Fresenius Medical Care: Krieg in der Ukraine beeinträchtigt Geschäftsentwicklung in Q1 - Anleihenews


04.05.22 09:00
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Pressemitteilung der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA (ISIN DE0005785802/ WKN 578580):

- Patienten-Übersterblichkeit durch Covid-19 höher als erwartet, im Laufe des Quartals aber rückläufig

- Ergebnisentwicklung beeinträchtigt von weiterhin deutlich erhöhten und aufgrund von Omikron nochmal zusätzlich gestiegenen Personalkosten im Bereich Gesundheitsdienstleistungen sowie gestiegenen Material- und Logistikkosten im Bereich Gesundheitsprodukte

- Ergebnisentwicklung in EMEA zusätzlich belastet durch Krieg in der Ukraine

- Ziele für Geschäftsjahr 2022 bestätigt

Rice Powell, Vorstandsvorsitzender von Fresenius Medical Care, sagte: "Die tragischen Ereignisse in der Ukraine machen mich zutiefst betroffen. Ich bin dankbar für das Engagement und stolz auf alle Kolleginnen und Kollegen, die unter diesen außerordentlich schwierigen Umständen weiterhin unermüdlich die Patientenversorgung vor Ort aufrechterhalten. Über Zahlen zu sprechen fällt mir vor diesem Hintergrund nicht leicht: Omikron hat das Quartal zusätzlich stark beeinflusst. Dies führte zu einer hohen Übersterblichkeit unserer Patienten und zu erheblich höheren Personalkosten in den USA durch den Betrieb von Isolierzentren und die nötigen Sonder-Schichten. Wir konnten dies kompensieren und das Quartal im Rahmen unserer Erwartungen abschließen. Angesichts des starken Rückgangs der Übersterblichkeit im Februar und März bleiben wir auf Kurs, unsere wirtschaftlichen Ziele für 2022 zu erreichen."

Covid-19-bedingte Übersterblichkeit zu Beginn des Jahres höher als erwartet

Die Covid-19-bedingte Übersterblichkeit unter den Patientinnen und Patienten von Fresenius Medical Care lag im ersten Quartal 2022 bei etwa 2.310 (Q1 2021: rund 3.200; Q2 2021: rund 1.900; Q3 2021: rund 2.900; Q4 2021: rund 2.000). Sie ging im Februar und März im Einklang mit den Infektionsraten deutlich zurück, lag aber auf Quartalsbasis immer noch über dem ursprünglich erwarteten Niveau. Dies führte zu einem erhöhten Bedarf an Isolierzentren und Sonder-Schichten in der Patientenversorgung. Die Auswirkungen des Arbeitskräftemangels und der Lohninflation in den USA konnte Fresenius Medical Care so nur eingeschränkt abmildern.

Die Covid-19-bedingte Übersterblichkeit akkumulierte sich in den letzten zwölf Monaten auf etwa 9.000 und seit Beginn der Pandemie auf etwa 22.600 Patientinnen und Patienten.

Der geschätzte negative Gesamteffekt der kumulierten Übersterblichkeit auf das organische Wachstum im Bereich Gesundheitsdienstleistungen betrug im ersten Quartal rund 290 Basispunkte.

Krieg in der Ukraine beeinträchtigt Geschäftsentwicklung

Der Krieg in der Ukraine beeinträchtigt den Betrieb der Dialysezentren von Fresenius Medical Care und die Patientenversorgung im Land selbst, führte aber auch zu höheren Wertberichtigungen auf Forderungen in Russland und der Ukraine. Die direkten negativen Auswirkungen des Krieges belasteten das operative Ergebnis im ersten Quartal mit 22 Mio. EUR und werden als Sondereffekt behandelt. Fresenius Medical Care wird die potenziellen Auswirkungen des Krieges sowie die allgemeinen Auswirkungen des herausfordernden, inflationären gesamtwirtschaftlichen Umfelds weiterhin genau beobachten.

Ergebnisentwicklung im ersten Quartal im Rahmen der Erwartungen

Der Umsatz stieg um 8 % auf 4.548 Mio. EUR (+3 % währungsbereinigt, +2 % organisch).

Der Umsatz mit Gesundheitsdienstleistungen erhöhte sich um 8 % auf 3.607 Mio. EUR (+3 % währungsbereinigt, +1 % organisch). Auf währungsbereinigter Basis ist dies hauptsächlich zurückzuführen auf organisches Wachstum, das trotz der negativen Auswirkungen von Covid-19 erzielt werden konnte, eine Anpassung der Umsatzrealisierung für rechtlich strittige Forderungen sowie auf höhere Beiträge aus Akquisitionen.

Der Umsatz mit Gesundheitsprodukten erhöhte sich um 6 % auf 941 Mio. EUR (+3 % währungsbereinigt, +3 % organisch). Das währungsbereinigte Wachstum ist vor allem zurückzuführen auf höhere Umsätze mit Einmalprodukten für den Einsatz in Dialysezentren sowie mit Dialysemedikamenten. Dies wurde teilweise durch geringere Umsätze mit Dialysegeräten für die Behandlung chronischer Erkrankungen ausgeglichen.

Das operative Ergebnis sank um 27 % auf 348 Mio. EUR (-30 % währungsbereinigt). Dies entspricht einer Marge von 7,6 % (Q1 2021: 11,3 %). Das operative Ergebnis ohne Sondereffekte (Kosten im Zusammenhang mit dem Programm FME25 und Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine) ging um 15 % zurück auf 403 Mio. EUR (-19 % währungsbereinigt). Dies entspricht einer Marge von 8,9 % (Q1 2021: 11,3 %). Auf währungsbereinigter Basis ist der Rückgang hauptsächlich zurückzuführen auf höhere Personalkosten, negative Auswirkungen von Covid-19 sowie auf inflationsbedingte Kostensteigerungen und höhere Kosten in der Lieferkette. Dies wurde nur in Teilen ausgeglichen durch eine Anpassung der Umsatzrealisierung für rechtlich strittige Forderungen.

Das Konzernergebnis2 ging um 37 % zurück auf 157 Mio. EUR (-39 % währungsbereinigt). Ohne Sondereffekte sank das Konzernergebnis um 20 % auf 200 Mio. EUR (-23 % währungsbereinigt), hauptsächlich aufgrund der genannten negativen Auswirkung auf das operative Ergebnis.

Das Ergebnis je Aktie (Basic EPS, "Earnings Per Share") sank um 37 % auf 0,54 EUR (-39 % währungsbereinigt). Ohne Sondereffekte ging das EPS um 20 % zurück auf 0,68 EUR (-23 % währungsbereinigt).

Cashflow-Entwicklung

Im ersten Quartal erzielte Fresenius Medical Care einen operativen Cashflow in Höhe von 159 Mio. EUR (Q1 2021: 208 Mio. EUR). Dies entspricht einer Marge von 3,5 % (Q1 2021: 4,9 %). Der Rückgang ist hauptsächlich zurückzuführen auf die fortgesetzte Verrechnung von Vorauszahlungen der US-Regierung im Rahmen des CARES-Gesetzes aus dem Jahr 2020 sowie den Rückgang des Konzernergebnisses, teilweise ausgeglichen durch einen positiven Effekt aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen.

Der Free Cashflow betrug im ersten Quartal -1 Mio. EUR (Q1 2021: 29 Mio. EUR); dies entspricht einer Marge von 0,0 % (Q1 2021: 0,7 %).

Regionale Entwicklungen

Der Umsatz in Nordamerika stieg um 9 % auf 3.171 Mio. EUR (+2 % währungsbereinigt, +0 % organisch). Auf währungsbereinigter Basis ist dies hauptsächlich zurückzuführen auf organisches Wachstum im Geschäft mit Gesundheitsprodukten sowie eine Anpassung der Umsatzrealisierung für rechtlich strittige Forderungen. Dies wurde teilweise durch die negativen Auswirkungen von Covid-19 auf das Geschäft mit Gesundheitsdienstleistungen ausgeglichen.

Das operative Ergebnis in Nordamerika ging um 24 % zurück auf 304 Mio. EUR (-29 % währungsbereinigt); dies entspricht einer Marge von 9,6 % (Q1 2021: 13,7 %). Der währungsbereinigte Rückgang des operativen Ergebnisses ist hauptsächlich zurückzuführen auf höhere Personalkosten, die negativen Auswirkungen von Covid-19, inflationsbedingte Kostensteigerungen und höhere Kosten in der Lieferkette sowie auf Kosten im Zusammenhang mit FME25. Dies wurde in Teilen ausgeglichen durch eine Anpassung der Umsatzrealisierung für rechtlich strittige Forderungen.

Der Umsatz in der Region Europa, Naher Osten, Afrika (EMEA) stieg im ersten Quartal um 1% auf 674 Mio. EUR (+3 % währungsbereinigt, +2 % organisch). Auf währungs-bereinigter Basis ist dies hauptsächlich zurückzuführen auf organisches Wachstum im Geschäft mit Gesundheitsdienstleistungen, das trotz der negativen Auswirkungen von Covid-19 erzielt wurde.

Das operative Ergebnis in der Region EMEA sank um 23 % auf 61 Mio. EUR (-19 % währungsbereinigt); dies entspricht einer Marge von 9,1 % (Q1 2021: 11,9 %). Der Rückgang ist vor allem auf die Auswirkungen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine zurückzuführen.

In Asien-Pazifik stieg der Umsatz um 8 % auf 507 Mio. EUR (+4 % währungsbereinigt, +4 % organisch); auf währungsbereinigter Basis hauptsächlich aufgrund von organischem Wachstum im Geschäft mit Gesundheitsprodukten.

Das operative Ergebnis erhöhte sich um 16 % auf 99 Mio. EUR (+14 % währungsbereinigt). Dies entspricht einer Marge von 19,5 % (Q1 2021: 18,1 %). Auf währungsbereinigter Basis ist dies vor allem zurückzuführen auf einen Gewinn aus dem Verkauf von Dialysezentren, günstige Währungstransaktionseffekte sowie Wachstum im Geschäft mit Gesundheitsprodukten.

Der Umsatz in Lateinamerika stieg um 15 % auf 183 Mio. EUR (+15 % währungsbereinigt, +16 % organisch), hauptsächlich aufgrund des starken organischen Wachstums im Geschäft mit Gesundheitsdienstleistungen und Gesundheitsprodukten.

Das operative Ergebnis verbesserte sich um 68 % auf 11 Mio. EUR (+51 % währungsbereinigt); dies entspricht einer Marge von 6,1 % (Q1 2021: 4,2 %). Dies ist hauptsächlich zurückzuführen auf günstige Währungstransaktionseffekte, teilweise ausgeglichen durch inflationsbedingte Kostensteigerungen.

Patienten, Dialysezentren und Beschäftigte

Zum 31. März 2022 behandelte Fresenius Medical Care weltweit 343.493 Patientinnen und Patienten in 4.153 Dialysezentren. Zum Ende des ersten Quartals beschäftigte das Unternehmen weltweit 122.635 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (auf Vollzeitbeschäftigtenbasis) gegenüber 124.995 Beschäftigten zum 31. März 2021.

Ausblick

Auf Basis der Ergebnisse des ersten Quartals, die den Erwartungen des Unternehmens entsprechen, bestätigt Fresenius Medical Care seine Ziele für 2022. Das für das Geschäftsjahr erwartete Wachstum, niedrigere Kosten für persönliche Schutzausrüstung im Dialysebetrieb und Einsparungen im Rahmen des Programms FME25 werden die Ergebnisentwicklung stützen. Das Unternehmen erwartet für das Jahr 2022 ein Umsatzwachstum und eine Steigerung des Konzernergebnisses im jeweils niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. (04.05.2022/alc/n/a)





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ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
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