KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 4,50%-Hörmann-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet - Anleihenews


12.05.20 13:00
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zur 4,50%-Anleihe (ISIN NO0010851728 / WKN A2TSCH) der Hörmann Industries GmbH kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe weiterhin als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen) einzustufen.

Die Aktivitäten der Hörmann Industries mit ihren vier Geschäftsbereichen würden das Industrie-Geschäft der 1955 gegründeten Hörmann-Gruppe bündeln.

Im größten Segment "Automotive" agiere Hörmann als führender Zulieferer von metallischen Komponenten und Systemen für die Nutzfahrzeug-, Bau- und Landmaschinenindustrie. Dazu würden beispielsweise Chassisteile wie Rahmenlängsträger für schwere Lkw oder Komplettsysteme gehören, die Just-in-Sequence an fast alle bedeutenden Fahrzeughersteller (OEMs) geliefert würden. Im Segment "Automotive" würden derzeit 61% (Vj. 68%) des Konzernumsatzes erwirtschaftet. Der Rückgang sei zugunsten der anderen Bereiche erfolgt, insbesondere dem Segment "Communications", das im Wesentlichen durch die Mehrheitsbeteiligung an Funkwerk AG (seit 2016) mit einem Umsatzanteil von nun 17% repräsentiert werde.

Die Funkwerk AG beschäftige sich von Hause aus mit Sprach- und Datenkommunikation über analoge und digitale Mobilfunknetze (LTE, GSM-R) sowie Sirenentechnik für Züge auf der Schiene. Der neue Mobilfunkstandard 5G werde die Anwendungen voraussichtlich noch attraktiver machen. Ebenso wachse der Bereich der Videokameras zur Überwachung von Plätzen und Gebäuden (z.B. Botschaften, Justizvollzugsanstalten etc.) der Funkwerk Gruppe stark. Ohnehin sei Hörmann bestrebt, die ganze Wertschöpfungskette von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur Logistik und zum Service abzudecken.

Im Bereich Automotive bestehe historisch eine enge Geschäftsbeziehung zum Kunden MAN, von dem in der Vergangenheit einzelne Produktionswerke übernommen worden seien. Im dritten Segment "Engineering" seien die Aktivitäten der Generalplanung von Ingenieurleistungen in der Baubranche gebündelt. Im Jahr 2017 habe der mittelständische Mischkonzern sein Geschäftsmodell um den neuen Bereich "Services" erweitert, in dem alle in der Gruppe vorhandenen Dienstleistungsaktivitäten gebündelt seien.

Im Geschäftsjahr 2019 habe die Hörmann-Gruppe einen Konzernumsatz von 622,2 Mio. Euro nach 624,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum erzielt. Somit habe der Umsatz trotz der zum 1. April 2019 erfolgten Entkonsolidierung der Hörmann Automotive Penzberg GmbH das Nievau des Vorjahrs erreichen können. Die gute Umsatzentwicklung der Geschäftsbereiche Communications (+12,3 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr), Engineering (+21,3 Mio. Euro) und Services (+8,7 Mio. Euro) habe den Umsatzrückgang von 44,4 Mio. Euro des Bereichs Automotive, resultierend aus der zum 1. April 2019 erfolgten Entkonsolidierung sowie des ab Herbst 2019 eingetretenen Rückgangs der Auftragslage der europäischen Lkw-Hersteller, nahezu egalisieren können. Dieses Ergebnis bestätige die Strategie der Gesellschaft, mit dem Wiederaufbau des Geschäftsbereiches Services und der weiteren Stärkung des Engineering- und Communications-Bereiches die Hörmann Industries auf vier ertragsstarke Säulen mit hoher Zukunftsfähigkeit und hoher Stabilität gegen konjunkturelle Schwankungen auszurichten.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sei im Jahr 2019 leicht auf 23,7 Mio. Euro nach 25,1 Mio. Euro in der Vorjahresperiode gesunken. Dies entspreche einer EBIT-Marge von 3,8% gegenüber dem Vorjahr mit 4%. Dieses leicht rückläufige Ergebnis sei ebenfalls der Entkonsolidierung der Hörmann Automotive Penzberg GmbH geschuldet, da durch die im ersten Halbjahr 2019 sehr hohe Produktionsauslastung in Verbindung mit der Werks- und Produktionsverlagerung von Penzberg nach Bánovce/Slowakei Kosten verursacht worden seien.

Auf Konzernebene erwarte die Hörmann Industries für das Geschäftsjahr 2020 einen Gesamtumsatz von etwa 480 bis 520 Mio. Euro und damit einen Rückgang zwischen 16% und 23%, was in erster Linie auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen sei. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) solle weiterhin positiv sein, jedoch voraussichtlich deutlich unter dem Vorjahr liegen. Mittelfristig halte die Hörmann Industries weiterhin an dem Ziel fest, im Konzern ein Umsatzwachstum auf rd. 750 Mio. Euro bei einer nachhaltigen EBIT-Marge von 5% p.a. zu realisieren. Per 31.12.2019 weise Hörmann Industries eine solide Eigenkapitalquote von 38,8% (Vorjahr: 38,3%) aus.

Das Guthaben bei Kreditinstituten übersteige mit 64,6 Mio. Euro die Anleihemittel von 50,0 Mio. Euro. Mangels anderer nennenswerter Bankverbindlichkeiten sei die Gesellschaft damit unter dem Strich schuldenfrei. Hörmann sei somit finanziell solide aufgestellt und in der Lage, den Umsatz und Gewinnrückgang, die mit der Covid-19 Pandemie einhergehen würden, abzufedern. Den momentanen Stillstand der Automobilbranche nutze Hörmann zudem, um die Verlagerung der Produktion von Penzberg nach Bánovce (Slowakei) schneller voranzubringen und bis Mitte des Jahres abzuschließen. In Zukunft sei hierdurch eine deutliche Steigerung der Ertragskraft des Geschäftsbereichs Automotive zu erwarten.

Die im Juni 2019 emittierte nicht nachrangige und unbesicherte Mittelstandsanleihe der Hörmann Industries GmbH sei mit einem Zinskupon von 4,50% p.a. (Zinstermin jährlich am 06.06.) ausgestattet und habe eine Laufzeit bis zum 06.06.2024. Im Rahmen der Emission seien 50 Mio. Euro mit einer Stückelung von 1.000 Euro ausgegeben worden. Die Mittel der Anleihe seien in Höhe von 30 Mio. Euro zur vorzeitigen Rückzahlung der 4,50%-Anleihe (ISIN DE000A2AAZG8 / WKN A2AAZG) mit Laufzeit bis 2021 sowie für die allgemeine Finanzierung des Unternehmens einschließlich der Modernisierung und Automatisierung der bestehenden Produktionsanlagen im Geschäftsbereich Automotive und der Weiterentwicklung der anderen Geschäftsbereiche durch gezielte Akquisitionen genutzt worden.

In den Anleihebedingungen seien vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeiten der Emittentin ab dem 06.12.2021 zu 102,25%, ab 06.06.2022 zu 101,58%, ab 06.12.2022 zu 100,90%, ab 06.06.2023 zu 100,23% und ab 06.12.2023 zu 100% des Nennwertes vorgesehen. In den Anleihebedingungen seien außerdem eine Transparenzverpflichtung (quartalsweise Berichterstattung) sowie eine Begrenzung der Aufnahme neuer Verschuldung festgeschrieben. Neben einer Ausschüttungsbeschränkung sei in den Anleihebedingungen zudem eine weit gefasste Negativerklärung verankert.

Durch die in den vergangenen Jahren getätigten Übernahmen sei Hörmann Industries als langfristig ertragreiches und diversifiziertes Industrieunternehmen positioniert. Aufgrund der hohen Solidität des Unternehmens, der guten betriebswirtschaftlichen Entwicklung sowie des positiven Ausblicks in Verbindung mit der Rendite 4,47% p.a. (auf Kursbasis 100,10% am 11.05.2020) bewerten wir die Hörmann-Anleihe weiterhin als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen), so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (12.05.2020/alc/n/a)





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