KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 5,50%-PORR-Hybrid-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet


04.12.18 10:00
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen Mittelstandsanleihen-Barometer zu der 5,50%-PORR-Hybrid-Anleihe 2017 (ISIN XS1555774014 / WKN A19CTJ) kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe als weiterhin "durchschnittlich attraktiv" (3 von 5 möglichen Sternen) einzuschätzen.

Die PORR-Gruppe sei eines der führenden Bauunternehmen in Europa mit Sitz in Wien. Die Gruppe beschäftige knapp 18.000 Mitarbeiter und erbringe eine Produktionsleistung von rund 4,7 Mrd. Euro (Geschäftsjahr 2017). Das Leistungsspektrum der PORR-Gruppe umfasse vom Wohnbau bis hin zu komplexen Infrastrukturprojekten alle Bereiche der Bauwirtschaft. Der Fokus der Gruppe liege auf den Heimmärkten: Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien, in denen rund 95% der Produktionsleistung erbracht würden. Zudem expandiere die PORR-Gruppe in internationale Märkte sowohl in Europa als auch im Nahen Osten (Katar), insbesondere im Rahmen von Infrastrukturprojekten.

Die PORR-Gruppe weise zum 30.09.2018 mit 6,83 Mrd. Euro einen der höchsten Auftragsbestände der Firmengeschichte aus. Dies entspreche einem Anstieg um 17,7% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (5,8 Mrd. Euro). Neben der positiven Auftragsentwicklung habe auch die Produktionsleistung für die ersten neun Monate des Jahres 2018 auf rund 4,1 Mrd. Euro gesteigert werden können (Vorjahresperiode: 3,3 Mrd. Euro). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) habe mit 31,2 Mio. Euro leicht über dem Wert der Vorperiode von 28,4 Mio. Euro gelegen.

Durch die Steigerung der Produktionsleistung hätten die Kostensteigerungen für Baumaterialien (Beton: 20%) und Löhnen mehr oder weniger kompensiert werden können. In Polen sei PORR mit eigenem Personal relativ gut aufgestellt. Subunternehmer würden sich gerne für PORR wegen dessen guten Rufs entscheiden, sodass insofern keine Kapazitätsengpässe bei den ehrgeizigen Plänen in naher Zukunft entstehen sollten.

Die Eigenkapitalquote habe sich im bisherigen Geschäftsjahr 2018 vorübergehend auf 17,8% (Vorperiode: 20,7%) wegen der starken Investitionen für die derzeitigen Baumaßnahmen verringert (die Bilanzsumme sei im gleichen Zeitraum von 2,90 Mrd. Euro auf 3,25 Mrd. Euro gestiegen). Die Eigenkapitalquote bewege sich hiermit noch weitgehend im vom Unternehmen definierten Zielbereich von ca. 20,0%. Im Februar 2017 habe die PORR-Gruppe mit der Neuemission der 5,50%-Hybrid-Anleihe zusätzliches Kapital in Höhe von 125,0 Mio. Euro einwerben können.

Der operative Cash Flow sei zwar weiterhin negativ in Folge, habe sich aber gegenüber der Vorperiode von -371 Mio. Euro auf -189 Mio. Euro verbessert. Dies sei den enormen Vorleistungen für die großen Bauprojekte geschuldet, z.B. für die Erweiterung des Brenner Basistunnels (ca. 18 km). Hier allein betrage die Vertragssumme rund 530 Mio. Euro bei einer Bauzeit bis 2024. Im Vergleich zum Vorjahresstichtag habe sich somit auch die Nettoverschuldung auf 460 Mio. Euro (Vorperiode: -147 Mio. Euro) erhöht.

In der Berichtsperiode Q3 2018 seien nur geringe Zukäufe getätigt worden. Im Fokus stehe die Integration der Zukäufe der letzten Jahre. Dies zeige sich auch an dem Anstieg der Erträge aus den Joint Venture Vereinbarungen (ARGE etc.) von 2,0 Mio. Euro auf 7,4 Mio. Euro.

Die im Februar 2017 emittierte Hybridanleihe der PORR AG sei mit einem Zinskupon von 5,50% p.a. (Zinstermin jährlich 06.02.) ausgestattet und habe eine unbefristete Laufzeit. Im Rahmen der Anleiheemission seien insgesamt 125 Mio. Euro platziert worden. Erster Rückzahlungstermin sei der 06.02.2022 zu einem Rückzahlungskurs von 100,0% des Nennwertes. Ab dem 06.02.2022 sei die Anleihe variabel verzinst (5-Jahres ISDAFIX2 Swapsatz zzgl. Zinsaufschlag von 10,312% p.a.).

Aufgrund der deutlich steigenden Verzinsung ab dem Jahr 2022 sei bei planstabiler Entwicklung von einer vorzeitigen Kündigung der Anleihe zum erstmöglichen Termin auszugehen. Die Hybridanleihe sei aufgrund definierter Bedingungen für die Zinszahlungen, deren Eintritt von der PORR AG bewirkt bzw. verhindert werden könnten, als Eigenkapital-Instrument einzustufen. Die Anleihe sei nachrangig gegenüber allen anderen bestehenden und zukünftigen nicht nachrangigen Verbindlichkeiten der Emittentin.

Aufgrund der Profitabilität der PORR-Gruppe in den vergangenen Jahren, der mittelfristigen Eigenkapitalquote von ca. 20% sowie dem signifikanten Wachstum, der stabilen Ergebnisentwicklung in den Jahren 2017 und 2018 in Verbindung mit der Rendite der Hybridanleihe von 5,76% p.a. (auf Kursbasis 99,25% am 03.12.2018 bei Berechnung bis zum ersten Rückzahlungstermin am 06.02.2022) bewerten wir die 5,50%-PORR-Hybridanleihe weiterhin als "durchschnittlich attraktiv" (3 von 5 möglichen Sternen), so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (04.12.2018/alc/n/a)