Henkel: Rückläufiger Umsatz in Q1 - Anleihenews


11.05.20 09:00
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Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Die Geschäftsentwicklung von Henkel (ISIN DE0006048432/ WKN 604843) war im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2020 durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beeinflusst, so das Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Nominal ging der Konzernumsatz um -0,8 Prozent auf 4,9 Mrd Euro zurück, organisch lag er mit -0,9 Prozent trotz der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie nur leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

"Wir befinden uns derzeit in einer sehr herausfordernden Situation. Die COVID-19-Pandemie hat alle Lebensbereiche erfasst und auch die globale Wirtschaft sehr stark getroffen. Dennoch haben wir im ersten Quartal insgesamt eine robuste Umsatzentwicklung erzielt. Für uns haben in dieser Krise die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner höchste Priorität. Wir haben daher frühzeitig umfassende Maßnahmen ergriffen, um sie zu schützen. Zugleich haben wir alles getan, um unsere Geschäfte auch unter diesen schwierigen Umständen weiterführen zu können und unsere Kunden weiter zu beliefern. Darüber hinaus haben wir ein globales Solidaritätsprogramm mit Produktspenden und finanzieller Unterstützung auf den Weg gebracht. Und schließlich haben wir bereits im ersten Quartal damit begonnen, einzelne Maßnahmen umzusetzen, die wir im Rahmen unserer neuen strategischen Ausrichtung verfolgen wollen", sagte Carsten Knobel, Vorstandsvorsitzender von Henkel.

Henkel hat in diesem herausfordernden Marktumfeld im ersten Quartal eine robuste Umsatzentwicklung verzeichnet. Adhesive Technologies war vor allem von der deutlich rückläufigen Nachfrage der Automobilindustrie geprägt. Auch bei Beauty Care lag der Umsatz unter dem Niveau des Vorjahres. Das Friseurgeschäft war infolge der Schließung von Friseursalons in vielen Ländern erheblich beeinträchtigt. Im Markenartikelgeschäft war das organische Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahresquartal dagegen stabil. Dank einer starken Nachfrage nach Wasch- und Reinigungsmitteln erzielte der Bereich Laundry & Home Care ein sehr starkes organisches Umsatzwachstum.

"Wir werden uns im Verlauf der Krise immer wieder neu anpassen müssen und flexibel und schnell auf Veränderungen in unseren Märkten reagieren. Ich bin überzeugt, dass wir mit unserem engagierten globalen Team, unserem neuen strategischen Rahmen mit der Ausrichtung auf ganzheitliches Wachstum ("Purposeful Growth") sowie unserer starken Bilanz in dieser schwierigen Situation gut aufgestellt sind und gestärkt aus der Krise hervorgehen werden", ergänzte Knobel.

Umsatzentwicklung Konzern

Der Konzernumsatz sank im ersten Quartal 2020 nominal um -0,8 Prozent von 4.969 Mio Euro im ersten Quartal 2019 auf 4.927 Mio Euro. Organisch - also bereinigt um Wechselkurseffekte und Akquisitionen/Divestments - verringerte sich der Umsatz um -0,9 Prozent. Auf Konzernebene war der Rückgang preisgetrieben, wobei die Preis- und Volumenentwicklung in den Unternehmensbereichen unterschiedlich war. Akquisitionen und Divestments erhöhten den Umsatz um 0,4 Prozent, Wechselkurseffekte minderten ihn um -0,4 Prozent.

Die Wachstumsregionen erreichten eine organische Umsatzsteigerung von 2,2 Prozent. Unser Umsatz in den reifen Märkten hat sich mit -2,8 Prozent rückläufig entwickelt. Die Region Westeuropa lag mit einer organischen Umsatzentwicklung von -4,6 Prozent unter Vorjahr. In der Region Osteuropa hingegen steigerten wir den Umsatz um 10,8 Prozent. In der Region Afrika/Nahost erzielten wir im ersten Quartal 2020 ein organisches Umsatzwachstum von 6,8 Prozent. Der Umsatz in der Region Nordamerika sank organisch um -1,4 Prozent und in der Region Lateinamerika um -2,0 Prozent. Die organische Umsatzentwicklung in der Region Asien/Pazifik war mit -5,7 Prozent ebenfalls rückläufig.

Umsatzentwicklung Adhesive Technologies

Im ersten Quartal 2020 sank der Umsatz des Unternehmensbereichs Adhesive Technologies nominal um -4,3 Prozent von 2.309 Mio Euro im Vorjahresquartal auf 2.209 Mio Euro. Organisch - das heißt bereinigt um Wechselkurseffekte und Akquisitionen/Divestments - verringerte sich der Umsatz volumenbedingt um -4,1 Prozent. Die Entwicklung im ersten Quartal war dabei durch einen signifikanten Rückgang der Industrieproduktion infolge der COVID-19-Pandemie gekennzeichnet. Wechselkurseffekte reduzierten den Umsatz um -0,3 Prozent. Akquisitionen/ Divestments hatten keinen Einfluss auf die Umsatzentwicklung.

Die organische Umsatzentwicklung der einzelnen Geschäftsfelder wurde in unterschiedlichem Maße durch die COVID-19-Pandemie beeinflusst. Im Geschäftsfeld Automobil & Metall lag der Umsatz insbesondere aufgrund von Produktionsschließungen in der Automobilindustrie deutlich unter Vorjahresniveau. Das Geschäftsfeld Elektronik & Industrie verzeichnete ebenfalls aufgrund von Produktionsstopps in der Luftfahrtindustrie und im allgemeinen Industriebereich deutliche Umsatzrückgänge. Die insgesamt rückläufige Entwicklung im Geschäftsfeld Handwerk, Bau & Gewerbe konnte durch den Bereich Bau teilweise kompensiert werden. Das Geschäftsfeld Verpackungen & Konsumgüter verzeichnete eine stabile organische Umsatzentwicklung.

Die Geschäfte in den Wachstumsmärkten zeigten insgesamt eine rückläufige organische Umsatzentwicklung. In den Regionen Lateinamerika, Afrika/Nahost sowie den Wachstumsmärkten der Region Asien (ohne Japan) lag der Umsatz unter Vorjahresniveau. Vor allem in China und Indien wirkte sich die COVID-19-Pandemie in allen Geschäftsfeldern belastend aus. In der Region Osteuropa stieg der Umsatz hingegen deutlich. Insbesondere die Geschäftsfelder Verpackungen & Konsumgüter und Handwerk, Bau & Gewerbe in Russland trugen zu dieser Entwicklung bei.

In den reifen Märkten war die organische Umsatzentwicklung ebenfalls rückläufig. Während in den reifen Märkten der Region Asien/Pazifik ein positives Wachstum erzielt wurde, lag der Umsatz in den Regionen Nordamerika und Westeuropa unter dem Vorjahresniveau. Hier wirkten sich vor allem rückläufige Entwicklungen in den Geschäftsfeldern Automobil & Metall sowie Elektronik & Industrie aus. In Nord-amerika konnten die Geschäftsfelder Verpackungen & Konsumgüter mit einem starken und Handwerk, Bau & Gewerbe mit einem sehr starken Wachstum den Rückgang teilweise kompensieren.

Umsatzentwicklung Beauty Care

Im ersten Quartal 2020 erzielte der Unternehmensbereich Beauty Care einen Umsatz von 935 Mio Euro, der damit nominal -2,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals lag (erstes Quartal 2019: 960 Mio Euro). Organisch – das heißt bereinigt um Wechselkurseffekte und Akquisitionen/Divestments – ging der Umsatz um -3,9 Prozent zurück. Dieser Rückgang war zum großen Teil volumenbedingt. Wechselkurseffekte wirkten sich mit -0,9 Prozent negativ auf den Umsatz aus. Akquisitionen/Divestments trugen mit 2,3 Prozent zur Umsatzentwicklung bei.

Das Markenartikelgeschäft erzielte eine gegenüber dem Vorjahr stabile Entwicklung, wobei sich insbesondere die Kategorie Körperpflege und hier vor allem die Marke Dial gut entwickelten. Innerhalb der Kategorie Haarkosmetik, die sich insgesamt leicht rückläufig entwickelt hat, konnten wir mit unseren Haarcolorationen ein gutes organisches Wachstum verzeichnen. Die Bereiche Haarpflege und Styling lagen dagegen unter Vorjahr.

Das Friseurgeschäft wurde durch die COVID-19-Pandemie stark negativ beeinflusst. Im Verlauf des ersten Quartals führten behördlich angeordnete Schließungen von Friseursalons in vielen Ländern zu einem prozentual zweistelligen Umsatzrückgang.

Die Eintrübung infolge der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie spiegelte sich auch in den Regionen wider. Die Wachstumsmärkte entwickelten sich leicht rückläufig. Die Regionen Asien (ohne Japan), Lateinamerika und Afrika/Nahost lagen jeweils unter Vorjahr. Osteuropa erzielte hingegen aufgrund einer sehr starken Entwicklung des Markenartikelgeschäfts ein starkes organisches Umsatzwachstum.

Die Umsatzentwicklung in den reifen Märkten war insgesamt rückläufig. Die Regionen Westeuropa und Nordamerika lagen unter Vorjahresniveau. Während das Markenartikelgeschäft in Nordamerika ein sehr starkes Umsatzwachstum in der Kategorie Körperpflege verzeichnete, konnten die Auswirkungen des rückläufigen Friseurgeschäfts in der Region nicht vollständig kompensiert werden. Die reifen Märkte der Region Asien/Pazifik zeigten eine leicht rückläufige Umsatzentwicklung.

Umsatzentwicklung Laundry & Home Care

Der Umsatz des Unternehmensbereichs Laundry & Home Care stieg im ersten Quartal 2020 nominal um 5,3 Prozent von 1.667 Mio Euro im Vorjahresquartal auf 1.755 Mio Euro. Das sehr starke organische Umsatzwachstum von 5,5 Prozent war volumengetrieben. Wechselkurseffekte verringerten den Umsatz um -0,2 Prozent. Akquisitionen/Divestments wirkten sich in Summe neutral auf die Umsatzentwicklung aus.

Das Geschäftsfeld Waschmittel (Laundry Care) verzeichnete ein starkes organisches Umsatzwachstum - insbesondere dank der Entwicklung unserer Kernmarke Persil, die unter anderem aufgrund unserer Innovationsoffensive eine prozentual zweistellige Umsatzsteigerung erzielte. Unsere größte nordamerikanische Marke all entwickelte sich ebenfalls sehr stark. Im Geschäftsfeld Reinigungsmittel (Home Care) erzielten wir ein prozentual zweistelliges organisches Wachstum. Haupttreiber waren ebenfalls zweistellige Zuwächse in den Markenfamilien Pril, Bref und Somat.

Mit einer organischen Umsatzsteigerung im zweistelligen Prozentbereich waren die Wachstumsmärkte Haupttreiber für das sehr starke organische Umsatzwachstum des Unternehmensbereichs. In den Regionen Afrika/Nahost, Asien (ohne Japan) und Osteuropa erzielte Henkel eine prozentual zweistellige Umsatzsteigerung. Lateinamerika zeigte ein sehr starkes Umsatzwachstum.

Die reifen Märkte verzeichneten eine positive organische Umsatzentwicklung. Während der Umsatz in Westeuropa leicht rückläufig war, zeigte die Region Nordamerika ein positives Umsatzwachstum. Insbesondere in dem für Henkel bedeutenden US-Markt konnte eine starke Umsatzentwicklung erzielt werden. Die reifen Märkte der Region Asien/Pazifik wuchsen zweistellig.

Vermögens- und Finanzlage Konzern

Im Berichtszeitraum ergaben sich keine wesentlichen Änderungen der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns im Vergleich zum 31. Dezember 2019.

Ausblick

Am 7. April 2020 hat der Vorstand der Henkel AG & Co. KGaA entschieden, die im Geschäftsbericht 2019 enthaltene Prognose für das Geschäftsjahr 2020 nicht länger aufrechtzuerhalten. Vor dem Hintergrund der weiterhin dynamischen Entwicklung der COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft ist derzeit eine zuverlässige und realistische Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung von Henkel nicht möglich.

Sobald eine hinreichend verlässliche Einschätzung der weiteren Geschäftsentwicklung 2020 möglich ist, wird Henkel eine entsprechende Prognose veröffentlichen. (11.05.2020/alc/n/a)