KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: BayWa-Hybrid-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet - Anleihenews


07.11.17 11:51
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Barometer zur 4,25%-Hybrid-Anleihe (ISIN XS1695284114 / WKN A2GSM1) der BayWa AG kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" (drei von fünf möglichen Sternen) einzuschätzen.

Hauptsitz der 1923 als genossenschaftlicher Landhandel gegründeten Gesellschaft sei München. Heute sei BayWa der führende Handels- und Logistikkonzern in der europäischen Agrarwirtschaft. Einschließlich Franchise- und Partnerfirmen verfüge der Konzern über knapp 3.000 Vertriebsstandorte in 40 Ländern.

Das Geschäftsmodell der BayWa AG verbinde Handel, Vertrieb, Logistik und Service in den drei Hauptgeschäftsfeldern Agrar, Energie und Bau. Dabei liege der Schwerpunkt in den Bereichen Groß- und Einzelhandel sowie Logistik. Insbesondere die Bereiche Getreide- und Ölsaatenhandel im Segment Agrar seien mit den Übernahmen internationaler Handelsgesellschaften aus Belgien und Großbritannien in 2013 und 2015 stark vergrößert worden. Seit Anfang 2016 würden die drei Hauptgeschäftsfelder zusätzlich durch das Segment Innovation und Digitalisierung ergänzt. Ziel des neuen Geschäftsbereiches sei es, digitale Lösungen für Agrarwirtschaft zu entwickeln und der BayWa AG einen Zugang zu dem neu entstehenden Markt des Digital Farming zu ermöglichen.

Im ersten Halbjahr 2017 habe die BayWa AG ca. 8,0 Mrd. Euro Umsatz generieren können (Vj.: 7,5 Mrd. Euro). Der Konzernumsatz werde zu etwa 70,0% mit dem Segment Agrar, zu etwa 20,0% mit dem Bereich Energie und zu etwa 10,0% mit dem Segment Bau erwirtschaftet. Die Umsatzsteigerung resultiere im Wesentlichen aus dem Segment Energie. Durch die Inbetriebnahme diverser neuer Photovoltaik-Anlagen und die Übernahme eines Holzpelletwerkes habe der Halbjahresumsatz um 389,7 Mio. Euro erhöht werden können.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) habe im gleichen Betrachtungszeitraum um 90,0% auf 36,8 Mio. Euro gesteigert werden können (Vj.: 19,4 Mio. Euro). Die EBT-Marge sei leicht um 0,2%-Punkte auf ein branchentypisches niedriges Niveau von 0,5% erhöht worden. Insgesamt habe im ersten Halbjahr 2017 ein positives Ergebnis nach Steuern von 27,4 Mio. Euro erreicht werden können.

Die BayWa AG weise im ersten Halbjahr 2017 eine Eigenkapitalquote von 16,6% aus (31.12.2016: 17,0%). Mit der erfolgreichen Emission der Hybridanleihe im zweiten Halbjahr 2017 könne die wirtschaftliche Eigenkapitalquote auf voraussichtlich 20,0% gesteigert werden.

Die Fremdkapitalfinanzierung der BayWa AG setze sich aus diversen Instrumenten, welche auf die Besonderheiten des operativen Geschäftes im Agrarhandel abgestimmt seien, zusammen. Zur Deckung des seit 2015 konstanten mittel- bis langfristigen Finanzierungsbedarfs von ca. 1,1 Mrd. Euro würden Bank- und Schuldscheindarlehen mit unterschiedlichen Laufzeiten bis 2025 und Volumina zwischen 20,0 Mio. Euro und 100,5 Mio. Euro eingesetzt. Der kurzfristige Kapitalbedarf (1. Halbjahr 2017: 2,6 Mrd. Euro) sei saisonal stark schwankend und werde mit einem breiten Mix aus Kontokorrent- und Lieferantenkrediten und einem eigenen Commercial-Paper-Programm gesichert.

Im Jahr 2016 sei im Konzern ein operativer Cashflow von 180,7 Mio. Euro nach Zahlung aller Fremdkapitalzinsen erwirtschaftet worden. Die Deckung der zusätzlichen Zinszahlungen von 12,8 Mio. Euro pro Jahr für die neue Hybrid-Anleihe könne demnach als gesichert angenommen werden.

Die im Oktober 2017 emittierte Hybrid-Anleihe der BayWa AG sei mit einem Zinskupon von 4,25% p.a. (Zinszahlung jährlich am 11.10.) und einer unendlichen Laufzeit ausgestattet. Der erste Rückzahlungstag sei auf den 11.10.2022 festgelegt. Ab diesem Tag werde die Anleihe variabel mit 9,136% p.a. verzinst. Der Zinssatz errechne sich aus dem Credit Spread bei Emission zuzüglich eines Zinsaufschlages von 500 Basispunkten p.a. Im Rahmen der Anleiheemission seien insgesamt 300 Mio. Euro platziert worden.

Die Emittentin könne laut Anleihebedingungen Zinszahlungen aussetzen. Aufgrund der unbegrenzten Laufzeit und der Möglichkeit der Zinsaussetzung sei die Hybridanleihe ein Nachranginstrument, welches dem Eigenkapital zugerechnet werden könne. Das Unternehmen könne hiermit die Struktur der Passivseite optimieren und erschließe sich zusätzliches Wachstumspotenzial.

Die BayWa AG sei gekennzeichnet durch eine solide, aber branchentypisch margenschwache Umsatzbasis aus den drei Hauptsegmenten Agrar, Energie und Bau, einen stark diversifizierten Finanzierungsmix und einen hohen operativen Cashflow zur Gewährleistung des Kapitaldienstes. In Verbindung mit der Rendite von 2,83% p.a. (Kurs von 106,14% am 06.10.2017 mit Berechnung bis zum ersten Rückzahlungstag am 11.10.2022) wird die 4,25%-BayWa-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" (drei von fünf möglichen Sternen) bewertet, so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (07.11.2017/alc/n/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
105,37 € 105,295 € 0,075 € +0,07% 23.11./18:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XS1695284114 A2GSM1 106,25 € 102,00 €
Werte im Artikel
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