Infineon: Umsatz geht im 1. Quartal um 7 Prozent zurück - Anleihenews


05.02.20 09:00
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Die Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004/ WKN 623100) gibt heute das Ergebnis für das am 31. Dezember 2019 abgelaufene erste Quartal des Geschäftsjahres 2020 bekannt. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung der Infineon Technologies AG:

"Unser gut diversifiziertes Geschäft präsentiert sich zu Jahresbeginn robust. Unter schwierigen Bedingungen ist der Umsatz wie erwartet zurückgegangen. Unsere Kostensenkungsmaßnahmen beginnen zu greifen. Dank ihnen sowie aufgrund mehrerer Sondereffekte fiel das Segmentergebnis etwas besser als erwartet aus", sagt Dr. Reinhard Ploss, Vorsitzender des Vorstands von Infineon. "Die Nachfrage nach der neuesten Generation unserer Siliziummikrofone entwickelt sich sehr dynamisch. In einzelnen Bereichen wie dem Server-Geschäft sehen wir Anzeichen der Besserung. In Summe rechnen wir weiterhin nicht vor der zweiten Hälfte unseres Geschäftsjahres mit einer breiten Erholung der Nachfrage. Unsere langfristigen Wachstumstreiber sind intakt und wir tragen entscheidend zur Mobilitäts- und Energiewende bei."

Seit dem Beginn des Geschäftsjahres 2020 wendet Infineon den Rechnungslegungsstandard IFRS 16 (Leasingverhältnisse) modifiziert retrospektiv an. Dadurch erfolgt keine Anpassung der Vorperioden an die neue Bilanzierungs- und Bewertungsmethode. Insgesamt ergaben sich keine wesentlichen Effekte aus der Erstanwendung.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM ERSTEN QUARTAL DES GESCHÄFTSJAHRES 2020

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 verringerte sich der Umsatz gegenüber dem Vorquartal um 7 Prozent auf 1.916 Millionen Euro nach zuvor 2.062 Millionen Euro. In den Segmenten Automotive (ATV), Industrial Power Control (IPC) und Power Management & Multimarket (PMM) lag der Rückgang in etwa auf der Höhe des Konzerndurchschnitts. Das Segment Digital Security Solutions (DSS) verzeichnete nur einen geringen Umsatzrückgang.

Die Bruttomarge stieg im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 37,0 Prozent nach 35,5 Prozent im Vorquartal. Darin enthalten waren Aufwendungen für akquisitionsbedingte Abschreibungen und sonstige im Wesentlichen mit der früheren Akquisition von International Rectifier in Zusammenhang stehende Aufwendungen in Höhe von 18 Millionen Euro. Die bereinigte Bruttomarge verbesserte sich im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 37,9 Prozent nach 36,3 Prozent im Vorquartal. Das Segmentergebnis erreichte im ersten Quartal 297 Millionen Euro nach 311 Millionen Euro im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2019. Die Segmentergebnis-Marge erhöhte sich auf 15,5 Prozent nach 15,1 Prozent im Vorquartal. Der Anstieg der Bruttomarge sowie der Segmentergebnis-Marge trotz rückläufigen Umsatzes ist durch einen positiven Einmaleffekt von circa 36 Millionen Euro beeinflusst. Dieser resultiert aus der Allokation zentraler produktionsbezogener Gemeinkosten, die differenzierter auf die gesamte Wertschöpfung verteilt wurden. Dies betrifft die Vorratsbewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse. Ohne diesen Sondereffekt hätte die Segmentergebnis-Marge 13,6 Prozent betragen.

Das nicht den Segmenten zugeordnete Ergebnis verbesserte sich im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 auf minus 31 Millionen Euro nach minus 65 Millionen Euro im Vorquartal. Davon entfielen minus 18 Millionen Euro auf die Umsatzkosten, minus 13 Millionen Euro auf die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten sowie minus 1 Million Euro auf die Forschungs- und Entwicklungskosten. Des Weiteren waren im ersten Quartal sonstige betriebliche Erträge beziehungsweise Aufwendungen in Höhe von saldiert plus 1 Million Euro enthalten.

Das Betriebsergebnis stieg im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 auf 266 Millionen Euro nach 246 Millionen Euro im Vorquartal.

Das Finanzergebnis verbesserte sich von minus 18 Millionen Euro im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres auf minus 13 Millionen Euro im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020.

Der Steueraufwand betrug im ersten Quartal 43 Millionen Euro nach 64 Millionen Euro im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres.

Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg im ersten Quartal auf 210 Millionen Euro nach 163 Millionen Euro im Vorquartal. Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten betrug im ersten Quartal 0 Millionen Euro nach minus 2 Millionen Euro im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der Konzernüberschuss verbesserte sich dementsprechend im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 ebenfalls auf 210 Millionen Euro. Im Vorquartal waren 161 Millionen Euro erzielt worden.

Das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Aktivitäten stieg im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 0,16 Euro (jeweils unverwässert und verwässert). Im Vorquartal waren 0,13 Euro je Aktie erzielt worden. Das bereinigte Ergebnis je Aktie3 (verwässert) belief sich im ersten Quartal auf 0,17 Euro nach 0,19 Euro im Vorquartal.

Die Investitionen, vom Unternehmen definiert als Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten, verringerten sich im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 auf 255 Millionen Euro nach 350 Millionen Euro im Vorquartal. Die Abschreibungen erhöhten sich leicht von 244 Millionen Euro im Vorquartal auf 250 Millionen Euro im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Darin enthalten sind erstmals 13 Millionen Euro Abschreibungen auf Nutzungsrechte, bedingt durch die Einführung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16, der die Bilanzierung von Leasingverhältnissen regelt.

Der Free-Cash-Flow aus fortgeführten Aktivitäten betrug im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 minus 86 Millionen Euro. Im Vorquartal lag der Wert bei plus 334 Millionen Euro. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten erreichte im ersten Quartal 183 Millionen Euro nach 682 Millionen Euro im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2019. Der Rückgang um 499 Millionen Euro war hauptsächlich die Folge der Veränderung des Working Capitals sowie der Auszahlung variabler jährlicher Vergütungsbestandteile.

Zum Ende des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2020 stieg die Brutto-Cash-Position auf 4.859 Millionen Euro nach 3.779 Millionen Euro zum 30. September 2019. Die Netto-Cash-Position erhöhte sich auf 3.328 Millionen Euro nach 2.223 Millionen Euro zum Ende des Vorquartals. Der Anstieg der Cash-Positionen ist hauptsächlich die Folge der am 1. Oktober 2019 eingegangenen Erlöse aus der Begebung der Hybridanleihe über nominal 1,2 Milliarden Euro zur Refinanzierung des geplanten Erwerbs von Cypress.

AUSBLICK FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2020 OHNE BERÜCKSICHTIGUNG VON CYPRESS

Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet Infineon für sein bisheriges Geschäft bei einem unterstellten EUR/USD-Wechselkurs von 1,13 weiterhin einen Anstieg des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr von 5 Prozent plus oder minus 2 Prozentpunkte bei einer Segmentergebnis-Marge von etwa 16 Prozent im Mittelpunkt der Umsatzprognose. Für das Segment Power Management & Multimarket wird erwartet, dass das Umsatzwachstum über dem Konzerndurchschnitt liegen wird. Beim Segment Automotive soll der Umsatz in etwa auf der Höhe des Konzerndurchschnitts liegen. Bei dem Segment Industrial Power Control wird ein etwas geringeres Wachstum als der Konzerndurchschnitt erwartet, während beim Segment Digital Security Solutions mit einem stagnierenden bis nur leicht wachsenden Umsatz zu rechnen ist.

Für das Geschäftsjahr 2020 sind Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einschließlich aktivierter Entwicklungskosten in Höhe von circa 1,3 Milliarden Euro geplant. Rund ein Drittel dieses Betrags entfällt auf Fertigungsgebäude samt deren Infrastruktur sowie Bürogebäude. Die Abschreibungen sollen sich auf etwa 1 Milliarde Euro belaufen, wovon rund 60 Millionen Euro auf Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Erwerb von International Rectifier entfallen. Der Free-Cash-Flow soll sich gegenüber dem Vorjahr erheblich verbessern und einen Wert zwischen 500 und 700 Millionen Euro erreichen.

Diese Prognose steht unter der Annahme, dass der Ausbruch des Coronavirus keine signifikante negative Wirkung auf die Entwicklung unseres Geschäfts im Geschäftsjahr 2020 hat.

VORAUSSICHTLICHE ENTWICKLUNG DES INFINEON-KONZERNS IM GESCHÄFTSJAHR 2020 UNTER BERÜCKSICHTIGUNG VON CYPRESS

Der Ausblick für den Infineon-Konzern unter Berücksichtigung von Cypress, so wie er im Geschäftsbericht 2019 auf der Seite 82 dargestellt ist, ist weiterhin unverändert gültig. Der Abschluss und der Vollzug der Akquisition von Cypress werden für das Ende des laufenden, beziehungsweise den Beginn des kommenden Kalenderquartals erwartet.

AUSBLICK FÜR DAS ZWEITE QUARTAL DES GESCHÄFTSJAHRES 2020 OHNE BERÜCKSICHTIGUNG VON CYPRESS

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2020 erwartet das Unternehmen bei einem angenommenen EUR/USD-Wechselkurs von 1,13 und unter der Voraussetzung, dass die Folgen des Ausbruchs des Coronavirus die Entwicklung unseres Geschäfts im März-Quartal nicht signifikant beeinträchtigen, einen Anstieg des Umsatzes um 5 Prozent mit einer Spanne von plus oder minus 2 Prozentpunkten. Bei den Segmenten Automotive und Industrial Power Control soll der Umsatz stärker als der Konzerndurchschnitt steigen. Der Anstieg des Umsatzes im Segment Power Management & Multimarket soll etwas geringer als der Konzerndurchschnitt sein, während im Segment Digital Security Solutions ein in etwa unveränderter Umsatz erwartet wird. In der Mitte der Umsatzspanne wird die Segmentergebnis-Marge etwa 14 Prozent betragen.

3 Der bereinigte Konzernüberschuss und das bereinigte Ergebnis je Aktie (verwässert) sind kein Ersatz oder keine höherwertigen Kennzahlen, sondern stets als zusätzliche Information zu dem nach IFRS ermittelten Konzernüberschuss beziehungsweise Ergebnis je Aktie (verwässert) aufzufassen.

Die Geschäftsentwicklung der Segmente von Infineon im ersten Quartal und im Geschäftsjahr 2020 finden Sie in der Quartalsinformation unter www.infineon.com.

Alle Finanzdaten in dieser Quartalsinformation sind vorläufig und ungeprüft.

Detaillierte Zahlen können Sie unter dem folgenden Link abrufen: https://www.infineon.com/dgdl/INFXX202002-025d.pdf?fileId=5546d461700c01c601701251906d0047 (05.02.2020/alc/n/a)