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Rettungspakete für Lufthansa und Töchter, Flugzeugbauer mit Cash Burn


04.05.20 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Laut Medienberichten steht ein für die Lufthansa geplantes Rettungspaket der deutschen Regierung iHv. EUR 9 Mrd. im Raum, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Demnach solle auch eine Sperrminorität sowie ein bis zwei Mandate im Aufsichtsrat im Gespräch sein. Die Lufthansa spreche sich jedoch gegen eine staatliche Beteiligung aus und prüfe daher die Option einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Eine Beteiligung durch den Staat sei vor allem auch im Hinblick auf die Lufthansa Tochtergesellschaften von Bedeutung. So könnten die Regierungen der Länder in denen die Töchter ansässig seien, dem Beispiel Deutschlands folgen und einen Anteil am Eigenkapital verlangen. Die Tochter AUA habe ein Hilfspaket iHv. insgesamt EUR 767 Mio. beantragt, davon EUR 410 Mio. staatlich garantierte Kredite, EUR 90 Mio. nicht rückzahlbare Zuschüsse und EUR 267 Mio. an Eigenkapital. Derzeit würden Wirtschaftsprüfer eine "going concern" Prognose für die AUA erstellen. Bei der Tochterfluglinie SWISS sei ein Rettungspaket iHv. EUR 1,5 Mrd. im Gespräch.

Auch der Flugzeugbauer Boeing wolle sich zusätzliche Liquidität sichern und dürfte derzeit die Vermarktung eines Anleihe Deals von bis USD 10 Mrd. vorbereiten. Bei den am 29. April 2020 vorgelegten Q1 20 Zahlen habe Boeing einen Umsatzrückgang iHv. -26% (vs. Q1 19) und einen negativen operativen Cashflow (CFO) iHv. USD -4,3 Mrd. berichtet. Konkurrent Airbus habe ein Umsatzminus iHv.-15% und einen negativen CFO iHv. EUR -7,6 Mrd. im Q1 20 (davon EUR 3,6 Mrd. Korruptionsstrafzahlung) verzeichnet. (News vom 30.04.2020) (04.05.2020/alc/n/a)