KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: Advanzia Bank-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet


07.04.21 11:00
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu der Anleihe (ISIN NO0010955909 / WKN A3KNPN) mit variabler Verzinsung (3-Monats-Euribor + 525 Basispunkte, Euribor floor 0%) der Advanzia Bank S.A. mit Laufzeit bis 2031 kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen) einzustufen.

Die Advanzia Bank S.A. mit Sitz in Luxemburg sei eine europäische Digitalbank, die sich auf Kreditkarten und Kartenzahlungslösungen für Verbraucher, Geschäftspartner und Finanzinstitute spezialisiert habe. Advanzia habe 2005 die Banklizenz erhalten und sei mit mittlerweile 1,9 Millionen Kreditkartenkunden und einem durchschnittlichen Kreditsaldo pro aktivem Kunden in Höhe von 1.500 Euro ein führender Online-Kreditkartendienstleister in Deutschland und baue aktuell zur geografischen Diversifizierung eine wachsende Präsenz in Luxemburg, Österreich, Frankreich und Spanien auf. Die Bank biete Kreditkarten sowohl für B2C- als auch für B2B-Kunden sowie professionelle Kartendienstleistungen für Banken und Finanzinstitute an, die überwiegend durch traditionelle Einlagenkonten finanziert würden.

Advanzia biete derzeit maßgeblich zwei Verbraucherprodukte an: Eine Mastercard Gold-Kreditkarte und ein Einlagenkonto. Die "Gebührenfrei" Mastercard biete einen optionalen revolvierenden Kreditrahmen und sei ein flexibles, weltweit anerkanntes Zahlungsmittel ohne versteckte Kosten mit einer Reihe von attraktiven Vorteilen, darunter Mobiles Bezahlen (Apple Pay, Google Pay), ein 24/7-Kundenservice sowie verschiedene Versicherungsleistungen.

Das Advanzia Festgeldkonto biete einfache, transparente und günstige Konditionen sowie einen wettbewerbsfähigen Zinssatz. Zusätzlich biete die Bank über 240 Unternehmen, Verbänden und Institutionen Co-Branded-Kreditkarten an. Hier liefere Advanzia fullservice Visa- und Mastercard-Kreditkartenlösungen für Banken und andere Finanzinstitute an, die die Lizenzierung des Systems, die Kartenausgabe, die Abwicklung, die Abrechnung und den Kundenservice umfasse.

Die Basis für dieses Geschäftsmodell bilde ein schlanker organisatorischer Aufbau mit 198 Mitarbeitern und ein vollständig digitales Vertriebsmodell. Der schnelle und hocheffiziente Online-Beantragungsprozess erfordere lediglich zwölf Informationsfelder. Dennoch sei Advanzia in der Lage, mit Hilfe moderner digitaler Analysemethoden zur Unterstützung der dynamischen Kreditlimitvergabe während des gesamten Kundenlebenszyklus die Kreditausfallquote mit 4,0% nach Meinung der KFM Deutsche Mittelstand AG - unter Betrachtung ihrer Wachstumsraten - auf einem guten Niveau zu halten. Ca. 80% aller eingehenden Anfragen würden mittlerweile über mobile Geräte erfolgen. Dieser Fokus auf Digitalisierung und Simplizität gewährleiste nach Erachten der KFM Deutsche Mittelstand AG eine hohe Skalierbarkeit dieses Geschäftsmodells.

Diese Skalierbarkeit habe die Bank bereits in den letzten Jahren unter Beweis stellen können. So habe die Anzahl der aktiven nicht-säumigen Kreditkartenkunden seit 2013 um jährlich 17,3% auf mittlerweile 1,2 Mio. Kunden gesteigert werden können. Im Jahr 2020 seien mit diesen Karten Gesamtumsätze in Höhe von 3,5 Mrd. Euro generiert worden. Der Haupteinkommenstreiber von Advanzia, der Bruttokreditbestand, sei im Jahr 2020 auf 1,88 Mrd. Euro gestiegen, was im Vergleich zum Vorjahr trotz Auswirkungen der Corona-Pandemie einer Steigerung um 9,1% entspreche; 1,60 Mrd. Euro würden hiervon auf den Kernmarkt Deutschland entfallen.

Zinserträge, die eng mit dem Kreditbestand korrelieren würden, hätten in den vergangenen Jahren ebenfalls stark gesteigert werden können. Im Geschäftsjahr 2020 habe der Netto Zinsertrag, die Differenz aus Zinserträgen und Zinskosten, 276,7 Mio. Euro betragen, nach 248,6 Mio. Euro im Vorjahr. Zudem hätten Netto-Provisionen und sonstige Erträge in Höhe von 20,1 Mio. Euro generiert werden können. Nach betrieblichen Aufwendungen (102,3 Mio. Euro) und Kreditausfallkosten (70,7 Mio. Euro) ergebe sich für das Jahr 2020 ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 123,7 Mio. Euro nach 89,2 Mio. Euro im Vorjahr.

Advanzia befinde sich mit ihrem Geschäftsmodel in einem wachsenden Markt: Seien 2014 erst 16,7% aller Kassentransaktionen in Deutschland bargeldlos abgewickelt worden, so sei diese Zahl 2019 bereits auf 42,1% gewachsen; hiervon würden 29% auf Kreditkarten entfallen. Deutschland weise zwar historisch eine niedrige Kreditkartennutzung auf, ihr Anteil wachse aber kontinuierlich zu Lasten anderer Alternativen. Dieser Trend werde durch die Covid-19-Pandemie weiter beschleunigt. Um an diesem Wachstum zu partizipieren, sei Advanzia nach Meinung der KFM Deutsche Mittelstand AG sehr gut aufgestellt.

Trotz der Covid-19-Pandemie habe sich die Kreditqualität des deutschen Portfolios der Advanzia Bank weiter verbessert, wobei das Volumen neuer Ausfälle stetig zurückgegangen sei. Neben dem Bruttokreditbestand von 1,88 Mrd. Euro habe das Einlagenguthaben bei 2,07 Mrd. Euro gelegen, was einem Wachstum von 2,9% gegenüber 2019 entspreche. Die Bank sei durch die Anlagekonten solide finanziert, gut kapitalisiert und verfüge über ausreichend Liquidität (907 Mio. Euro), suche aber mit Hilfe der Anleiheemission auch bedingt durch die EU-Vorschriften Basel 3 nach einer Diversifizierung ihrer Finanzierung.

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Das Unternehmen verstoße nicht gegen die von der KFM Deutsche Mittelstand AG definierten Ausschlusskriterien. Die Anleihe sei für die von der KFM Deutsche Mittelstand AG initiierten Fonds investierbar.

Die nachrangige und unbesicherte Anleihe der Advanzia Bank S.A. sei variabel mit dem 3-Monats-Euribor plus 5,25% p.a. verzinst. Notiere der 3-Monats-Euribor wie aktuell negativ, so werde dieser mit 0,00% angesetzt. Das bedeute auf aktueller Basis einen Zinskupon von 5,25% p.a. Im Rahmen der Emission seien 30 Mio. Euro mit einer Stückelung von 100.000 Euro platziert worden. Die Zinszahlungs- und Zinsanpassungstermine seien vierteljährlich am 24.03., 24.07., 24.09. und 24.12. Die Laufzeit der Anleihe beginne am 24.03.2021 und sie sei endfällig am 24.03.2031.

Es bestehe eine vorzeitige Kündigungsmöglichkeit zu 100% des Nennbetrags seitens der Emittentin entweder zum 24.03.2026 oder an jedem darauf folgenden Zinszahlungszahlungstag. Es bestünden keine vertraglichen Vereinbarungen, den Rang der Forderungen im Falle einer Insolvenz zu erhöhen. Die Emittentin verpflichte sich zu umfassender Transparenz gegenüber der Nordic Bond Trustee, welcher als Anleihetreuhänder fungiere. Die Anleihe unterliege dem norwegischem Recht und notiere an der Nordic ABM und im Open Market Segment der Börse Frankfurt.

Zusammenfassend laute die Einschätzung der KFM Deutsche Mittelstand AG wie folgt: Mit ihrem schlanken und digital geprägten Geschäftsmodell habe die Advanzia Bank in den letzten Jahren ein hohes und profitables Wachstum generieren können. Das Geschäftsmodell von Advanzia zeige sich trotz der Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie weiterhin sehr robust.

Im Gegenteil sollte die Bank von dem hierdurch verstärkten Trend zum bargeldlosen Bezahlen profitieren und weiteres Wachstum generieren können, was sich durch die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells, auch in andere Regionen, positiv auf die Erträge auswirken sollte. In Verbindung mit der Rendite von 5,39% p.a. (auf Basis des Kurses von 99,75% an der Börse Frankfurt am 06.04.2021 bei Berechnung bis zum Ende der Laufzeit am 24.03.2031) bewerten wir die Anleihe der Advanzia Bank S.A. mit Laufzeit bis 2031 als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen), so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (07.04.2021/alc/n/a)