KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: Multitude-Hybridanleihe als "attraktiv" bewertet - Anleihenews


02.07.21 12:00
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu der Hybridanleihe (ISIN NO0011037327 / WKN A3KTC6) mit variabler Verzinsung der Multitude SE (ehemals Ferratum) mit endloser Laufzeit kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe weiterhin als "attraktiv" (4 von 5 möglichen Sternen) einzustufen.

Die Multitude SE, ehemals Ferratum, sei 2005 als Pionier für mobile, kurzlaufende Mikrokredite an Privatpersonen in Europa gestartet und biete mittlerweile auch Produkte mit längerer Laufzeit für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Privatpersonen an. Das Unternehmen habe seine Aktivitäten bis heute auf 19 Länder in Europa, Nordamerika, Südamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum ausweiten können. Als einer der Wegbereiter der digitalen und mobilen Finanzdienstleistungs-Technologie sei Multitude führend in ihrem Gebiet. Um diese Position auch in der Zukunft zu wahren, seien im Jahr 2020, trotz eines durch die Covid-19-Pandemie geprägten Jahres, 7,4 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung investiert worden; dies entspreche 3,2% des Umsatzes.

Der Kreditprozess von Multitude beruhe auf einem eigenentwickelten automatisierten Scoring-Modell, das die Kreditwürdigkeit des potenziellen Kunden bewerte; Durch die Nutzung ihrer mobilen Endgeräte seien Kunden in der Lage, innerhalb weniger Minuten Kredite zu beantragen und zu erhalten. Seit der Unternehmensgründung im Jahr 2005 sei Multitude kontinuierlich, profitabel und schnell gewachsen: Das von Gründer Jorma Jokela geführte Unternehmen habe im Jahr 2020 etwa 530.000 Kunden mit einem mobilen Bankkonto oder einem aktiven Darlehen gehabt.

Das Geschäft sei in drei Segmente eingeteilt: Ferratum (Konsumentenkredite), CapitalBox (Kredite für kleine und mittlere Unternehmen) und SweepBank (digitales Banking). Im größten Segment der Konsumentenkredite (87,0% des Umsatzes in 2020) werde differenziert zwischen "MicroLoans" (9,5% des Umsatzes), "PlusLoans" (17,9% des Umsatzes) und "Credit Limits" (59,6% des Umsatzes). Die einzelne Kreditgröße bewege sich hier zwischen 25 Euro (MicroLoans) und 5.000 Euro (PlusLoans).

Der noch junge Bereich der Geschäftskredite ("Capital Box") verzeichne 2020 einen Umsatzanteil von 10,3%. Hier würden Volumina bis zu 350.000 Euro an kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) mit Laufzeiten zwischen 6 und 36 Monaten ausgegeben. Das ebenfalls noch junge, aber aktuell defizitäre Digital-Banking steuere zurzeit nur 1,6% des Umsatzes bei, generiere jedoch die höchsten Wachstumsraten innerhalb der Multitude Gruppe. Das Kreditangebot betrage hier zwischen 3.000 bis 30.000 Euro.

Der Gesamtumsatz der Gesellschaft habe sich für das Jahr 2020 auf 229,6 Mio. Euro (Vj: 293,1 Mio. Euro) belaufen. Der hohe Rückgang sei etwa in gleichen Teilen sowohl einer Covid-19 bedingt strengere Kreditpolitik als auch dem Rückzug aus weniger profitablen Märkten geschuldet gewesen. Im Laufe des Jahres 2020 habe Multitude die Kreditvergabe in Spanien und Polen ausgesetzt und ihre Aktivitäten in Russland, Kanada und Neuseeland eingestellt, um den Fokus stärker auf Länder zu verlagern, in denen das Potenzial für profitables Wachstum höher erscheine.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei auf 23,0 Mio. Euro nach 45,5 Mio. Euro im Vorjahr gesunken, habe aber trotz des gesunkenen Umsatzes und einer pandemiebedingten Wertberichtigung in Höhe von 7,8 Mio. Euro aufgrund sich verschlechternde makroökonomischer Prognosen, deutlich positiv gestaltet werden können. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) habe mit 1,8 Mio. Euro trotz des schwierigen Marktumfeldes ebenfalls positiv gestaltet werden können. Das Netto-Kreditportfolio sei im Zuge der strengeren Kreditvergabe um 6,5% von 386,2 Mio. Euro auf 361,0 Mio. Euro gesunken; hierbei werde seitens Multitude eine Rückstellung für zukünftige Verluste in Höhe von 28,9% berücksichtigt. Über die Ferratum Bank biete die Gesellschaft seit 2015 Festgeld- und Termingeldkonten an, diese Einlagen würden seitdem die Hauptfinanzierungsquelle der Gesellschaft bilden. Zum 31.12.2020 hätten diese Kundeneinlagen auf 339,5 Mio. Euro (31.12.2019: 242,2 Mio. Euro) erhöht werden können.

Obwohl die Covid-19 Pandemie die Marktbedingungen immer noch beeinträchtige, habe Multitude im ersten Quartal mit einem Umsatz in Höhe von 51,9 Mio. Euro und einem EBIT in Höhe von 5,4 Mio. Euro solide in das Jahr 2021 starten können. Positiv zu bewerten sei nach Meinung der KFM Deutsche Mittelstand AG, dass das Netto-Kreditportfolio der Gesellschaft seit Mai wieder kontinuierlich steige und zum 31.03.2021 mit einem Volumen von 387,8 Mio. Euro bereits wieder das Niveau vor Covid-19 habe übertreffen können (zum 31.12.2019 386,2 Mio. Euro). Die Kundeneinlagen hätten ebenfalls auf 435,6 Mio. Euro weiter gesteigert werden können. Die liquiden Mittel würden sich zum März 2021 auf 300,4 Mio. Euro belaufen. Diese Punkte hätten zu einem Anstieg weiteren der Bilanzsumme auf 767,6 Mio. Euro geführt.

Nachdem die Multitude bei ihrem Börsengang 2015 ihr Eigenkapital um nahezu 50 Mio. Euro habe erhöhen können, sei das Eigenkapital durch die erfolgreichen vergangenen Geschäftsjahre auf nun 124,9 Mio. Euro zum 31.03.2021 gesteigert worden. Der dem gegenüber überproportionale Anstieg der Bilanzsumme habe zu einer temporär gesunkenen Eigenkapitalquote von 16,3% (Ende 2019: 20,4%) geführt. Um diesem Wachstum auch in der Eigenkapitalquote gerecht zu werden, habe Multitude die Aussage dieser Nachranganleihe beschlossen, um das wirtschaftliche Eigenkapital im ersten Schritt um 50 Mio. Euro zu erhöhen.

Strategisch plane die Gesellschaft eine weitere Verlagerung ihres Geschäfts auf größere, längerfristige Kredite mit höher Kreditqualität. Die Kombination mit strengerer Überwachung, besserem Verständnis der wirtschaftlichen Auswirkungen des COVID-19-bedingten Lockdowns führe bei Multitude zu einem strukturell weniger risikoreichen Kreditbuch mit einer gesunden Portfolioqualität. Der Konzern habe keine signifikanten Auswirkungen auf realisierte Kreditverluste erfahren, zudem habe sich die letzten Monate die Abschreibungsquote signifikant verbessern können. Strategisch treffe Multitude den Zahn der Zeit, da sich nach Meinung der KFM Deutsche Mittelstand AG durch die Pandemie die Finanzdienstleistung schneller in das digitale Zeitalter bewege.

Quick-Check Nachhaltigkeit durch imug | rating*

Der Nachhaltigkeitsbeitrag der Multitude SE werde als neutral eingeschätzt. Das Unternehmen verstoße nicht gegen die von der KFM Deutsche Mittelstand AG definierten Ausschlusskriterien. Die Multitude SE erziele keine Umsätze mit Dienstleistungen mit einer positiven Nachhaltigkeitswirkung. Im Unternehmen würden ansatzweise ESG-Aspekte berücksichtigt, es fehle allerdings an einer systematischen Umsetzung.

Die unbesicherte und nachrangige Hybridanleihe der Multitude SE (ehemals Ferratum OJ) sei mit einem Emissionsvolumen von bis zu 50 Mio. Euro, einer Aufstockungsmöglichkeit auf bis zu 100 Mio. Euro und einer Stückelung von 1.000 Euro je Schuldverschreibung ausgestattet. Die Anleihe habe einen variablen Zinskupon (3-Monats EURIBOR +890 bps p.a., Floor bei 0%) und einen vierteljährlichen Zinstermin am 01.03., 01.06., 01.09. und 01.12. Die Laufzeit der Anleihe sei endlos (05.07.2021 bis endlos).

Vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten nach Wahl der Emittentin bestünden mit einer Frist von nicht weniger als 30 Tagen und nicht mehr als 60 Tagen zum Tag des Zins Step-Up am 05.07.2026; ein Kündigungsrecht seitens der Anleihegläubiger bestehe nicht, die Emittentin habe die Möglichkeit im Falle eines Kontrollwechsels die Anleihe vor dem Step-Up Tag zu 101% und nach dem Step-Up Tag zu 100% zurückzuzahlen, andernfalls steige die Verzinsung um 500 Basispunkte. Die Anleihe sei nach schwedischem Recht begeben; eine Notierung im Open Market Segment der Börse Frankfurt sei innerhalb von 30 Tagen nach Emissionstermin angedacht.

Zusammenfassend laute die Einschätzung der KFM Deutsche Mittelstand AG wie folgt: Mit ihrem automatisierten Kredit-Scoring-Verfahren und dem digital geprägten Geschäftsmodell habe Multutude SE in den letzten Jahren ein hohes und profitables Wachstum generieren können. Das Geschäftsmodell habe sich, auch auf Grund der schnellen Risikoanpassung der Gesellschaft, in der Covid-19 Pandemie sehr robust gezeigt.

Zudem sollte die Gesellschaft von dem durch die Pandemie verstärkten Trend zum digitalen Banking profitieren und weiteres Wachstum generieren können, was sich durch die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells positiv auf die Erträge auswirke. In Verbindung mit der Rendite von 8,78% p.a. (auf Basis des Kurses von 101,375% an der Börse Frankfurt am 02.07.2021 bei Berechnung bis zum theoretischen Ende der Laufzeit am 01.09.2304) bewerten wir die Anleihe der Multitude SE mit endloser Laufzeit als "attraktiv" (4 von 5 möglichen Sternen), so die KFM Deutsche Mittelstand AG.

*Die Informationen und Meinungen durch "imug | rating" würden nicht die Meinung der KFM Deutsche Mittelstand AG wiedergeben, sodass diese entsprechend keine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der Informationen übernehme. (02.07.2021/alc/n/a)





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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
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