicherheiten. So sollten den Anleihegläubigern Grundbuchsicherheiten mit Grundschulden auf bestehende Immobilien an den Standorten Essen, Schmiedefeld und Berlin von knapp 10 Millionen Euro gewährt werden. Auch solle auf eine halbjährliche Zinszahlung jeweils zum 4.6. und 4.12. eines Jahres umgestellt werden. Darüber hinaus sehe das Refinanzierungskonzept des Unternehmens eine jährliche Tilgung der Anleihe aus dem Cashflow ab 2019 in Höhe von jeweils nominal 10 Prozent des derzeitigen Anleihevolumens (rund 3,7 Millionen Euro) vor.

Strukturwandel

Der Grund für die geplante Prolongation sei, dass SANHA bei seiner Planung zum Zeitpunkt der Anleiheemission im Jahr 2013 von einem schnelleren "Return on Invest" ausgegangen sei, seine Einschätzungen zu einzelnen Märkten und Produkten aber habe korrigieren müssen. So habe der unerwartet starke Strukturwandel in der SHK-Branche (Konzentration des Großhandels, Fachkräftemangel) gerade in Deutschland die Umsatzentwicklung gedämpft. In Zukunft sei das Unternehmen für solche Entwicklungen aber gewappnet, prophezeie Bernd Kaimer: "Durch die direkte Ansprache von Investoren, Planern, Betreibern und Bauherren schaffen wir Nachfrage am langen Ende des Marktes. Unsere Logistik erlaubt inzwischen eine Baustellenbelieferung überall in Deutschland. Wir bieten - neben Leihwerkzeugen - auf Wunsch Mietcontainer für die Baustellen an, die je nach Bauablauf nachbefüllt werden können. Welcher Vertriebspartner oder -kanal dann letztlich zum Einsatz kommt, ist in diesen Fällen zweitrangig. Und natürlich können das auch internetbasierte Vertriebskanäle sein. Der digitale Wandel macht auch vor unserer Branche nicht halt, die Wertschöpfungskette verändert sich in Richtung höherer Effizienz. Da wir mit unseren IT-Prozessen sehr gut durchorganisiert sind, könnten wir zukünftig von dem fortschreitenden Strukturwandel stärker profitieren."

ANLEIHE CHECK: Die SANHA-Anleihe 2013/18 sei mit einem Volumen von 25 Millionen Euro begeben worden, das Anfang 2014 auf insgesamt 37,5 Millionen Euro aufgestockt worden sei. Der jährliche Zinskupon liege bei 7,75 Prozent. Dieser werde in der ursprünglich angedachten Anleihe-Laufzeit (bis 4. Juni 2018) auch gezahlt, solle aber im Verlängerungszeitraum (bis 4. Juni 2023) auf 5,5 Prozent reduziert werden. Die Creditreform Rating AG habe das Unternehmensrating der SANHA GmbH & Co. KG seit Bekanntwerden der Prolongations-Absichten aus technischen Gründen von "B-" auf "C" (watch) herabgestuft.

Gegenantrag von OSA

Nicht alle seien vom SANHA-Finanzierungskonzept überzeugt, so habe die One Square Advisory (OSA), eine auf Restrukturierungen spezialisierte Beratungsfirma, sowohl zur ersten als auch zur zweiten Gläubigerversammlung einen Gegenantrag gestellt, weil das SANHA-Konzept nicht nachhaltig tragfähig sei. OSA fordere ergänzend etwa eine bankübliche Besicherung der Anleihe, die Einführung von Finanzkennzahlen, deren Verletzung eine hohe Strafzahlung von 3,5 Millionen Euro zur Folge haben solle, eine Beschränkung zur Aufnahme weiterer Finanzverbindlichkeiten sowie eine Ausschüttungs- und Tilgungssperre für Gesellschafter.

Laut SANHA seien diese Forderungen jedoch wirtschaftlich überzogen und nicht umsetzbar. "Wir haben u. E. ein attraktives Gesamtpaket geschnürt mit einem marktgerechten Zins und einer kontinuierlichen Reduzierung des Risikos für die Anleiheinvestoren mittels Teiltilgung und - vor dem Hintergrund einer sehr konservativen Planung - in Richtung 2023 ständig verbesserten Finanzkennzahlen. Der Gegenantrag von OSA sieht in den wichtigen Eckdaten dieses Pakets auch keinen Änderungsbedarf, fordert allerdings die Platzierung von OSA als "gemeinsamer Vertreter" aller Anleiheinvestoren sowie Covenants für Planverfehlungen. Wir kommunizieren mit unseren Anlegern seit Beginn der Emission direkt. Dies wird von den uns bekannten Anlegern auch explizit so gewünscht, insofern wollen wir es nicht ändern. Und die Strafmaßnahmen halte ich für weit überzogen. Es fällt mir schwer, unser Konzept als einen umfangreichen Verzicht der Anleihegläubiger zu interpretieren, deshalb sehen wir hierzu keine Notwendigkeit", so Bernd Kaimer.

Jetzt müssten die Anleger am 15. September über das weitere Vorgehen entscheiden. Die durchaus übliche Begebung einer Folgenanleihe sei für SANHA übrigens nicht in Frage gekommen, denn "für eine Folgeanleihe hätten wir bis Mitte nächsten Jahres warten müssen, um doppelte Zinsen zu vermeiden. Die Prolongation hingegen ist jetzt bereits frühzeitig ein Jahr vor Fälligkeit möglich. Darüber hinaus ist sie mit niedrigeren Transaktionskosten verbunden, was bei unserem zentralen Thema - Abbau der Verschuldung - letztendlich auch den Anleiheinvestoren zugutekommt", so Bernd Kaimer abschließend.

Den kompletten Beitrag finden Sie hier. (07.09.2017/alc/n/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
75,50 € 74,06 € 1,44 € +1,94% 22.09./19:59
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A1TNA70 A1TNA7 89,93 € 36,35 €