Munich Re Q2-Zahlen: Operatives Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr gefallen - Anleihenews


08.08.18 10:50
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Die Munich Re AG (ISIN DE0008430026/ WKN 843002) hat ihre Zahlen zum 2. Quartal und 1. Halbjahr 2018 veröffentlicht. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung der Munich Re AG:

- Q2 Ergebnis mit 728 (733) Mio. Euro auf Vorjahresniveau - trotz hoher von Menschen verursachter Großschäden
- Im ersten Halbjahr (Q1-2) stieg der Gewinn um 20,5 % auf 1.555 (1.290) Mio. Euro
- ERGO trägt mit 108 Mio. Euro zum Q2 Ergebnis und mit 185 Mio. Euro zum Halbjahresergebnis bei
- Nach guter Entwicklung wird für ERGO International eine Schaden-Kosten-Quote von 96 % statt bisher 97 % erwartet
- Rückversicherung Leben/Gesundheit mit sehr gutem versicherungstechnischen Ergebnis1 von 176 Mio. Euro in Q2
- Die Vertragserneuerungsrunde zum 1. Juli brachte erneut leicht steigende Preise (+0,9 %) sowie eine deutliche Ausweitung des Geschäfts auf rund 3,3 Mrd. Euro (+42 %)

Zusammenfassung der Q2-Zahlen

Das operative Ergebnis fiel im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 997 (1.156) Mio. Euro. Das sonstige nicht operative Ergebnis verbesserte sich auf -151 (-264) Mio. Euro; davon entfielen auf das Währungsergebnis 41 (-162) Mio. Euro. Der Ertragssteueraufwand betrug -68 (-108) Mio. Euro. Das Eigenkapital lag mit 26.899 Mio. Euro unter dem Niveau zu Jahresbeginn (28.198 Mio. Euro), da das gute Halbjahresergebnis und positive Währungseffekte durch die Dividendenzahlung, Aktienrückkaufe und durch den kapitalmarktbedingten Rückgang der unrealisierten Gewinne überkompensiert wurden.

Die gebuchten Bruttobeiträge sanken um 5,2 % auf 11.188 (11.800) Mio. Euro. Bei unveränderten Wechselkursen wäre das Beitragsvolumen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,2 % gefallen.

Annualisiert lag die risikoadjustierte Eigenkapitalrendite (RoRaC) in Q2 bei 11,6 %; auf das gesamte Eigenkapital wurde eine Rendite (RoE) von 10,8 % verdient. Annualisiert lag die risikoadjustierte Eigenkapitalrendite (RoRaC) in den ersten sechs Monaten bei 12,4 %; auf das gesamte Eigenkapital wurde eine Rendite (RoE) von 11,3 % verdient.

Die Solvenzquote lag zum Ende von Q2 mit rund 250 % über dem Niveau zu Jahresbeginn (244 %).

Rückversicherung: Ergebnis von 620 Mio. Euro

Das Geschäftsfeld Rückversicherung steuerte in Q2 620 (629) Mio. Euro zum Konzernergebnis bei. Das operative Ergebnis betrug 701 (896) Mio. Euro. Restrukturierungsaufwendungen schlugen mit -48 Mio. Euro im sonstigen Ergebnis zu Buche. Die gebuchten Bruttobeiträge fielen um 9,5 % auf 6.932 (7.659) Mio. Euro, ein deutlicher Beitragsrückgang in der Rückversicherung Leben/Gesundheit konnte nur teilweise durch ein Beitragswachstum in der Schaden/Unfall-Rückversicherung kompensiert werden.

Das Rückversicherungsgeschäft Leben/Gesundheit steigerte seinen Gewinn auf 285 (112) Mio. Euro. Die Beitragseinnahmen gingen aufgrund von Beendigung bzw. Restrukturierung von großvolumigen Verträgen auf 2.309 (3.436) Mio. Euro zurück. Das versicherungstechnische Ergebnis inklusive dem Ergebnis aus dem Teil des Geschäfts, der wegen nicht signifikantem Risikotransfer außerhalb des versicherungstechnischen Ergebnisses ausgewiesen wird, lag in Q2 bei 176 (77) Mio. Euro, im ersten Halbjahr betrug es 331 (234) Mio. Euro. Damit ist Munich Re auf einem sehr guten Weg, das anvisierte Ziel für das Gesamtjahr von mindestens 475 Mio. Euro zu erreichen.

Die Schaden/Unfall-Rückversicherung erzielte in Q2 einen Ergebnisbeitrag von 335 (517) Mio. Euro. Der Rückgang ist im Wesentlichen durch einen deutlichen Anstieg der von Menschen verursachten Großschäden sowie durch höhere Basisschäden verursacht. Das Prämienvolumen stieg trotz negativer Währungseffekte durch organisches Wachstum deutlich auf 4.623 (4.223) Mio. Euro. Die Schaden-Kosten-Quote lag bei 102,0 (93,9) % der verdienten Nettobeiträge. Im 1. Halbjahr betrug sie 95,5 (95,5) % und liegt damit weiterhin auf einem guten Niveau, um die für das Gesamtjahr anvisierte Schaden-Kosten-Quote von 97 % zu erreichen.

Die Gesamtbelastung durch Großschäden von je über 10 Mio. Euro betrug -605 (-253) Mio. Euro, und lag mit 13,3 % der verdienten Nettobeiträge über der Großschadenerwartung von 12 %. Die von Menschen verursachten Großschäden lagen bei -501 (-187) Mio. Euro, der mit Abstand größte Einzelschaden resultiert aus einem Bauschaden an einem Wasserkraftwerk in Kolumbien. Die Belastung durch Großschäden aus Naturkatastrophen lag bei -104 (-66) Mio. Euro.

Da die Schadenmeldungen für die Basisschäden früherer Jahre insgesamt weiterhin spürbar unter dem erwarteten Niveau liegen, konnten Rückstellungen - bereinigt um Anpassungen bei den Provisionen - in Höhe von rund 200 Mio. Euro aufgelöst werden; dies entspricht 4,4 Prozentpunkten der verdienten Nettobeiträge. Für das 1. Halbjahr wurden damit Rückstellungen in Höhe von rund 380 Mio. Euro, das sind 4,3 % der verdienten Nettobeiträge, aufgelöst. Auch weiterhin strebt Munich Re an, Rückstellungen für neu auftretende Schäden insgesamt am oberen Rand angemessener Einschätzungsspielräume festzusetzen, so dass später Gewinne aus der Auflösung eines Teils dieser Rückstellungen möglich sind.

Bei der Erneuerungsrunde zum 1. Juli 2018 setzten sich die bereits bei den vorangegangenen Erneuerungsterminen zu beobachtenden Entwicklungen fort: Steigende Preise in den von Naturkatastrophen betroffenen Märkten, insbesondere in der Karibik, ansonsten eine stabile Preisentwicklung bei nach wie vor hoher Kapazität im Markt. Der Preisanstieg für die gesamte Juli-Erneuerung belief sich ohne den Effekt aus gestiegenen Zinsen auf 0,9 %. Das Prämienvolumen stieg deutlich um 42 % auf rund 3,3 Mrd. Euro. Der starke Anstieg geht größtenteils auf einen attraktiven großvolumigen Vertrag in Australien und den profitablen Geschäftsausbau mit Rückversicherungsquoten in den USA zurück.

Zum 1. Juli 2018 stand für Munich Re ein Vorjahresgeschäftsvolumen von rund 2,3 Mrd. Euro zur Erneuerung an. Davon stammen etwa 27 % aus Nordamerika, 15 % aus Lateinamerika und 14 % aus Australien.

ERGO: Ergebnis von 108 Mio. Euro

In Q2 verzeichnete Munich Re im Geschäftsfeld ERGO einen Gewinn von 108 (104) Mio. Euro, von Januar bis Ende Juni von 185 (195) Mio. Euro. Der Gewinn von ERGO Schaden/Unfall Deutschland liegt ungefähr auf Vorjahresniveau. Das Ergebnis in ERGO Leben/Gesundheit Deutschland sank aufgrund eines steuerbedingten Sondereffekts und geringerer Realisierungen von Kursgewinnen auf Kapitalanlagen zur Finanzierung der Zinszusatzreserve. Dieser Rückgang wurde durch einen starken Ergebniszuwachs im Segment ERGO International überkompensiert, bedingt durch gute operative Performance, insbesondere in Polen, sowie Einnahmen aus dem Verkauf der D.A.S. Schweiz. Das operative Ergebnis stieg auf 296 (260) Mio. Euro.

Die Schaden-Kosten-Quoten entwickelten sich sehr erfreulich. Im Segment Schaden/Unfall Deutschland fiel sie auf 90,3 (92,7) %. Im 1. Halbjahr betrug sie 95,6 (95,8) %. Die Schaden-Kosten-Quote im Segment International verbesserte sich auf 95,6 (98,7) %, im 1. Halbjahr lag die Quote bei 95,4 (97,5) %.

Die gesamten Beitragseinnahmen über alle Sparten hinweg stiegen in Q2 2018 um 2,0 % auf 4.534 (4.446) Mio. Euro; die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 2,8 % auf 4.256 (4.141) Mio. Euro.

Kapitalanlagen: Kapitalanlageergebnis bei 1.759 Mio. Euro

Das Kapitalanlageergebnis der Gruppe (ohne Kapitalanlagen mit Versicherungsbezug) ging auf 1.759 (1.889) Mio. Euro zurück. Die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen stiegen auf 1.836 (1.720) Mio. Euro. Das Derivateergebnis verbesserte sich auf -53 (-87) Mio. Euro. Der Saldo von Veräußerungsgewinnen und -verlusten ohne Derivate fiel auf 282 (432) Mio. Euro. Zudem verzeichnete Munich Re bei den Zu-/ Abschreibungen auf nicht-derivative Kapitalanlagen im abgelaufenen Quartal mit per Saldo -140 (-49) Mio. Euro höhere Abschreibungen als im Vergleichszeitraum.

Das Kapitalanlageergebnis entspricht insgesamt einer Rendite von 3,1 %, bezogen auf den durchschnittlichen Marktwert des Portfolios; die laufende Rendite lag bei 3,2 % und die Wiederanlagerendite bei 2,3 %. Die Aktienquote einschließlich aktienbezogener Derivate verringerte sich zum 30.6.2018 leicht auf 6,2 % (31.12.2017: 6,7 %).

Der Bestand an Kapitalanlagen (ohne Kapitalanlagen mit Versicherungsbezug) zum 30.6.2018 blieb im Vergleich zum Jahresende 2017 zu Buchwerten nahezu konstant bei 217.546 (217.562) Mio. Euro (zu Marktwerten: 231.150 Mio. Euro, Vorjahreswert: 231.885 Mio. Euro).

Vermögensverwalterin der Gruppe ist die MEAG. Sie betreute zum 30. Juni 2018 neben den konzerneigenen Kapitalanlagen für Dritte ein Volumen von 16,0 (15,9) Mrd. Euro.

Ausblick 2018: Konzernziel von 2,1 bis 2,5 Mrd. Euro

Für ERGO International senkt Munich Re mit Blick auf den guten Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr ihre Prognose der Schaden-Kosten-Quote für das Gesamtjahr um einen Prozentpunkt auf 96 %.

Die übrigen Erwartungen für 2018 haben sich im Vergleich zu den Angaben des im Mai veröffentlichten Quartalsberichts Q1 2018 nicht verändert. Munich Re rechnet für das Geschäftsjahr 2018 weiterhin mit gebuchten Bruttobeiträgen zwischen 46 und 49 Mrd. Euro und strebt unverändert ein Konzernergebnis in einer Spanne von 2,1 bis 2,5 Mrd. Euro an.

Detaillierte Zahlen können Sie unter dem folgenden Link abrufen: https://www.munichre.com/de/media-relations/publications/press-releases/2018/2018-08-08-press-release/index.html (08.08.2018/alc/n/a)





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