KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 6,00%-DEAG-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet - Anleihenews


07.05.20 12:00
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu der 6,00%-Anleihe der DEAG Deutsche Entertainment AG kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe nun als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen) zu bewerten.

Die 1978 gegründete und seit 1998 börsennotierte DEAG Deutsche Entertainment AG mit Sitz in Berlin sei ein führender Entertainment-Dienstleister und Anbieter von Live-Entertainment in Europa. Mit Konzerngesellschaften sei DEAG in den Kernmärkten Deutschland, Schweiz und Großbritannien an sieben Standorten mit 45 Promotern und mehr als 260 Mitarbeitern präsent. DEAG produziere und veranstalte ein breites Spektrum von Live-Events und Konzerten in den Kernbereichen Rock/Pop, Klassik & Jazz, Family Entertainment sowie Arts+Exibitions.

Pro Jahr führe DEAG bisher mehr als 4.000 Konzerte und Live-Events mit über 800 Künstlern durch und habe dabei zuletzt über fünf Millionen Tickets umgesetzt; davon ein beständig wachsender Anteil über die eigene Ticket-Plattform "MyTicket". Die DEAG habe sich in ihrer 40-jährigen Firmengeschichte als bedeutender international tätiger Live-Entertainment-Dienstleister im Markt erfolgreich etabliert.

Im Geschäftsjahr 2019 habe die DEAG einen Konzernumsatz von 185,2 Mio. Euro (Vj. 200,2 Mio. Euro) erzielt. Zurückzuführen sei dieser Rückgang in erster Linie auf die entfallenen Umsätze aus der Entkonsolidierung der einstigen britischen Tochterfirma Raymond Gubbay Ltd. (RGL) (6,5 Mio. Euro) sowie die erheblich reduzierte Anzahl von Ed-Sheeran-Konzerten (ca. 22 Mio. Euro). Die zwischen Juni und Dezember 2019 getätigten fünf Akquisitionen seien im Umsatz nur zeitanteilig enthalten. Unter Berücksichtigung der ganzjährigen Umsätze ergäbe sich ein Konzernumsatz in Höhe von ca. 198 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) habe im Jahr 2019 14,1 Mio. Euro nach 14,6 Mio. Euro im Vorjahr erreicht.

Positiv hervorzuheben sei, dass die EBIT-Marge trotz erhöhter Personalaufwendungen (durchschnittliche Mitarbeiterzahl 263 vs. zuvor 200) in Folge der Akquisitionen sowie des im Vorjahr enthaltenen außerordentlichen Ertrags durch den RGL-Verkauf (5,3 Mio. Euro) von 7,3% auf 7,6% gestiegen sei. Der Jahresüberschuss liege mit 0,6 Mio. Euro deutlich unter Vorjahr (6,6 Mio. Euro). Gründe hierfür seien neben dem geringeren operativen Ergebnis sowohl erhöhte Zinsaufwendungen durch die aufgestockte Anleihe, ein gestiegener Steueraufwand sowie gestiegene Abschreibungen auf vor allem Leasing-Nutzungsrechte aus der Veränderung des Konsolidierungskreises.

Die Eigenkapitalquote habe zum 31.12.2019 auf 13,6% nach 11,2% zum 31.12.2018 verbessert werden können. Hauptgrund hierfür sei die Wandlung der Wandel-Schuldverschreibung im Juni 2019 gewesen. Zusätzlich verfüge die DEAG über stille Reserven (Grundstücke rund um die Jahrhunderthalle in Frankfurt), die eine weitere Verbesserung der Eigenkapitalquote ermöglichen könnten.

Mit den Neuakquisitionen in Q3 und Q4 2019 habe die DEAG Deutsche Entertainment AG ihr Portfolio breiter diversifizieren können; so sei mit der I-Motions GmbH Events & Communication ein national etablierter Veranstalter von Elektro-Musik-Events mit ins Portfolio aufgenommen worden. Durch die Beteiligung an der Live Music Produktion SA und Live Music Entertainment SA werde der Fokus nun auch auf den französisch-sprachigen Teil der Schweiz gelegt und somit der ganze Schweizer Markt bedient. Mit dem britischen Ticketing-Anbieter Gigantic Holdings Limited könnten durch die Partnerschaft mit MyTicket in Zukunft hohe Synergieeffekte gehoben werden. Die getätigten Akquisitionen würden das Portfolio der DEAG sinnvoll ergänzen und könnten mittelfristig zu weiterem Wachstum beitragen.

Kurzfristig bestimme aber die Corona-Pandemie die Geschäftsentwicklung des Konzerns. Durch das in den Kernländern erlassene Verbot von Großveranstaltungen bis mindestens ins dritte Quartal 2020 hinein sei es für die DEAG aktuell nicht möglich, Veranstaltungen durchzuführen. Ein Ausblick für das laufende Jahr sei daher aktuell nicht möglich. Allerdings bestehe für Absagen von "hoher Hand", wie es die Covid-19 Pandemie sei, der derzeitigen und auch im Vorverkauf befindlichen Veranstaltungen ein vollumfänglicher Versicherungsschutz bei einem der größten Versicherungskonzerne weltweit.

Aus der Pflicht zur Schadensminderung und im Sinne des Faninteresses befinde sich die DEAG im Dialog mit Künstlern und Partnern über die zeitliche Verlegung von Veranstaltungen. Aktuell hätten bereits über 600 Veranstaltungen in die kommenden Quartale verlegt werden können. Dies führe zu zeitlichen Verschiebungen von Umsatz und Ergebnis in den kommenden Quartalen. Zudem bestehe die Möglichkeit, durch eine höhere Veranstaltungsdichte nach der Krise die derzeit entstehenden Einbußen in Teilen wieder aufholen zu können.

Obwohl die DEAG per 31.12.2019 über 46,3 Mio. Euro liquide Mittel verfügt habe, habe das Management Maßnahmen ergriffen, um die Kostenbasis zu senken und die Liquidität zu schützen. So sei unter anderem Kurzarbeit angemeldet und mit den Hausbanken über eine Erhöhung und Flexibilisierung von Rahmenlinien verhandelt worden. Ebenso würden Maßnahmen getroffen, um Zugang zu staatlichen Unterstützungsprogrammen wie zum Beispiel KfW-Darlehen zu erhalten.

Die im Oktober 2018 emittierte Unternehmensanleihe der DEAG Deutsche Entertainment AG mit einer Laufzeit von fünf Jahren (Laufzeit 31.10.2018 bis 31.10.2023) sei mit einem Zinskupon in Höhe von 6,00% p.a. (Zinstermin jährlich am 31.10.) ausgestattet. Im Rahmen der überzeichneten Emission seien 20 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro platziert worden. Der Erlös aus der Anleihe diene zur Finanzierung des Wachstums der DEAG in den Kernmärkten bei gleichzeitiger Optimierung der Finanzierungsstruktur.

Die Anleihe sei nach Wahl der Emittentin ab 31.10.2021 zu 102% und ab 31.10.2022 zu 101% des Nennbetrages vorzeitig kündbar. Die Anleihegläubiger seien durch unwiderrufliche Garantien von Tochtergesellschaften der Emittentin abgesichert. Die Ausschüttung werde während der Laufzeit der Anleihe auf 25% des Jahresergebnisses begrenzt. Darüber hinaus sei die Anleihe mit einer Negativerklärung und einer Verschuldungsbegrenzung ausgestattet. Der Zinssatz der Anleihe erhöhe sich um 0,5 Prozentpunkte, sofern die Emittentin eine definierte Mindesteigenkapitalquote nicht erreiche.

Das Geschäftsmodell der DEAG sei für die Zukunft mit den breit diversifizierten Geschäftsfeldern und mit Fokus auf die margenreichen Geschäftsfelder auf Umsatz- und Ertragswachstum mittelfristig gut aufgestellt. Kurzfristig sorge eine solide Liquiditätsbasis und vorausschauendes Handeln für Sicherheit. Das Unternehmen zeichne sich durch ein exzellentes Risikomanagement aus, bei dem auch mögliche Extrem-Risiken einkalkuliert und mit geeigneten Vorsorgeinstrumenten abgesichert würden. Die Anleihegläubiger würden durch anlegerfreundliche Anleihebedingungen und durch Garantien abgesichert. In Verbindung mit der Rendite von 17,83% p.a. (auf Kursbasis von 71,00% am 06.05.2020) wird die 6,00%-DEAG-Anleihe nun als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen) bewertet, so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (07.05.2020/alc/n/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
82,40 € 84,00 € -1,60 € -1,90% 26.05./18:15
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A2NBF25 A2NBF2 107,97 € 46,60 €