KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 5,50%-PORR-Hybrid-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet


09.05.18 11:30
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen Mittelstandsanleihen-Barometer zu der 5,50%-PORR-Hybrid-Anleihe 2017 (ISIN XS1555774014 / WKN A19CTJ) kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe als weiterhin "durchschnittlich attraktiv" (3 von 5 möglichen Sternen) einzuschätzen.

Die PORR-Gruppe sei eines der führenden Bauunternehmen in Europa mit Sitz in Wien. Die Gruppe beschäftige knapp 18.000 Mitarbeiter (31.12.2017) und erbringe eine Produktionsleistung von rund 4,8 Mrd. Euro (Geschäftsjahr 2017). Das Leistungsspektrum der PORR-Gruppe umfasse vom Wohnbau bis hin zu komplexen Infrastrukturprojekten alle Bereiche der Bauwirtschaft. Der Fokus der Gruppe liege auf den Heimmärkten: Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien, in denen rund 87% der Produktionsleistung erbracht würden. Zudem expandiere die PORR-Gruppe in internationale Märkte sowohl in Europa als auch im Nahen Osten, insbesondere im Rahmen von Infrastrukturprojekten.

Die PORR-Gruppe weise zum 31.12.2017 einen Auftragsbestand von knapp 6,4 Mrd. Euro aus. Dies entspreche einem Anstieg um 32,5% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (4,8 Mrd. Euro). Neben der positiven Auftragsentwicklung habe auch die Produktionsleistung auf rund 4,8 Mrd. Euro gesteigert werden können (Vj.: 3,9 Mrd. Euro). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) habe mit 85,3 Mio. Euro leicht unter dem Rekord-Vorjahr mit 91,1 Mio. Euro gelegen. Nach Unternehmensangaben sei diese gegenläufige Ergebnisentwicklung auf den raschen Marktausbau in Deutschland und Katar und signifikante Investitionen zurückzuführen.

Die Eigenkapitalquote habe im Geschäftsjahr 2017 auf 20,7% gesteigert werden können (Vj.: 18,7%). Die Eigenkapitalquote bewege sich hiermit weitgehend im vom Unternehmen definierten Zielbereich von 20,0%. Im Februar 2017 habe die PORR-Gruppe mit der Neuemission der 5,50%-Hybrid-Anleihe zusätzliches Kapital in Höhe von 125,0 Mio. Euro einwerben können. Das Eigenkapital habe sich dadurch auf 597,0 Mio. Euro erhöht, wodurch die Eigenkapitalquote auf 20,7% angestiegen sei und damit den definierten Zielbereich überschreite. Im Vergleich zum Vorjahresstichtag sei die Nettoverschuldung aufgrund von Akquisitionen auf 147,4 Mio. Euro erhöht worden (Vj.: -53,3 Mio. Euro).

Mit der im Jahr 2010 begonnenen Übernahme der Mehrheit an der PORR-Gruppe durch das Strauss-Ortner-Syndikat sei das Unternehmen reorganisiert und auf das Kerngeschäft fokussiert worden. Hierdurch hätten ab dem Jahr 2012 wieder steigende Umsatzerlöse und Erträge generiert werden können. Der Wachstumskurs der letzten Jahre sei durch die Übernahme kleiner bis mittelgroßer Bauunternehmen zusätzlich unterstützt worden. Im Jahr 2017 seien zum Ausbau der flächendeckenden Präsenz in Deutschland drei weitere mittelständische Firmen aus den Fachbereichen Spezialbau und Verkehrsinfrastruktur erworben worden. In Österreich habe PORR mit der Salzburger Hinteregger Gruppe einen Spezialisten für Tiefbau sowie Kraftwerks- und Untertagebau übernommen. Die Zukäufe sollten die Position der PORR-Gruppe in den absatz- und margenstabilen Heimatmärkten weiter festigen.

Die im Februar 2017 emittierte Hybridanleihe der PORR AG sei mit einem Zinskupon von 5,50% p.a. (Zinstermin jährlich 06.02.) ausgestattet und habe eine unbefristete Laufzeit. Im Rahmen der Anleiheemission seien insgesamt 125 Mio. Euro platziert worden. Erster Rückzahlungstermin sei der 06.02.2022 zu einem Rückzahlungskurs von 100,0% des Nennwertes. Ab dem 06.02.2022 sei die Anleihe variabel verzinst (5-Jahres ISDAFIX2 Swapsatz zzgl. Zinsaufschlag von 10,312% p.a.). Aufgrund der deutlich steigenden Verzinsung ab dem Jahr 2022 sei bei planstabiler Entwicklung von einer vorzeitigen Kündigung der Anleihe zum erstmöglichen Termin auszugehen. Die Hybridanleihe sei aufgrund definierter Bedingungen für die Zinszahlungen, deren Eintritt von der PORR AG bewirkt bzw. verhindert werden könnten, als Eigenkapital-Instrument einzustufen. Die Anleihe sei nachrangig gegenüber allen anderen bestehenden und zukünftigen nicht nachrangigen Verbindlichkeiten der Emittentin.

Aufgrund der Profitabilität der PORR-Gruppe in den vergangenen Jahren, der aktuellen Eigenkapitalquote von 20,7% sowie dem signifikanten Wachstum, aber der rückläufigen Ergebnisentwicklung im Jahr 2017 und der unterdurchschnittlichen Rendite der Hybridanleihe von 4,46% p.a. (auf Kursbasis 103,50% am 08.05.2018 bei Berechnung bis zum ersten Rückzahlungstermin am 06.02.2022) bewerten wir die 5,50%-PORR-Hybridanleihe weiterhin als "durchschnittlich attraktiv" (3 von 5 möglichen Sternen), so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (09.05.2018/alc/n/a)