Fresenius Medical Care bestätigt Ausblick 2021, aber Umsatz und Ergebnis am unteren Ende der Spanne erw. - Anleihenews


02.11.21 10:45
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Pressemitteilung von Fresenius Medical Care (ISIN DE0005785802/ WKN 578580):

Rice Powell, Vorstandsvorsitzender von Fresenius Medical Care, sagte: "Die Covid-19-Pandemie ist eine nie dagewesene Situation und kostet weiterhin Tag für Tag viele Menschenleben. Das Auftreten der Delta-Variante hat die Übersterblichkeit unter unseren Patientinnen und Patienten im dritten Quartal erneut ansteigen lassen. Daraus resultierte ein deutlich stärkerer Covid-19-Effekt auf unser Geschäft als wir Anfang des Jahres prognostiziert hatten. Darüber hinaus bewegen wir uns in einem Umfeld, das zunehmend von inflationsbedingten Kostensteigerungen geprägt ist. Vor diesem Hintergrund gehen wir nun davon aus, dass Umsatz und Konzernergebnis jeweils am unteren Ende der Prognosespannen liegen werden."

Ausbreitung der Delta-Variante verursacht erneuten Anstieg der Covid-19-bedingten Übersterblichkeit

Infolge der weltweiten Ausbreitung der Delta-Variante ist die Covid-19-bedingte Übersterblichkeit3 unter den Patientinnen und Patienten von Fresenius Medical Care wieder gestiegen. Sie betrug rund 2.700 im dritten Quartal 2021 (Q1 2021: rund 3.200; Q2 2021: rund 1.900). Damit betrug sie in den letzten zwölf Monaten (zum
30. September 2021) etwa 11.500 und stieg seit Beginn der Pandemie auf etwa 18.200 Patientinnen und Patienten.

Der Anstieg der Übersterblichkeit im dritten Quartal hat das Wachstum von Fresenius Medical Care im Vergleich zum zweiten Quartal stärker beeinträchtigt. Der negative Effekt der kumulierten Übersterblichkeit auf das organische Wachstum im Bereich Gesundheitsdienstleistungen betrug rund 390 Basispunkte im dritten Quartal und 330 Basispunkte in den ersten neun Monaten des Jahres 2021.

Zum Ende des dritten Quartals haben rund 78 % der Patientinnen und Patienten von Fresenius Medical Care in den USA mindestens eine Covid-19-Impfung erhalten. Weltweit sind ebenfalls etwa 78 % der Patientinnen und Patienten von Fresenius Medical Care mindestens einmal geimpft.

Ausblick

Bei Bekanntgabe der Prognose für das Geschäftsjahr 2021 im Februar dieses Jahres rechnete Fresenius Medical Care mit einer Akkumulation der Covid-19-bedingten Übersterblichkeit in der ersten Hälfte des Jahres 2021 und einer Normalisierung in der zweiten Hälfte. Die anhaltende und zunehmende Präsenz von Covid-19 hat jedoch zu einem erheblichen Anstieg der Übersterblichkeit im dritten Quartal geführt, der in der Prognose des Unternehmens für 2021 nicht berücksichtigt war. Angesichts der seit Ende des dritten Quartals sinkenden Infektionszahlen geht das Unternehmen nun davon aus, dass die Übersterblichkeit im vierten Quartal zurückgehen wird.

Ausgehend von seinen aktuellen Erwartungen bestätigt Fresenius Medical Care die im Februar 2021 veröffentlichte Prognose eines Umsatzwachstums im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich und eines Rückgangs des Konzernergebnisses im hohen Zehner- bis mittleren Zwanziger-Prozentbereich gegenüber der Vorjahresbasis. Das Unternehmen erwartet nun, dass Umsatz und Konzernergebnis jeweils am unteren Ende dieser Prognosespannen liegen werden.4

Umsatz- und Ergebnisentwicklung durch Covid-19-Pandemie beeinträchtigt

Der Umsatz im dritten Quartal erhöhte sich um 1 % auf 4.441 Mio EUR (+1 % währungsbereinigt, +1 % organisch).

Der Umsatz mit Gesundheitsdienstleistungen stieg um 1 % auf 3.530 Mio EUR (+2 % währungsbereinigt, +1 % organisch). Das organische Wachstum wurde trotz nachteiliger Auswirkungen von Covid-19 und einer geringeren Erstattung für Kalzimimetika erzielt.

Der Umsatz mit Gesundheitsprodukten blieb stabil und betrug 911 Mio EUR (-1 % währungsbereinigt, 0 % organisch). Geringere Umsätze mit Einmalprodukten für den Einsatz in Dialysezentren sowie mit Produkten für die Peritonealdialyse wurden durch positive Währungseffekte und höhere Umsätze mit Geräten für die Behandlung chronischer Erkrankungen ausgeglichen.

In den ersten neun Monaten des Jahres sank der Umsatz um 4 % auf 12.972 Mio EUR
(+2 % währungsbereinigt, +1 % organisch). Der Umsatz mit Gesundheitsdienstleistungen reduzierte sich um 4 % auf 10.255 Mio EUR (+2 % währungsbereinigt, +1 % organisch); der Umsatz mit Gesundheitsprodukten verringerte sich um 1 % auf 2.717 Mio EUR (+2 % währungsbereinigt, +2 % organisch).

Das operative Ergebnis verringerte sich im dritten Quartal um 20 % auf 505 Mio EUR
(-19 % währungsbereinigt), was einer Marge von 11,4 % entspricht (Q3 2020: 14,3 %). Ohne Sondereffekte sank das operative Ergebnis um 19 % auf 510 Mio EUR (-19 % währungsbereinigt), was einer Marge von 11,5 % entspricht (Q3 2020: 14,3 %). Der Rückgang ist hauptsächlich auf die negativen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, inflationsbedingte Materialkostensteigerungen und höhere Personalkosten zurückzuführen. Diese Effekte wurden durch einen höheren Anteil von Medicare-Advantage-Patienten in den USA leicht abgemildert.

In den ersten neun Monaten des Jahres sank das operative Ergebnis um 24 % auf
1.403 Mio EUR (-20 % währungsbereinigt), was einer Marge von 10,8 % entspricht
(9M 2020: 13,7 %). Ohne Sondereffekte reduzierte sich das operative Ergebnis um 23 % auf 1.417 Mio EUR (-19 % währungsbereinigt). Dies entspricht einer Marge von 10,9 % (9M 2020: 13,7 %).

Das Konzernergebnis2 verringerte sich im dritten Quartal um 23 % auf 273 Mio EUR
(-22 % währungsbereinigt), hauptsächlich aufgrund der oben genannten Effekte sowie einer höheren Steuerquote. Ohne Sondereffekte reduzierte sich das Konzernergebnis um 22 % auf 277 Mio EUR (-21 % währungsbereinigt).

In den ersten neun Monaten des Jahres sank das Konzernergebnis um 25 % auf
741 Mio EUR (-21 % währungsbereinigt). Ohne Sondereffekte verringerte sich das Konzernergebnis um 24 % auf 751 Mio EUR (-20 % währungsbereinigt).

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (EPS, "Earnings per share") sank im dritten Quartal um 23 % auf 0,93 EUR (-22 % währungsbereinigt). Ohne Sondereffekte reduzierte sich das Ergebnis je Aktie um 22 % auf 0,94 EUR (-21 % währungsbereinigt).

In den ersten neun Monaten des Jahres 2021 verringerte sich das Ergebnis je Aktie um 25 % auf 2,53 EUR (-21 % währungsbereinigt). Ohne Sondereffekte sank das Ergebnis je Aktie um 24 % auf 2,56 EUR (-20 % währungsbereinigt).

Cashflow-Entwicklung

Im dritten Quartal erzielte Fresenius Medical Care einen operativen Cashflow in Höhe von 692 Mio EUR (Q3 2020: 746 Mio EUR) und eine Marge von 15,6 % (Q3 2020: 16,9 %). Der Rückgang ist hauptsächlich auf die fortlaufende Verrechnung der im zweiten Quartal 2020 erhaltenen Zahlungen der US-Regierung im Rahmen des CARES-Gesetzes zurückzuführen. In den ersten neun Monaten betrug der operative Cashflow 1.820 Mio EUR (9M 2020: 3.649 Mio EUR), was einer Marge von 14,0 % entspricht (9M 2020: 27,1 %).

Fresenius Medical Care erzielte im dritten Quartal einen Free Cashflow5 in Höhe von 511 Mio EUR (Q3 2020: 507 Mio EUR) und eine Marge von 11,5 % (Q3 2020: 11,5 %). In den ersten neun Monaten betrug der Free Cashflow 1.259 Mio EUR (9M 2020: 2.913 Mio EUR), was einer Marge von 9,7 % entspricht (9M 2020: 21,6 %).

Regionale Entwicklungen

In Nordamerika blieb der Umsatz stabil und betrug im dritten Quartal 3.080 Mio EUR (+1 % währungsbereinigt, +1 % organisch). Das geringe Wachstum ist hauptsächlich auf die negativen Auswirkungen von Covid-19 sowohl auf das Geschäft mit Gesundheitsdienstleistungen als auch auf das Geschäft mit Gesundheitsprodukten, die damit verbundenen Auswirkungen auf nachgelagerte Geschäftsbereiche sowie negative Währungseffekte zurückzuführen. Dies wurde teilweise durch Akquisitionen ausgeglichen. In den ersten neun Monaten sank der Umsatz um 6 % auf 8.931 Mio EUR (0 % währungsbereinigt, 0 % organisch).

Das operative Ergebnis in Nordamerika verringerte sich im dritten Quartal um 13 % auf 446 Mio EUR (-13 % währungsbereinigt), was einer Marge von 14,5 % entspricht (Q3 2020: 16,8 %). Der Rückgang wurde hauptsächlich durch die negativen Auswirkungen von Covid-19, einschließlich einer hohen Vorjahresbasis infolge staatlicher Ausgleichszahlungen, sowie inflationsbedingte Kostensteigerungen verursacht. Diese negativen Effekte wurden teilweise durch einen höheren Anteil von Medicare-Advantage-Patienten kompensiert. In den ersten neun Monaten sank das operative Ergebnis um 22 % auf 1.242 Mio EUR (-17 % währungsbereinigt), was einer Marge von 13,9 % entspricht (9M 2020: 16,7 %).

Der Umsatz in der Region Europa, Naher Osten, Afrika (EMEA) sank im dritten Quartal um 2 % auf 671 Mio EUR (-2 % währungsbereinigt, -2 % organisch). Dies war vor allem durch die negativen Auswirkungen von Covid-19 auf das Geschäft mit Gesundheitsdienstleistungen sowie geringere Umsätze mit Einmalprodukten für den Einsatz in Dialysezentren und mit Produkten für die Peritonealdialyse bedingt. Teilweise gegenläufig wirkten höhere Umsätze mit Produkten für Akutbehandlungen sowie mit Geräten für die Behandlung chronischer Erkrankungen. In den ersten neun Monaten verringerte sich der Umsatz um 1 % auf 2.033 Mio EUR (+1 % währungsbereinigt,
0 % organisch).

Das operative Ergebnis in der Region EMEA reduzierte sich im dritten Quartal um 21 % auf 79 Mio EUR (-21 % währungsbereinigt), was einer Marge von 11,7 % entspricht (Q3 2020: 14,6 %). Der Rückgang ist hauptsächlich auf inflationsbedingte Kostensteigerungen, negative Auswirkungen von Covid-19, einen ungünstigen Mix im Produktgeschäft und den Zeitpunkt von Umsätzen im Exportgeschäft zurückzuführen. Dies wurde teilweise durch positive Währungseffekte und höhere Erstattungen in bestimmten Ländern ausgeglichen. In den ersten neun Monaten sank das operative Ergebnis um 17 % auf 232 Mio EUR (-16 % währungsbereinigt), was einer Marge von
11,4 % entspricht (9M 2020: 13,6 %).

In Asien-Pazifik stieg der Umsatz im dritten Quartal um 4 % auf 501 Mio EUR (+3 % währungsbereinigt, +2 % organisch). Dies war vor allem bedingt durch organisches Wachstum im Bereich Gesundheitsdienstleistungen einschließlich einer Erholung der Nachfrage nach nicht-dialysebezogenen elektiven Gesundheitsdienstleistungen, positive Währungseffekte, Akquisitionen sowie höhere Umsätze mit Geräten für die Behandlung chronischer Erkrankungen. Teilweise gegenläufig wirkten geringere Umsätze mit Einmalprodukten für den Einsatz in Dialysezentren. In den ersten neun Monaten erhöhte sich der Umsatz um 6 % auf 1.458 Mio EUR (+8 % währungsbereinigt, +8 % organisch).

Das operative Ergebnis sank im dritten Quartal um 11 % auf 86 Mio EUR (-10 % währungsbereinigt), was einer Marge von 17,2 % entspricht (Q3 2020: 20,0 %). Der Rückgang ist hauptsächlich auf negative Auswirkungen von Covid-19 und inflationsbedingte Kostensteigerungen zurückzuführen und wurde teilweise durch Geschäftswachstum einschließlich der oben genannten Erholung der Nachfrage nach nicht-dialysebezogenen elektiven Gesundheitsdienstleistungen ausgeglichen. In den ersten neun Monaten stieg das operative Ergebnis um 8 % auf 256 Mio EUR (+10 % währungsbereinigt). Dies entspricht einer Marge von 17,5 % (9M 2020: 17,2 %).

Trotz starker negativer Wechselkurseffekte und der Auswirkungen von Covid-19 stieg der Umsatz in Lateinamerika im dritten Quartal um 5 % auf 178 Mio EUR (+13 % währungsbereinigt, +12 % organisch). Dies ist hauptsächlich zurückzuführen auf das organische Wachstum des Geschäfts mit Gesundheitsdienstleistungen, Akquisitionen sowie höhere Umsätze mit Einmalprodukten für den Einsatz in Dialysezentren. In den ersten neun Monaten blieb der Umsatz stabil und betrug 508 Mio EUR (+16 % währungsbereinigt, 14 % organisch).

Das operative Ergebnis in Lateinamerika sank im dritten Quartal um 61 % auf 4 Mio EUR (-62 % währungsbereinigt), was einer Marge von 2,4 % entspricht (Q3: 2020: 6,6 %). Der Rückgang ist auf inflationsbedingte Kostensteigerungen und die negativen Auswirkungen von Covid-19 zurückzuführen. In den ersten neun Monaten verringerte sich das operative Ergebnis um 53 % auf 14 Mio EUR (-54 % währungsbereinigt); die Marge betrug 2,7 % (9M 2020: 5,7 %).

Patienten, Dialysezentren und Beschäftigte

Zum 30. September 2021 behandelte Fresenius Medical Care 344.872 Patientinnen und Patienten in 4.151 Dialysezentren weltweit. Zum Ende des dritten Quartals beschäftigte das Unternehmen weltweit 123.528 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (auf Vollzeitbeschäftigtenbasis) gegenüber 126.463 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum 30. September 2020.

FME25

Zum aktuellen Stand des Transformationsprogramms FME25 wird eine separate Presseinformation veröffentlicht.

Telefonkonferenz

Anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse des dritten Quartals 2021 und der ersten neun Monate des Jahres findet am heutigen Dienstag, 2. November 2021, um 15:30 Uhr MEZ / 10:30 Uhr EDT eine zweistündige Telefonkonferenz statt. Das Unternehmen wird zusätzlich ein Update zum Programm FME25 geben. Details werden auf der Website des Unternehmens www.freseniusmedicalcare.com/de im Bereich "Investoren" verfügbar sein. Dort wird kurz nach der Telefonkonferenz auch eine Aufzeichnung derselben zur Verfügung gestellt. (02.11.2021/alc/n/a)