KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: SGL TransGroup-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet


06.11.19 12:30
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu der Anleihe (ISIN SE0013101219 / WKN A2R9NL) mit variabler Verzinsung (aktuell 6,75% p.a.) der SGL TransGroup International A/S kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von möglichen 5 Sternen) einzuschätzen.

Die SGL TransGroup (SGL) sei in der heutigen Form 2016 entstanden, als die in Dänemark beheimatete SGL mit dem US-Unternehmen TransGroup fusioniert habe. Die Mehrheitsbeteiligung (68%) halte seitdem AEA Investores, ein 1968 unter anderem von der Rockefeller-Familie gegründetes Family-Office. Die Unternehmensgründer der SGL TransGroup seien nach wie vor im operativen Geschäft in das Unternehmen eingebunden. 2017 sei das Unternehmen umfassend umstrukturiert worden.

SGL TransGroup sei auf höherwertige und damit auch höhermargige Logistik-Dienstleistungen entlang der vollständigen Wertschöpfungskette fokussiert. Dazu gehöre beispielsweise die Luftfracht, die zwar nur für 1% des Weltfrachtvolumens stehe, aber 35% der gehandelten Werte repräsentiere. Zweiter Schwerpunkt sei der Containerhandel, der 14% des Welthandelsvolumens erfasse.

SGL sei in einem sehr fragmentierten Markt tätig und habe einen (Weltmarkt-) Anteil von nur 0,1%; die TOP 5 Unternehmen hätten gemeinsam einen Marktanteil von lediglich 15% (2018). Die SGL Transgroup sei zudem in einem zyklischen, jedoch im Zuge der fortschreitenden weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung weiter wachsenden Markt tätig (durchschn. Wachstum d.h. CAGR +3% 2010-2020e). Die Weltwirtschaftskrise als Folge der Finanzkrise 2008/2009 habe sich im Nachhinein lediglich als temporäre Schwäche in einem intakten Aufwärtstrend erwiesen.

Der globale Markt für Luft- und Seetransporte habe bereits 2010 wieder das Vorkrisenniveau von 2007 erreicht. Diese Marktgegebenheiten hätten dazu geführt, dass sich die Margen seitdem vergleichsweise stabil entwickelt hätten. So habe der wirtschaftliche Einbruch 2008/2009 zwar zu temporär leicht rückläufigen EBITDA-Margen bei allen Marktteilnehmern (von 5,4% auf etwa 5%) geführt, was jedoch in Anbetracht eines um 13% rückläufigen Gesamtmarktumsatzes kaum ins Gewicht gefallen sei.

Noch mehr als bei den großen Mittbewerbern habe das SGL-Geschäftsmodell hier signifikante Vorteile. Als "Vermittler" habe SGL keinen großen Fixkostenblock durch eigene LKW's, Flugzeuge und Schiffe. SGL bzw. gleichartige Mitbewerber könnten sich zwar nicht komplett von einem potentiellen wirtschaftlichen Abschwung abkoppeln, würden aber nicht in voller Härte von weltwirtschaftlichen Entwicklungen negativ getroffen wie z.B. die Schifffahrts- und Fluglinien selbst, die eine umfangreiche eigene Flotte betreiben würden.

Auf Segmentebene bestehe im Geschäftsjahr 2018 ein ausgewogener Umsatzmix: Schiffsfracht (33%), Luftfracht (25%), Landtransport (25%) und Humanitäre Hilfe (13%) und die (Brutto-) Margen würden 2018 im Bereich Schiffsfracht 16%, Luftfracht 19%, Landtransport 24% und Humanitäre Hilfe 13% betragen.

Auf geographischer Ebene seien die Umsatzschwerpunkte USA (41%), Dänemark (29%), Schweden (24%) + Rest 6% (inkl. Deutschland). In Deutschland sei die SGL TransGroup durch sieben Niederlassungen der Tochter Scan Global Logistics vertreten. Diese würden sich in Stralsund, Hamburg, Hannover, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und München befinden.

Die Kundenbasis gestalte sich sehr breit gefächert. SGL TransGroup erwirtschafte mit den TOP 20 Kunden 31% ihres Umsatzes. Kein Kunde trage mehr als 3% zum Konzernumsatz bei. 65% der Kundenbeziehungen bestünden seit fünf bis zehn Jahren, 15% sogar länger als zehn Jahre. Auf Branchenebene steuere der Maschinenbau (d.h. Transport von Maschinen) einen Anteil von 24% zum Gruppenumsatz bei. Mode und Einzelhandel würden auf 16%, Lebensmittel auf 9% sowie Hilfsleistungen und Entwicklungshilfe ebenfalls auf 9% Anteil am Konzernumsatz kommen. Der Rest verteile sich auf verschiedene Branchen.

Für das Jahr 2019 werde für SGL ein um 10,6% auf 1,05 Mrd. USD (2018: 955,3 Mio. USD) gestiegener Umatz prognostiziert. Für den Zeitraum 2019 bis 2023 könne ein durchschnittliches Marktwachstum (CAGR) von 2% erwartet werden. Das geschätzte bereinigte EBITDA sollte für das Gesamtjahr 2019 um knapp die Hälfte auf 46,4 Mio. USD (2018: 31,2 Mio. USD) zulegen. Für die nächsten Jahren könne von einer durchschnittliche Zunahme (CAGR) des berenigten EBITDA von 5% pro Jahr ausgegangen werden. Die operative Marge (bereinigtes EBITDA) habe 2018 mit 3,3% (2019e: 4,4%) noch unter dem Niveau der Mitbewerber (ca. 5%) gelegen, sollte sich aber bis 2023 auf 4,9% verbessern.

Für 2020 würden ein Umatz von 1,077 Mrd. USD und ein um 3,8% gestiegenes bereinigtes EBITDA in Höhe von 48,2 Mio. USD erwartet, was eine Marge von 4,5% bedeuten würde. Die Wachstumsimpulse sollten dabei überwiegend aus der Integration neu erworbener Firmen, der Eröffnung neuer Standorte und der weiteren Digitalisierung der Prozesse stammen.

Die Eigenkapitalquote werde nach der Anleiheemmission 27% (30.06.2019: 28%) betragen. Für 2019 werde ein operativer Cash Flow in Höhe von 18,6 Mio. USD (Vi: 21,8 Mio. Euro) erwartet. Ab 2020 sollte sich der operative Cash Flow wieder auf ein Niveau von über 25 Mio. USD verbessern (2023e: 28,8 Mio. USD). Damit sei die Liquidität zur Bedienung u.a. auch der Anleihemittel perspektivisch gegeben. Die Nettoverschuldung / EBITDA (versch. Betrachtungsebenen) werde gemäß Schätzungen nach der Anleiheemission bei circa 5x liegen. Hier sei teilweise schon die Neufassung von IFRS 16 (Behandlung Leasingverträge) berücksichtigt. Die Leasingverbindlichkeiten würden bei der SGL TransGroup dann circa 15% der Schulden ausmachen. Die zuvor genannte Kennziffer sollte sich demnach auf allen Ebenen in den nächsten Jahren auf ein Niveau von circa 3,5x verbessern.

Die im Oktober 2019 emittierte Unternehmensanleihe der SGL TransGoup International A/S sei mit einem variablen Zinskupon (3-Monats-Euribor + 6,75% p.a.; Euribor floor at 0%; Zinszahlung vierteljährlich am 04.02., 04.05., 04.08., 04.11.) ausgestattet und habe eine Laufzeit vom 04.11.2019 bis zum 04.11.2024. Das Emissionsvolumen betrage 215 Mio. Euro. Vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeiten der Emittentin seien in den Anleihebedingungen ab 04.05.2022 zu 103,375%, ab 04.11.2022 zu 102,70%, ab 04.05.2023 zu 102,025%, ab 04.11.2023 zu 101,35% und ab 04.05.2024 zu 100,675% des Nennwertes vorgesehen.

Der Emissionserlös diene neben der Refinanzierung bestehender Vebindlichkeiten der allgemeinen Unternehmensfinanzierung inklusive Akquisitionen und der Optimierung des Working Capitals. Die Anleihe sei durch Garantien, Verpfändungen von Aktien und Bankguthaben sowie Forderungsabtretungen besichert. SGL TransGroup verpflichte sich freiwillig zu umfassender Transparenz. Darüber hinaus gelte eine Ausschüttungssperre. Die Anleihe sei im Freiverkehr der Börse Frankfurt gelistet.

Die SGL TransGroup sei in der Nische Luftfracht und Containerhandel in einem zyklischen, aber weiterhin kontinuierlich wachsenden Markt mit seinem risikoaversen Geschäftsmodell ohne großen Fixkostenblock gut aufgestellt. In Verbindung mit einer Rendite von 6,82% p.a. (auf Kursbasis 100,40% am 05.11.2019) wird die Anleihe mit variabler Verzinsung der SGL TransGroup International A/S als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen) bewertet, so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (06.11.2019/alc/n/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
100,30 € 100,215 € 0,085 € +0,08% 12.11./15:19
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
SE0013101219 A2R9NL 100,60 € 100,00 €