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Deutsche Lufthansa kehrt im 3. Quartal in die Gewinnzone zurück und erwirtschaftet positive Mittelzuflüsse - Anleihenews


03.11.21 08:57
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Die Sehnsucht der Menschen zu reisen und der Abbau von Pandemie-bedingten Reiserestriktionen haben in den Sommermonaten zu einem starken Anstieg der Nachfrage nach Flugreisen geführt, so die Deutsche Lufthansa AG in der aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Auch der Geschäftsreiseverkehr erholte sich im Verlauf des Quartals deutlich. Die Konzernairlines konnten somit bei steigender Auslastung ihr Angebot gegenüber dem Vorquartal annähernd verdoppeln.

Lufthansa Cargo erzielte auch im dritten Quartal ein Rekordergebnis. Die Lufthansa Group hat damit im dritten Quartal 2021 erstmals seit Beginn der Krise wieder einen operativen Gewinn erwirtschaftet, und das, obwohl hohe Restrukturierungsaufwendungen das Ergebnis belasteten. Unterstützt von der Öffnung weiterer wichtiger Langstreckenmärkte für Reisende aus Europa, vor allem der USA, zogen die Neubuchungen deutlich an. Sie liegen aktuell wieder bei rund 80 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, sagt:

"Mit der steigenden Nachfrage bei Geschäftsreisen und einem Rekordergebnis von Lufthansa Cargo konnten wir einen weiteren Meilenstein auf unserem Weg aus der Krise meistern: die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Wir bestätigen unsere führende Position unter den weltweit größten Airline-Gruppen. Jetzt geht es darum, den Weg der erfolgreichen Veränderungen weiterzugehen. Ich danke unseren Kundinnen und Kunden für ihre Loyalität und ihr Vertrauen und allen Mitarbeitenden weltweit, die mit Leidenschaft und Einsatz dazu beitragen, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen."

Verkehrsentwicklung im dritten Quartal

Im dritten Quartal 2021 konnten die angebotenen Sitzkilometer auf 50 Prozent des Vorkrisen-Niveaus von 2019 ausgeweitet werden und lagen damit rund doppelt so hoch wie im zweiten Quartal. Insgesamt haben die Airlines der Lufthansa Group in den Monaten Juli, August und September 19,6 Millionen Fluggäste an Bord ihrer Flugzeuge begrüßt. Dies entsprach 46 Prozent des Vorkrisenniveaus (Q3 2019). Der Sitzladefaktor lag bei 68,8 Prozent und damit 17,4 Prozentpunkte höher als noch im zweiten Quartal 2021 (-17,5 Prozentpunkte im Vergleich zu Q3 2019).

Umsatz im dritten Quartal nahezu verdoppelt, Adjusted EBIT und Free Cash Flow positiv

Im dritten Quartal haben sich die Umsatzerlöse der Gruppe im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt (+96 Prozent) und erreichten 5,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,7 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis (Adjusted EBIT), ohne Berücksichtigung von Restrukturierungskosten von 255 Millionen Euro, lag bei 272 Millionen Euro (Vorjahr: -1,2 Milliarden Euro). Inklusive Restrukturierungskosten erreichte das Adjusted EBIT 17 Millionen Euro (Vorjahr: -1,3 Milliarden Euro). Das Konzernergebnis belief sich im dritten Quartal auf -72 Millionen Euro (Vorjahr: -2,0 Milliarden Euro).

Im dritten Quartal 2021 konnte ein Adjusted Free Cashflow von 13 Millionen Euro erwirtschaftet werden, trotz der Zahlung von gestundeten Steuern bei Lufthansa Technik von 443 Millionen Euro. Ursächlich für das positive Ergebnis waren dabei primär das gute Management des kurzfristigen Betriebsvermögens und die starken Buchungseingänge, die auch im dritten Quartal anhielten.

Kennzahlen für die ersten neun Monate

Von Januar bis September 2021 erzielte die Lufthansa Group Umsatzerlöse in Höhe von rund 11 Milliarden Euro (Vorjahr: 11 Milliarden Euro). Das Adjusted EBIT verbesserte sich vor Restrukturierungskosten in Höhe von 520 Millionen Euro auf -1,6 Milliarden Euro (Vorjahr: -4,0 Milliarden Euro). Inklusive Restrukturierungskosten waren es -2,1 Milliarden Euro (Vorjahr: -4,2 Milliarden Euro). Das Konzernergebnis betrug in den ersten drei Quartalen des Jahres -1,9 Milliarden Euro (Vorjahr: -5,6 Milliarden Euro).

Nachhaltige Transformation des Unternehmens macht große Fortschritte

Der Konzern setzt sein Transformationsprogramm weiter konsequent um. Im Rahmen dessen wurden bereits Maßnahmen umgesetzt, die Kosten in Höhe von jährlich rund 2,5 Milliarden Euro einsparen. Dies entspricht mehr als 70 Prozent der bis 2024 geplanten jährlichen Einsparungen von 3,5 Milliarden Euro. Die im dritten Quartal umgesetzten Maßnahmen bezogen sich vor allem auf Prozessverbesserungen bei den Passagierairlines, Lufthansa Cargo und den Konzernfunktionen, der fortgesetzten Transformation des Vertriebs sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Lufthansa German Airlines und Lufthansa Technik.

Die Resonanz auf die in Deutschland angebotenen Freiwilligenprogramme für die Mitarbeitenden der Deutschen Lufthansa AG und der Lufthansa Technik AG übertraf die ursprünglichen Erwartungen deutlich. Insgesamt haben sich über 3.000 Mitarbeitende in Deutschland für das freiwillige Ausscheiden aus der Lufthansa Group entschieden. Insbesondere durch Freiwilligenprogramme, Fluktuation und Sozialpläne haben in Deutschland allein im Jahr 2021 bislang 4.000 Mitarbeitende das Unternehmen verlassen. Mit 3.000 weiteren wurden darüber hinaus bereits diesbezüglich Vereinbarungen getroffen. Aktuell besteht damit in Deutschland je nach weiterer Entwicklung noch ein Überhang von rechnerisch bis zu 3.000 Mitarbeitenden beziehungsweise entsprechender Personalkosten.

In diesem Zusammenhang startete am 1. November ein weiteres Freiwilligenprogramm für das Kabinenpersonal bei Lufthansa mit einer Laufzeit bis Ende März 2022. Durch das attraktive Programm soll der Personalüberhang in der Kabine bei Lufthansa fair und sozialverträglich abgebaut werden.

Insgesamt waren Ende September rund 107.000 Menschen bei der Lufthansa Group beschäftigt. Es bleibt weiterhin das Ziel, die langfristige Beschäftigung von mehr als 100.000 Lufthanseat:innen in der Group sicher zu stellen.

Lufthansa Group unterstreicht ihr Bekenntnis zu nachhaltigem unternehmerischen Handeln

Die Lufthansa Group hat sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt und strebt eine Halbierung der Netto-CO₂-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 2019 sowie eine neutrale CO₂-Bilanz bis 2050 an. Um diese Netto-Ziele weiter zu konkretisieren, schließt sie sich der sogenannten "Science Based Target Initiative" (SBTi) an, mit dem Ziel den CO2-Reduktionspfad mit dem Pariser Klimaabkommen der Vereinten Nationen in Einklang zu bringen. Auf Basis wissenschaftlicher Berechnungen werden CO2-Emissionen mit Hilfe von Flottenerneuerung und -optimierung, verbesserter operativer Effizienz sowie dem Einsatz von nachhaltigen Kraftstoffen kontinuierlich reduziert. Die offizielle Validierung erfolgt im Jahr 2022.

Als konkreten Schritt auf diesem anspruchsvollen Reduktionspfad hat der Vorstand des Unternehmens entschieden, in den kommenden drei Jahren proaktiv für 250 Millionen US-Dollar nachhaltige Flugkraftstoffe, sogenannte Sustainable Aviation Fuel (SAF), zu erwerben. Schon heute ist die Lufthansa Group größte Abnehmerin nachhaltiger Flugkraftstoffe in Europa und bekräftigt mit dieser Entscheidung ihren Anspruch, auch beim Einsatz von SAF unter den weltweit führenden Airline-Gruppen zu sein.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, sagt:

"Der Klimawandel ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Der Kauf von synthetischem Kraftstoff für eine viertel Milliarde US-Dollar in den kommenden Jahren ist die bisher größte reine Nachhaltigkeitsinvestition in der Geschichte der Lufthansa Group. Wir stehen aus voller Überzeugung zu unserer Verantwortung und setzen alles daran, Luftverkehr in Zukunft noch nachhaltiger zu machen."

Network Airlines mit verbessertem Ergebnis, Eurowings mit starkem Quartal

Der Adjusted EBIT-Verlust der Network Airlines verringerte sich dank der gestiegenen Nachfrage und fortgesetzter Kostensenkungen im dritten Quartal 2021 vor Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 146 Millionen Euro auf -304 Millionen Euro (Vorjahr: -1,2 Milliarden Euro). Inklusive der Restrukturierungsaufwendungen lag der Adjusted EBIT-Verlust bei -450 Millionen Euro (Vorjahr: -1,2 Milliarden Euro). Unterstützt von einer starken Entwicklung im Interkontinentalverkehr lagen die Durchschnittserlöse der Network Airlines im dritten Quartal leicht über Vorkrisenniveau.

Eurowings erwirtschaftete im dritten Quartal ein Adjusted EBIT von 108 Millionen Euro (Vorjahr: -108 Millionen Euro). Die konsequente Umsetzung des bereits 2019 beschlossenen Turnaround Plans trug wesentlich zu dem positiven Ergebnis bei. So wurde die Zahl der aktiven Flugbetriebe in Deutschland auf einen konzentriert und die Verwaltungskosten um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorkrisenniveau verringert. Die strategische Positionierung als wettbewerbsfähige Value Airline wird damit weiter gestärkt.

Lufthansa Cargo auf Rekordkurs, Lufthansa Technik und LSG erneut mit Gewinn

Im Frachtgeschäft konnte Lufthansa Cargo auch im dritten Quartal von der weiterhin hohen Nachfrage profitieren. So stieg das Adjusted EBIT im Logistiksegment auf 301 Millionen Euro (Vorjahr: 169 Millionen Euro). In der Geschichte von Lufthansa Cargo ist dieses Ergebnis für diesen Zeitraum ein neuer Rekord. Wie in den Vorquartalen auch, profitierte Lufthansa Cargo dabei von der anhaltend hohen Nachfrage im globalen Luftfracht-Markt, die durch Engpässe bei der Seefracht und die Störung globaler Lieferketten weiter verstärkt wurde. Das marktweite Angebot blieb dabei aufgrund der weiterhin reduzierten Belly-Kapazitäten unter dem Vorkrisenniveau.

Lufthansa Technik verbesserte ihr Adjusted EBIT ohne Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 94 Millionen Euro im dritten Quartal deutlich auf 155 Millionen Euro (Vorjahr: -79 Millionen Euro). Inklusive Restrukturierungsaufwendungen lag es bei 61 Millionen Euro (Vorjahr: -86 Millionen Euro). Lufthansa Technik profitierte dabei von der branchenweit gestiegenen Nachfrage nach Wartungsdienstleistungen im Zuge der Erholung des globalen Airline-Marktes.

Auch die LSG Group verbesserte ihr Ergebnis aufgrund der positiven Nachfrage-Entwicklung vor allem in den amerikanischen Märkten. Das Adjusted EBIT lag im dritten Quartal bei 35 Millionen Euro (Vorjahr: -74 Millionen Euro).

Liquidität weiterhin stark, Bilanzkennzahlen verbessern sich deutlich

Ende September 2021 standen dem Konzern liquide Mittel in Höhe von insgesamt 11,9 Milliarden Euro zur Verfügung. Unter Berücksichtigung der Erlöse aus der Kapitalerhöhung, der bereits im Oktober erfolgten Rückzahlung der Stillen Beteiligung I und der bis Jahresende geplanten Rückzahlung bzw. Kündigung der verbleibenden Stillen Beteiligungen, belief sich die verfügbare Liquidität per 30. September 2021 pro forma auf 8,5 Milliarden Euro. Die Liquidität liegt damit auch ohne die staatlichen Stabilisierungsmittel aus Deutschland über dem mittelfristigen Zielkorridor von 6 bis 8 Milliarden Euro.

Die Eigenkapitalquote, ohne Berücksichtigung der erst nach Ende des Quartals abgeschlossenen Kapitalerhöhung, stieg bis Ende September im Vergleich zum Jahresende 2020 um 5,3 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent (31.Dezember 2020:

3,5 Prozent). Die Nettokreditverschuldung lag aufgrund der im zweiten Quartal abgerufenen Mittel aus der Stillen Beteiligung I des WSF, die nach IFRS als Eigenkapital bilanziert werden, mit 9,0 Milliarden Euro um rund 900 Millionen Euro unter dem Niveau des Jahresendes 2020 (31. Dezember 2020: 9,9 Milliarden Euro). Unter Berücksichtigung der Erlöse der Kapitalerhöhung und der Rückzahlung der Stillen Beteiligung I verbessert sich diese Kennzahl pro forma auf 8,4 Milliarden Euro.

Remco Steenbergen, CFO der Deutschen Lufthansa AG, sagt:

"Unsere Kapitalerhöhung ist ein wichtiger Baustein, um unsere Bilanzziele bis spätestens 2024 zu erreichen. Wir können damit auch die Rückzahlung der Stabilisierungsmaßnahmen in Deutschland schneller als ursprünglich erwartet abschließen. Damit können wir uns nun voll auf die Umsetzung unseres Kostensenkungsprogramms und die Steigerung unserer Cashflows, sowie die Vorbereitung möglicher Verkäufe von Tochterunternehmen konzentrieren."

Ausblick

Der Konzern geht von einer positiven Nachfrageentwicklung aus. Bereits zum Ende des dritten Quartals erreichten die Neubuchungen rund 80 Prozent des Niveaus von 2019. Vor allem Tickets in den Premiumklassen sind gefragt. Über alle Reiseklassen ist ein signifikant steigender Anteil an Geschäftsreisen erkennbar.

Die geplante Öffnung der USA für Reisende aus Europa ab dem 8. November hat bereits in den vergangenen Wochen für einen Nachfrageboom gesorgt und sehr deutlich gezeigt, dass der Abbau von Reiserestriktionen einen unmittelbar positiven Einfluss auf die Kundennachfrage hat. Seit der Ankündigung der Öffnung stieg die Zahl der Buchungen zu US-Zielen um 51 Prozent im Vergleich zu den Vorwochen. Damit liegen die wöchentlichen Neubuchungen nun auch auf dem Transatlantik bei rund 80 Prozent des Niveaus von 2019. Besonders oft gebucht werden die großen Metropolen New York, Miami, San Francisco und Los Angeles.

Die Lufthansa Group erwartet für das vierte Quartal weiterhin eine Kapazität, gemessen an angebotenen Sitzkilometern (ASK), von ca. 60 Prozent des Vorkrisenniveaus 2019. Sie bestätigt damit die Kapazitätserwartung von ca. 40 Prozent des Vorkrisenwerts für das Gesamtjahr 2021. Für das erste Quartal 2022 wird eine Kapazität von ca. 65 Prozent des Vorkrisenniveaus angestrebt. Für den Sommer und die zweite Jahreshälfte 2022 wird eine weitere Steigerung auf 80 Prozent erwartet. Daher geht das Unternehmen für das Gesamtjahr 2022 von einer Kapazität von über 70 Prozent im Vergleich zu 2019 aus.

Im vierten Quartal wird trotz eines erwarteten Restrukturierungsaufwands in Höhe von rund 80 Millionen Euro ein positives EBITDA erwartet. Der Konzern geht damit auch im saisonal herausfordernden Schlussquartal davon aus, operative Cash-Abflüsse vermeiden zu können. Für das Gesamtjahr 2021 erwartet die Lufthansa Group im Vergleich zum Vorjahr weiterhin einen Anstieg des Konzernumsatzes und geht davon aus, den operativen Verlust, gemessen am Adjusted EBIT, mindestens halbieren zu können.

Detaillierte Zahlen können Sie unter dem folgenden Link abrufen. (03.11.2021/alc/n/a)