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Deutsche Bundesbank: MFI-Zinsstatistik für das Euro-Währungsgebiet - November 2017


05.01.18 14:59
anleihencheck.de

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die zusammengesetzten Indikatoren der Kreditfinanzierungskosten für neue Kredite an Unternehmen und für neue Wohnungsbaukredite an private Haushalte blieben im November 2017 mit 1,71% bzw. 1,87% weitgehend unverändert, so die Deutsche Bundesbank in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Der zusammengesetzte Zinssatz für neue Einlagen von Unternehmen im Euroraum und jener für neue Einlagen privater Haushalte wiesen ebenfalls kaum Veränderungen auf.

Bankzinssätze für Unternehmen Der zusammengesetzte Indikator der Kreditfinanzierungskosten, in dem die Zinssätze für alle Unternehmenskredite
zusammengefasst sind, blieb im November 2017 praktisch unverändert. Der Zinssatz für neu vergebene Kredite von über 1 Mio. Euro mit variabler Verzinsung oder einer anfänglichen Zinsbindung von bis zu drei Monaten verharrte bei 1,23%. Auch der Zinssatz für neue Kredite derselben Größenordnung mit einer anfänglichen Zinsbindung von mehr als zehn Jahren blieb nahezu stabil bei 1,82%. Bei neuen Krediten von bis zu 250.000 Euro mit variablem Zinssatz oder einer anfänglichen Zinsbindung von bis zu drei Monaten erhöhte sich der durchschnittliche Zinssatz um 4 Basispunkte auf 2,43%. Die Veränderung gegenüber dem Vormonat ergab sich aus dem Zinseffekt. Die Verzinsung neu hereingenommener Einlagen von Unternehmen mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu einem Jahr blieb im November 2017 mehr oder weniger konstant bei 0,08%. Der Zinssatz für neue Kredite mit variabler Verzinsung oder einer anfänglichen Zinsbindung von bis zu einem Jahr an Einzelunternehmen und Personengesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit wies mit 2,32% keine Veränderung auf.

Bankzinssätze für private Haushalte

Der zusammengesetzte Indikator der Kreditfinanzierungskosten, in dem die Zinssätze für alle Wohnungsbaukredite an private Haushalte enthalten sind, blieb im November 2017 im Großen und Ganzen stabil. Der Zinssatz für Wohnungsbaukredite mit variabler Verzinsung oder einer anfänglichen Zinsbindung von bis zu einem Jahr und jener für Wohnungsbaukredite mit einer anfänglichen Zinsbindung von mehr als zehn Jahren wiesen mit 1,66% bzw. 1,93% nur geringfügige Veränderungen auf. Der Zinssatz für neu vergebene Konsumentenkredite an private Haushalte mit variabler Verzinsung oder einer anfänglichen Zinsbindung von bis zu einem Jahr sank indessen um 23 Basispunkte auf 4,69%. Maßgeblich hierfür war im Wesentlichen die Entwicklung in einem Land des Euroraums.

Die Zinssätze für neue Einlagen privater Haushalte entwickelten sich weitgehend konstant. So blieben der Zinssatz für Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu einem Jahr mit 0,34% und der Zinssatz für Einlagen mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten mit 0,45% im Berichtsmonat nahezu unverändert.

Tabellen mit weiteren Aufschlüsselungen der MFI-Zinsstatistik einschließlich der zusammengesetzten Indikatoren der Kreditfinanzierungskosten für alle Euro-Länder sind über das Statistical Data Warehouse (SDW) der EZB abrufbar. Einige Daten stehen im Bereich "Unsere Statistiken" (www.euro-area-statistics.org) zur Verfügung. Die vollständigen Datenreihen für das gesamte Euro-Währungsgebiet sowie für die einzelnen Mitgliedstaaten können hier heruntergeladen werden. Weitere Einzelheiten einschließlich des Veröffentlichungskalenders sind unter "Bank interest rates" im Abschnitt "Statistics" auf der Website der EZB abrufbar.

Anmerkung:

- Eine Beschreibung der zusammengesetzten Indikatoren der Kreditfinanzierungskosten findet sich in: EZB, Entwicklung von Indikatoren für die Kreditfinanzierungskosten im Euro-Währungsgebiet, Kasten 1, in: Beurteilung der Zinsweitergabe im Kundengeschäft der Banken im Euro-Währungsgebiet in Zeiten fragmentierter Finanzmärkte, Monatsbericht August 2013.

- Die Zinssätze im Neugeschäft werden mit dem Volumen der einzelnen Verträge gewichtet. Dies erfolgt sowohl auf der Ebene der Berichtspflichtigen als auch bei der Ermittlung der nationalen Durchschnitte beziehungsweise der Aggregate für das Euro-Währungsgebiet. Änderungen der durchschnittlichen Zinssätze im Neugeschäft für das EuroWährungsgebiet spiegeln also neben den tatsächlichen Zinsänderungen auch Änderungen der Ländergewichte in den betreffenden Instrumentenkategorien wider. Die in dieser Pressemitteilung verwendeten Begriffe "Zinseffekt" und "Gewichtungseffekt" sind dem Bennet-Index entnommen; mit diesem lassen sich die monatlichen Entwicklungen der aggregierten Zinssätze im Euroraum, die aus Änderungen der Zinssätze in den einzelnen Ländern resultieren ("Zinseffekt"), von jenen entkoppeln, die durch veränderte Gewichte der Beiträge der einzelnen Länder des Eurogebiets bedingt sind ("Gewichtungseffekt").

- Neben der monatlichen MFI-Zinsstatistik für das Euro-Währungsgebiet für November 2017 enthält diese Pressemitteilung auch leicht revidierte Angaben für die Daten aus Vorperioden. Die in dieser Pressemitteilung enthaltenen Hyperlinks sind dynamisch. Daher können sich die Daten im Zuge der nächsten monatlichen Veröffentlichung aufgrund von Revisionen geringfügig ändern. Soweit nicht anders angegeben, beziehen sich die Daten für das Euro-Währungsgebiet auf die EU-Mitgliedstaaten, in denen im Referenzzeitraum der jeweiligen Statistik der Euro eingeführt war.

- Seit dem Referenzzeitraum Dezember 2014 basiert die Sektoreneinteilung der MFI-Zinsstatistik auf dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) 2010. Gemäß der Klassifizierung des ESVG 2010 umfasst der Sektor der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften (S.11) anders als im ESVG 95 keine Beteiligungsgesellschaften ohne Verwaltungsaufgaben oder ähnliche firmeneigene Finanzierungseinrichtungen.

Mehr Details unter:

http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Presse/EZB_Pressemitteilungen/2018/2018_01_05_zinsstatistik.pdf?__blob=publicationFile (05.01.2018/alc/n/a)