KFM-Sondertelegramm zu Eyemaxx: "Lückenlose Aufklärung" - "Keine Sanierung nach österreichischem Recht"


12.11.21 09:00
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - Die KFM Deutsche Mittelstand AG meldet sich nach der Klärung "wichtiger juristischer und aufsichtsrechtlicher Parameter" mit einem Sondertelegramm zur Eyemaxx Real Estate AG zu Wort, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Über ihre beiden Mittelstandsanleihen Fonds sei die KFM in die drei ausstehenden Eyemaxx-Anleihen investiert. Dabei führe der Deutsche Mittelstandsanleihen FONDS ("DMAF") die 5,50%-Anleihe 2018/23 sowie die 5,50%-Anleihe 2019/24 (ISIN DE000A2YPEZ1 / WKN A2YPEZ) in seinem Portfolio. Die 5,50%-Anleihe 2020/25 (ISIN DE000A289PZ4 / WKN A289PZ) befinde sich indes im Portfolio des Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS ("EMAF").

Die KFM fordere eine lückenlose Aufklärung der finanziellen Schieflage des Immobilienunternehmens und werfe Eyemaxx dabei vor, in den letzten Pressemitteilungen, Interviews und Managementgesprächen den Eindruck einer erfolgreichen Geschäftsentwicklung vermittelt zu haben, was im Widerspruch zum jetzt beantragten Sanierungsverfahren stünde. Weiterhin verlange die KFM, das von Eyemaxx angestrebte Sanierungsverfahren in Österreich auf dessen rechtliche Grundlage zu prüfen und diesem Schritt entschieden entgegen zu wirken. Die Anleihegläubiger sollten mit Hilfe der Anwaltskanzlei Meyer zu Schwabedissen (mzs Rechtsanwälte) ihre Rechte bündeln und wahrnehmen. Dazu solle kurzfristig eine Gläubigerversammlung einberufen werden.

Sondertelegramm der KFM Deutsche Mittelstand AG

Aktuelle Lage

Die Emittentin, Eyemaxx Real Estate AG, habe am 25.10.2021 um 15.33 Uhr eine ad-hoc Meldung publiziert, in der sie vermelde, dass sie nicht über die notwendigen Finanzmittel verfüge, um die am 26.10.2021 fällige Zinszahlung für die 5,5% Unternehmensanleihe 2018/2023 (WKN A2GSSP) fristgerecht zu leisten.

Gemäß den Bedingungen für diese Anleihe hätte die Emittentin den Sachverhalt innerhalb von zehn Geschäftstagen heilen können. Auch diese Frist bis zum 08.11.2021 zur nachträglichen Zahlung der Zinsen habe das Unternehmen verstreichen lassen. Stattdessen habe Eyemaxx am 04.11.2021 um 10.32 Uhr eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens beantragt habe.

Zuvor habe die Eyemaxx AG über Abschreibungen berichtet, die sich coronabedingt durch Bewertungen des Immobilienbestandes ergeben hätten. Diese seien ertrags- aber nicht liquiditätswirksam. Mit anderen Worten: Die Anleger hätten davon ausgehen dürfen, dass hinreichend Liquidität vorhanden sei, um den anstehenden Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Noch mit Pressemitteilungen vom 16.08.2021 und weiteren (06.09.2021 und 08.09.2021) habe die Emittentin berichtet, dass sich die Eyemaxx Real Estate AG mit ihren Aktivitäten erfolgreich entwickele. Auch in den Managementgesprächen mit institutionellen Anlegern sei der Eindruck erweckt worden, dass die Emittentin auf dem besten Wege sei, an der erfolgreichen Entwicklung der Vorjahre nahtlos anzuschließen.

Die oben veröffentlichten Pressemitteilungen stünden im Gegensatz zu dem beantragten Sanierungsverfahren. Die KFM Deutsche Mittelstand AG sei der Meinung, dass seitens des Managements der Eyemaxx Real Estate AG wesentliche Informationen zur Entwicklung der Emittentin verschwiegen worden seien.

Hintergrund zur aktuellen Entwicklung

Die Eyemaxx Real Estate Group sei in der Immobilienentwicklung tätig, Kernmärkte seien Österreich und Deutschland. Die Eyemaxx Real Estate AG fungiere als Holding mehrerer Tochter- und Schwestergesellschaften und habe ihren Sitz in Aschaffenburg in Deutschland. Die Aktien der Eyemaxx Real Estate AG würden seit 2011 im Standardmarkt der Frankfurter Wertpapierbörse notieren. Erst im Januar 2019 sei ein Zweitlisting an der Wiener Börse gestartet. Alle Anleihen der Eyemaxx Real Estate AG würden ausschließlich an Deutschen Börsenplätzen gehandelt.

Die Emittentin befinde sich ausweislich ihrer eigenen Veröffentlichungen am 25.10.2021 damit in einer finanziellen Schieflage. Die Emittentin habe veröffentlicht, dass sie fällige Zinsen auf die Anleihe 2018/2023 am 26. Oktober 2021 nicht habe zahlen können, da ihr hierfür die erforderlichen Mittel fehlen würden. Die Emittentin sei also zahlungsunfähig. Nach den gesetzlichen Vorschriften sei eine kurzfristige Stellung eines Insolvenzantrags zu erwarten. Bisher sei lediglich ein Sanierungsverfahren beantragt worden. Nach Kenntnissen der KFM Deutsche Mittelstand AG sei der Sanierungsantrag in Österreich gestellt worden.

Die wesentlichen Verbindlichkeiten der Emittentin bestünden aus den drei ausstehenden Anleihen mit einem prospektierten Gesamtvolumen von 135 Mio. Euro. Die Schieflage der Eyemaxx Real Estate AG, und die damit verbundenen Verunsicherungen, hätten auch andere Immobilienanleihen in der Bewertung an der Börse im Kurs beeinflusst. Die Anteilspreise des Deutschen und des Europäischen Mittelstandsanleihen FONDS seien von dieser Entwicklung zum Teil betroffen.

Um die Interessen der Anleihegläubiger zu bündeln, sei dringend die Bestellung eines gemeinsamen Vertreters erforderlich, der unabhängig von der Emittentin sei und die Interessen der Anleihegläubiger wahrnehme. Mit der Pressemitteilung der Eyemaxx Real Estate AG vom 25.10. und vom 04.11.2021 sei die anwaltliche Vertretung von der KFM Deutsche Mittelstand AG für beide Fonds in Abstimmung mit dem Fondsmanagement veranlasst worden.

Die vorangegangenen Pressemitteilungen und Interviews der Eyemaxx Real Estate AG seien kritisch zu hinterfragen und rechtlich zu würdigen. Insbesondere die Pressemitteilung der Eyemaxx Real Estate AG vom 05.11.2021, dass Sie ein Sanierungsverfahren nach österreichischem Recht anstrebe, müsse auf rechtliche Zulässigkeit geprüft und diesem Schritt vehement entgegengetreten werden.

Die Leitung sowie die gesamte Verwaltung würden sich in Österreich, in Leopoldsdorf im Bezirk Bruck an der Leitha befinden. Das Unternehmen habe deshalb "den Mittelpunkt seiner hauptsächlichen Interessen in Österreich", woraus sich auch die Zuständigkeit des Landesgerichts Korneuburg ableite, so die Erklärung der Eyemaxx Real Estate AG.

Die Eyemaxx Real Estate AG mit Sitz in Aschaffenburg betreibe nach Einschätzung der KFM Deutsche Mittelstand AG ihr Geschäftsmodell hauptsächlich in Deutschland und die Mehrheit der Anleihebesitzer seien deutsche Investoren. Ein Sanierungsplan nach österreichischem Recht sei aus Sicht der KFM Deutsche Mittelstand AG nicht zulässig. Mit dem Sanierungsplan nach österreichischem Recht müssten die Anleihegläubiger im schlimmsten Fall einen Verlust von 80% hinnehmen. Der hierbei entstehende Sanierungsgewinn von bis zu einem dreistelligen Mio. Betrag, würde den Aktionären der Eyemaxx Real Estate AG zugutekommen, an der Herr Dr. Müller mit über 27% beteiligt sei.

Es komme besonders darauf an, dass die Gläubigerrechte der Anleger gebündelt würden und eine Gläubigerversammlung kurzfristig einberufen werde. Mit Einberufung der Gläubigerversammlung und der Bestellung eines Gläubigervertreters sollten nachfolgende Ziele erreicht werden:

- lückenlose Aufklärung der eingetretenen Schieflage der Eyemaxx
- aktueller Status der Finanz-, Ertrags- und Liquiditätslage
- Verhinderung der beantragten Sanierungsmaßnahme auf der Grundlage des österreichischen Rechts
- Rechtliche Prüfung der Handlungen des Managements der Eyemaxx Real Estate AG vor Antragsstellung des Sanierungsverfahren

Die KFM Deutsche Mittelstand AG habe deshalb die Anwaltskanzlei Meyer zu Schwabedissen (mzs Rechtsanwälte) gebeten, sehr kurzfristig eine Gläubigerversammlung einzuberufen. Anleger, die in einer der drei Anleihen der Eyemaxx Real Estate AG investiert seien, hätten die Möglichkeit sich dem Verfahren anzuschließen. Über die Internetseite der mzs Rechtsanwälte könne man mit den Anwälten direkt in Kontakt treten.

Fazit

Die Anlage in Fonds sei für Anleger immer risikoärmer als die direkte Anlage in einzelne Titel. Während Besitzer der Eyemaxx Anleihen mit Kursverlusten von bis zu 90% betroffen seien, sei der Anteilspreis des Deutschen Mittelstandsanleihen FONDS um 3,2% gefallen.

Hier bestätige sich einmal mehr, dass Anleger, die ein Portfolio dem Einzelinvestment vorziehen würden, eine Risikostreuung nutzen würden. Während Direktanleger gegebenenfalls ein deutlich höheres Ausfallrisiko eingehen würden.

Trotz der Veränderung des Anteilspreises der Mittelstandsanleihen FONDS sei es geplant, an den berechneten Ausschüttungen für die Anleihen Fonds im nächsten Jahr festzuhalten.

Bei der Erstellung eines KFM-Barometers seien die Analysten, wie jeder andere Marktteilnehmer auch, auf die Ehrlichkeit und Transparenz des jeweiligen Emittenten angewiesen. Zudem sei das Ergebnis eines KFM-Barometers und die darauf aufgebaute Investmententscheidung immer im Zusammenhang mit der Risikotragfähigkeit des jeweiligen Mittelstandsanleihen Fonds zu sehen.

Wie bereits in allen Pressemitteilungen veröffentlicht, sei die Wertpapieranlage mit einem Risiko verbunden. Das Risiko lasse sich aber durch eine breite Diversifikation und eine fortlaufende aktive Betreuung des Portfolios verringern. Die aktive Betreuung sei bei Schieflagen einzelner Emittenten von immenser Bedeutung! Hier komme es ganz besonders darauf an, alle rechtlichen Möglichkeiten zu nutzen, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Deshalb nutze die KFM Deutsche Mittelstand AG und das Fonds-Management beider Mittelstandsanleihen FONDS die Unterstützung von hochspezialisierten Anwaltskanzleien.

Daher empfehle es sich für die Direktanleger, sich dem juristischen Vorgehen des Fondsberaters KFM Deutsche Mittelstand AG anzuschließen. Damit könnten sich die Anleger kostenneutral einer juristischen Beratung anschließen.

Die KFM Deutsche Mittelstand AG bleibe auch in solchen Situationen ihrem selbstgewählten Maßstab treu, gegenüber Anlegern und anderen Marktteilnehmern transparent zu sein. Die KFM Deutsche Mittelstand AG setze sich grundsätzlich nach allen Möglichkeiten für die Rechte und Ansprüche der Anleger ein.

Den kompletten Beitrag zusammen mit dem KFM-Sondertelegramm (11.11.2021) zu Eyemaxx im Wortlaut finden Sie hier. (12.11.2021/alc/n/a)





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