Joh. F. Behrens AG arbeitet an Anleihe-Refinanzierung - Steigt der Bund ein? Anleihenews


07.09.20 09:00
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - Gelingt die Anleihe-Refinanzierung? Die Joh. Friedrich Behrens AG arbeitet derzeit auf Hochtouren an der Refinanzierung ihrer am 11. November 2020 endfälligen Anleihe 2015/20 (ISIN DE0005198907 / WKN 519890) mit einem Restvolumen von rund 16,2 Mio. Euro, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

In diesem Zusammenhang gebe es laut Unternehmensangaben fortgeschrittene positive Verhandlungen für mehrere Finanzierungsbausteine. Sollte die Refinanzierung nicht gelingen, drohe der Behrens AG aufgrund der signifikanten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie die Insolvenz, wie das Unternehmen in einer Adhoc-Meldung mitteile.

Neue Anleihe im vierten Quartal

Zum einen plane die Behrens AG die Emission einer neuen Unternehmensanleihe, die einen Umtausch mit Barausgleich für die bisherigen Anleihegläubiger der Anleihe 2015/20 beinhalten und im vierten Quartal 2020 platziert werden solle. Zum anderen lägen der Gesellschaft als weiterer Finanzierungsbaustein Termsheets von zwei verschiedenen Debt Fonds für entsprechende Brückenfinanzierungen vor, die ergänzend zur Ausfinanzierung eingesetzt werden könnten.

Stille Beteiligung des Bundes

Aufgrund der drastischen Auswirkungen der Coronakrise auf die Geschäftsentwicklung der Behrens-Gruppe habe das Unternehmen nach eigenen Angaben Anfang Juli 2020 proaktiv beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) einen Antrag auf Garantieunterlegung einer neuen Anleihe bzw. stille Beteiligung aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes gestellt.

Die Gespräche und Rückmeldungen hierzu seien Unternehmensangaben zu Folge positiv, sodass die Behrens AG zuversichtlich sei, eine stille Beteiligung des Bundes in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags zu erhalten. Die finale Bewilligung des Antrags stehe jedoch noch aus.

Joh F. Behrens-Anleihen

ANLEIHE CHECK: Die im Jahr 2015 platzierte Behrens-Anleihe 2015/20, die mit einem Zinskupon von 7,75% p.a. ausgestattet sei und im November dieses Jahres zurückgezahlt werden müsse, habe ein ausstehendes Volumen von 16,2 Mio. Euro.

ANLEIHE CHECK: Im vergangenen Jahr habe die Joh. Friedrich Behrens AG eine weitere Anleihe 2019/24 mit einem platzierten Gesamtvolumen von insgesamt 23,2 Mio. Euro begeben. Die Anleihe werde jährlich mit 6,25% verzinst.

Halbjahreszahlen 2020

Die Behrens AG weise im ersten Halbjahr 2020 insgesamt einen Umsatzrückgang um 11,6% auf 54,4 Mio. Euro (Vj. 61,5 Mio. Euro) aus. Ursächlich sei hier das zweite Quartal gewesen, das - wie im gesamten wirtschaftlichen Umfeld - in hohem Maße von der Corona-Krise in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Im ersten Quartal habe hingegen noch ein leichtes Umsatzwachstum um 0,1% und eine insgesamt zufriedenstellende Entwicklung verzeichnet werden können.

Aufgrund der signifikanten Auswirkungen der Corona-Krise habe sich das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (ohne Erträge aus Joint Ventures) um knapp 0,9 Mio. Euro auf 0,3 Mio. Euro (Vj. 1,2 Mio. Euro) verringert. Hier habe sich der deutliche Umsatzrückgang im zweiten Quartal 2020 ausgewirkt, der trotz signifikanter Kosteneinsparungen bei Personal und Sachkosten zu einem negativen Betriebsergebnis von -0,7 Mio. EUR geführt habe. Das EBIT der Behrens-Gruppe belaufe sich nach den ersten sechs Monaten 2020 auf 0,8 Mio. Euro, entsprechend einem Minus von 51,6% (Vj. 1,7 Mio. Euro). Die aktuelle EBIT-Marge betrage 1,5% der Gesamtleistung (Vj. 2,7%) und liege damit unter der ursprünglichen Vor-Corona-Planung des Vorstandes (2,0-4,0% für das Gesamtjahr 2020). Unter Berücksichtigung der Ertragssteuerbelastung weise der Konzern per 30.06.2020 einen Fehlbetrag von 1,2 Mio. Euro aus.

Hinweis: Weitere Informationen zum ersten Halbjahr 2020 finde man unter www.behrens.ag.

Ausblick: "Belastbare Prognosen kaum möglich"

Der Ausblick auf das Gesamtjahr 2020 sei nach wie vor signifikant durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Zwar hätten die Monate Juni und Juli nach dem Umsatzeinbruch bereits eine deutliche Erholung mit Trend zum Vorjahresniveau gezeigt und für das laufende dritte Quartal rechne die Behrens-Gruppe mit weiter steigenden Umsätzen, die im vierten Quartal die Ursprungsplanung vom November 2019 möglicherweise wieder erreichen würden. Dennoch werde die Behrens-Gruppe im Gesamtjahr 2020 die ursprüngliche Planung mit einem Umsatzwachstum zwischen 1,5% und 3,0% und einer EBIT-Marge zwischen 2,0% und 4,0% nicht mehr erreichen. Aktuell seien mit Blick auf den nicht einschätzbaren Verlauf der Corona-Pandemie belastbare Prognosen kaum möglich.

Den kompletten Beitrag finden Sie hier. (News vom 04.09.2020) (07.09.2020/alc/n/a)





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