Deutsche Bank in allen vier Quartalen 2020 profitabel - Anleihenews


04.02.21 10:45
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Pressemitteilung der Deutsche Bank AG (ISIN DE0005140008/ WKN 514000):

Der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing sagte: "Im wichtigsten Jahr unseres Umbaus ist es uns gelungen, die Transformationskosten und die gestiegene Risikovorsorge mehr als auszugleichen - und das trotz globaler Pandemie. Mit dem Ergebnis von einer Milliarde Euro vor Steuern haben wir unsere eigenen Erwartungen übertroffen. Wir sind nachhaltig profitabel und zuversichtlich, dass der insgesamt positive Trend 2021 auch in diesen schwierigen Zeiten anhält."

Die Deutsche Bank hat im Gesamtjahr 2020 einen Gewinn erzielt und bleibt nach sechs Quartalen auf Kurs, alle finanziellen und strategischen Ziele ihrer Transformation zu erreichen. Erheblich höhere Gewinne in der Kernbank glichen die Umbaukosten sowie die gestiegene Risikovorsorge mehr als aus. Dank ihrer starken Kapital- und Liquiditätsposition konnte die Deutsche Bank ihren Kunden im Jahr 2020 umfassend zur Seite stehen.

Ertragswachstum und disziplinierter Umbau führten 2020 zu steigenden Gewinnen

Der Konzerngewinn betrug im abgelaufenen Jahr 624 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern lag bei 1,0 Milliarde Euro. Im Jahr 2019 hatte die Bank noch einen Verlust von 5,3 Milliarden Euro nach Steuern und 2,6 Milliarden Euro vor Steuern verzeichnet.

Im vierten Quartal 2020 betrug der Gewinn 189 Millionen Euro, nach einem Verlust von 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern lag bei 175 Millionen Euro, nach einem Verlust vor Steuern von 1,3 Milliarden Euro im vierten Quartal 2019. Der positive Steuereffekt von 14 Millionen Euro in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres ergab sich vor allem durch die Auflösung von Rückstellungen aus früheren Jahren sowie durch Steuereffekte im Zusammenhang mit aktienbasierten Vergütungsprogrammen.

Die Kernbank (ohne die Einheit zur Freisetzung von Kapital) konnte ihren Gewinn sowohl im vierten Quartal als auch im Gesamtjahr erheblich steigern. 2020 versechsfachte sich der Gewinn auf 3,2 Milliarden Euro - im Vergleich zu 536 Millionen Euro 2019. Der bereinigte Vorsteuergewinn1 stieg um 52 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Darin nicht enthalten sind Sondereffekte bei den Erträgen, Umbaukosten, Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert und andere immaterielle Vermögenswerte sowie Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen.

Im vierten Quartal belief sich der Gewinn vor Steuern der Kernbank auf 591 Millionen Euro, verglichen mit einem Verlust vor Steuern von 435 Millionen Euro im vierten Quartal 2019. Der bereinigte Gewinn vor Steuern1 hat sich mehr als verdoppelt und lag im vierten Quartal bei 1,0 Milliarde Euro.

Die Einheit zur Freisetzung von Kapital (Capital Release Unit, CRU) konnte ihre Verluste 2020 deutlich reduzieren. Entscheidend dafür war vor allem, dass die zinsunabhängigen Aufwendungen um 43 Prozent und die bereinigten Kosten1 um 39 Prozent zurückgingen. Im Gesamtjahr verzeichnete die Einheit einen Verlust von 2,2 Milliarden Euro vor Steuern, nach einem Verlust von 3,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Im vierten Quartal lag der Vorsteuerverlust bei 417 Millionen Euro, mehr als die Hälfte weniger als der Vorsteuerverlust von 858 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Die Einheit zur Freisetzung von Kapital machte weitere Fortschritte beim Risikoabbau. Sie reduzierte die risikogewichteten Aktiva (RWA) um 5 Milliarden Euro auf 34 Milliarden Euro - und lag damit zum Jahresende vier Milliarden Euro unter ihrem Zielwert. Sie verringerte ihre Verschuldungsposition (Leverage Exposure) im vierten Quartal um weitere 18 Milliarden Euro auf 72 Milliarden Euro, verglichen mit einem prognostizierten Wert von 80 Milliarden Euro. Zum Jahresende 2020 waren die RWA der Einheit zur Freisetzung von Kapital damit um mehr als die Hälfte und die Verschuldungsposition um etwa drei Viertel geringer als zum Jahresende 2018.

Durch sechs Quartale disziplinierter Umsetzung ihrer Strategie konnte die Deutsche Bank die Umbaubelastungen1 2020 deutlich verringern. Dadurch spiegelt sich der positive Beitrag der Kernbank im Konzernergebnis deutlich stärker wider. Die Bewertungsanpassungen auf aktive latente Steueransprüche (Deferred Tax Assets) betrugen 37 Millionen Euro im Gesamtjahr 2020, nach 2,8 Milliarden Euro 2019. Die Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 1,0 Milliarde Euro im Zusammenhang mit der Transformationsstrategie im Jahr 2019 wiederholten sich 2020 nicht. Die Umbaubelastungen verringerten sich um mehr als die Hälfte von 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 490 Millionen Euro 2020. Die Belastungen aus der Restrukturierung und durch Abfindungen sanken um 15 Prozent auf 688 Millionen Euro. Zum Jahresende 2020 waren 85 Prozent der bis 2022 erwarteten umbaubezogenen Effekte1 bereits verarbeitet.

Ertragswachstum durch Finanzierungs- und Absicherungsbedarf der Kunden

Im Gesamtjahr lagen die Erträge bei 24,0 Milliarden Euro, ein Anstieg um 4 Prozent. Im vierten Quartal 2020 stieg der Wert im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro, obwohl der Verkauf der Postbank Systems AG (Postbank Systems) am Ende des Quartals bei den Erträgen mit 104 Millionen Euro negativ zu Buche schlug. Das wirkte sich negativ auf die Ergebnisse der Unternehmensbank und der Privatkundenbank aus. Die Erträge der Kernbank betrugen im Gesamtjahr 24,3 Milliarden Euro, ein Anstieg um 6 Prozent. Im vierten Quartal lagen sie bei 5,5 Milliarden Euro und waren damit nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr. Ohne Sondereffekte stiegen die Erträge im vierten Quartal um 2 Prozent.

In ihrem Kerngeschäft erzielte die Deutsche Bank folgende Ergebnisse:

- Die Unternehmensbank erreichte 2020 Erträge von 5,1 Milliarden Euro und von 5,2 Milliarden Euro ohne Sondereffekte1, ein Rückgang von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Effekte aus der Währungsumrechnung blieben die Erträge nahezu unverändert. Der Geschäftsbereich konnte die Belastungen durch niedrige Zinsen weitgehend ausgleichen - unter anderem durch Preisanpassungen bei Einlagen in Höhe von 78 Milliarden Euro zum Jahresende. Damit liegt der Geschäftsbereich über Plan. Zum Ende des dritten Quartals hatte dieser Wert noch bei 68 Milliarden Euro gelegen.

Im vierten Quartal beliefen sich die Erträge auf 1,2 Milliarden Euro, ein Rückgang um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Effekte aus der Währungsumrechnung und Sondereffekte1, zu denen der genannte negative Effekt aus dem Verkauf der Postbank Systems gehörte, waren die Erträge nahezu unverändert. In der Globalen Transaktionsbank sanken die Erträge um 6 Prozent. Bereinigt um Effekte aus der Währungsumrechnung gingen sie um 3 Prozent zurück. Im Firmenkundengeschäft stiegen die Erträge um 1 Prozent; ohne Sondereffekte legten sie um 6 Prozent zu. Dies war zum Teil auf die Preisanpassungen bei Einlagen zurückzuführen.

- In der Investmentbank stiegen die Erträge 2020 gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen wuchsen die Erträge um 28 Prozent und legten damit im vierten Quartal in Folge zweistellig zu. Im Emissions- und Beratungsgeschäft legten die Erträge um 34 Prozent zu. Das Ertragswachstum war in beiden Bereichen auf ein günstiges Marktumfeld und auf Marktanteilsgewinne im Emissionsgeschäft mit Anleihen guter Bonität (Investment Grade) zurückzuführen (Quelle: Dealogic). Im Anleihegeschäft erzielte die Bank einen neuen Rekord: Sie unterstützte ihre Kunden dabei, Anleihen im Umfang von 1,7 Billionen Euro zu platzieren. Dies entspricht einem Anstieg von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im vierten Quartal stiegen die Erträge um 24 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Dabei wuchsen die Erträge im Emissions- und Beratungsgeschäft um 52 Prozent auf 532 Millionen Euro, im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen um 17 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Dies war vor allem auf ein starkes Wachstum der Erträge im Handel mit Schuldtiteln, im Geschäft mit Schwellenländern und im Währungshandel zurückzuführen. Die Deutsche Bank platzierte federführend die erste Sozial-Anleihe (Social Bond) der Europäischen Union im Volumen von 17 Milliarden Euro und lag im vierten Quartal im Emissions- und Beratungsgeschäft in Deutschland auf Platz 1 (Quelle: Dealogic). Die Investmentbank erzielte diese Erfolge, wobei sie die Kosten senkte und gleichzeitig ihre Risiko- und Kapitaldisziplin weiter beibehielt.

- In der Privatkundenbank sanken die Erträge 2020 gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Bereinigt um Sondereffekte1 blieben die Erträge nahezu unverändert. Dazu gehörte ein belastender Effekt von 88 Millionen Euro aus dem Verkauf der Postbank Systems. Die Privatkundenbank konnte die erheblichen negativen Auswirkungen der niedrigen Zinsen und der Corona-Pandemie weitgehend durch Geschäftswachstum ausgleichen. Dazu gehörten Nettozuflüsse bei Anlageprodukten über vier Quartale in Folge, die sich auf insgesamt 16 Milliarden Euro beliefen. Außerdem verbuchte die Privatkundenbank Nettoneukredite im kundenbezogenen Geschäft von 13 Milliarden Euro und vereinbarte neue Preismodelle für Einlagen in einem Gesamtvolumen von 9 Milliarden Euro. Die Erträge der Privatkundenbank Deutschland sanken einschließlich des negativen Effekts aus dem Verkauf der Postbank Systems um 2 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro, während sie in der Internationalen Privatkundenbank nahezu unverändert bei 3,1 Milliarden Euro blieben.

Im vierten Quartal lagen die Erträge bei 2,0 Milliarden Euro, ein Rückgang um 1 Prozent auf berichteter Basis. Bereinigt um Sondereffekte1 (einschließlich des negativen Effekts aus dem Verkauf der Postbank Systems) stiegen die Erträge um 1 Prozent. Weiteres Geschäftswachstum und höhere Vergütungen aus Vertriebspartnerschaften mit Versicherungen glichen die negativen Auswirkungen der niedrigen Zinsen und der CoronaPandemie weitgehend aus. Im vierten Quartal verzeichnete die Bank Nettozuflüsse bei Anlageprodukten von 3 Milliarden Euro und Nettoneukredite im kundenbezogenen Geschäft von 4 Milliarden Euro.

- In der Vermögensverwaltung (Asset Management) sanken die Erträge 2020 um 4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Im vierten Quartal gingen sie um 11 Prozent auf 599 Millionen Euro zurück. Bereinigt um Währungseffekte sanken die Quartalserträge gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent. Der Rückgang war darauf zurückzuführen, dass sich gewisse performancebezogene Gebühren, die im Vorjahresquartal in beträchtlicher Höhe angefallen waren, nicht wiederholten. Die Einnahmen aus Verwaltungsgebühren blieben dagegen gegenüber dem Vorjahr stabil, da Nettozuflüsse und die positive Kursentwicklung den branchenweiten Rückgang der Margen ausglichen.

Die Nettozuflüsse beliefen sich im vierten Quartal auf 14 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr summierten sich die Nettozuflüsse auf einen Rekordwert von 30 Milliarden Euro. Davon flossen 9 Milliarden Euro in Produkte, die sich an Umweltschutz, sozialen Kriterien und Maßstäben guter Unternehmensführung (ESG) orientieren. Im Jahresverlauf stieg das verwaltete Vermögen um 25 Milliarden Euro auf 793 Milliarden Euro zum Ende des Jahres. Zum Jahresende belief sich der Anteil der ESG-Anlagen auf 91 Milliarden Euro, ein Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Kosten sinken weiter - Kostenziel für 2020 erreicht

Die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken im Jahresverlauf um 15 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro. Dank dieser Fortschritte erreichte die Deutschen Bank 2020 ihr Kostenziel von 19,5 Milliarden Euro für die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten1 und ohne erstattungsfähige Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Hedgefonds-Geschäft. Gegenüber dem Vorjahr verringerten sich die Kosten auf dieser Basis um 9 Prozent. Die Deutsche Bank bestätigte ihr Kostenziel für 2022.

Im vierten Quartal sanken die zinsunabhängigen Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten1 sanken um 8 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Die Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Verkauf des Hedgefonds-Geschäfts erstattet werden, beliefen sich auf 81 Millionen Euro. Damit hat die Bank ihre bereinigten Kosten1 ohne Bankenabgaben und Umbaukosten zwölf Quartale in Folge im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal gesenkt.

Risikovorsorge im Kreditgeschäft innerhalb prognostizierter Brandbreite

Im Gesamtjahr 2020 stieg die Risikovorsorge im Kreditgeschäft von 723 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 1,8 Milliarden Euro oder 41 Basispunkte des durchschnittlichen Kreditvolumens. Sie lag damit im Rahmen der Prognose von 35 bis 45 Basispunkten des durchschnittlichen Kreditvolumens. Einschließlich der Risikovorsorge im vierten Quartal betrugen die entsprechenden Rückstellungen in der Bilanz Ende Dezember 4,8 Milliarden Euro oder 111 Basispunkte des Kreditvolumens, nach 4,0 Milliarden Euro Ende Dezember 2019.

Im vierten Quartal betrug die Risikovorsorge im Kreditgeschäft 251 Millionen Euro oder 23 Basispunkte des durchschnittlichen Kreditvolumens auf annualisierter Basis. Sie lag damit im Rahmen der Prognose. Damit profitierte die Deutsche Bank weiterhin von ihren konsequenten Standards für die Kreditvergabe und ihrem disziplinierten Risikomanagement.

Starke Kapitalausstattung, Liquiditätsposition und Bilanz

Die harte Kernkapitalquote (CET 1) stieg im vierten Quartal von 13,3 Prozent auf 13,6 Prozent. Damit blieb die Quote zum Jahresende 2020 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert und lag 316 Basispunkte über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Der Anstieg im vierten Quartal ist unter anderem auf einen positiven Effekt durch Veränderungen der europäischen Verordnung zu Kapitalanforderungen (CRR 2) und den erwähnten positiven Beitrag aus der Einheit zur Freisetzung von Kapital zurückzuführen, die weitere Fortschritte beim Risikoabbau erzielte. Dem stand ein Anstieg der RWA durch das Wachstum in der Kernbank gegenüber.

Ursprünglich wurde für das vierte Quartal ein Anstieg der risikogewichteten Aktiva um 4 Milliarden Euro im Zusammenhang mit der gezielten Überprüfung interner Modelle (TRIM) durch die Europäische Zentralbank erwartet. Dieser Anstieg wird nun voraussichtlich 2021 folgen.

Die Verschuldungsquote (bei Vollumsetzung) stieg gegenüber dem dritten Quartal um 24 Basispunkte auf 4,7 Prozent. Darin sind gewisse Zentralbankguthaben nicht enthalten. Ohne diese Regeländerung wäre die Verschuldungsquote zum Jahresende von 4,1 Prozent auf 4,3 Prozent gestiegen. Der Anstieg im Verlauf des vierten Quartals ist vor allem auf die genannten positiven Kapitaleffekte zurückzuführen. Basierend auf Übergangsregelungen stieg die Verschuldungsquote gegenüber dem dritten Quartal von 4,5 Prozent auf 4,8 Prozent.

Die Liquiditätsreserven wuchsen gegenüber Ende 2019 um 21 Milliarden Euro auf 243 Milliarden Euro. Die Liquiditätsdeckungsquote lag bei 145 Prozent. Daraus ergibt sich ein Überschuss von 66 Milliarden Euro gegenüber den aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

Mehr als 40 Milliarden Euro an nachhaltigen Finanzierungen und Anlagen

Das Volumen an nachhaltigen Finanzierungen und Anlagen betrug 2020 mehr als 40 Milliarden Euro und lag damit deutlich über der mindestens angestrebten Zielmarke von 20 Milliarden Euro im Gesamtjahr. Das Volumen an nachhaltigen Finanzierungen in der Investmentbank übertraf 20 Milliarden Euro. Die Unternehmensbank versorgte ihre Kunden mit ESG-Finanzierungen von mehr als 5 Milliarden Euro. Die Privatkundenbank trug zu den Zielen der Deutschen Bank an nachhaltigen Finanzierungen und Anlagen für das Jahr 2020 Kredite von 4 Milliarden Euro in der Privatkundenbank Deutschland und 11 Milliarden Euro an Anlageprodukten per Jahresende bei.

Das Asset Management verzeichnete 2020 darüber hinaus Nettozuflüsse von 9 Milliarden Euro bei ESG-Anlagen. Insgesamt hatten ESG-Anlagen im Asset Management einen Anteil von 30 Prozent an allen Zuflüssen, vier Mal so hoch wie 2019. Zum Ende des Jahres stieg der Bestand an ESG-Anlagen im Asset Management auf 91 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von 11 Prozent
am gesamten verwalteten Vermögen.

Nachhaltige Unternehmensführung weiter gestärkt

Die Bank gründete das Nachhaltigkeitskomitee des Vorstands. Es ist das oberste Entscheidungsgremium der Bank, wenn es um Nachhaltigkeitsthemen geht, und wird vom Vorstandsvorsitzenden Christian Sewing geleitet. Die Deutsche Bank hat vor kurzem außerdem ihr Rahmenwerk für grüne Finanzierungen veröffentlicht. Damit eröffnet die Bank sowohl für sich selbst als auch für ihre Kunden ein breiteres Spektrum an grünen Finanzierungsmöglichkeiten. Im vierten Quartal gab die Deutsche Bank bekannt, dass sie ab 2021 die Vergütung von Top-Führungskräften an zusätzliche Nachhaltigkeitskriterien knüpfen wird.

Segmentergebnisse im Detail

Unternehmensbank

Die Unternehmensbank erzielte im Gesamtjahr einen Gewinn vor Steuern von 561 Millionen Euro, ein Anstieg gegenüber 92 Millionen Euro im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn vor Steuern1 betrug 714 Millionen Euro, 20 Prozent weniger als 2019.

Die Erträge betrugen im Gesamtjahr 5,1 Milliarden Euro, oder 5,2 Milliarden Euro ohne Sondereffekte1, und waren gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert, trotz eines schwierigen Zinsumfelds und anderer gesamtwirtschaftlicher Herausforderungen. Zu den Sondereffekten gehörte ein Teil des negativen Effekts aus dem Verkauf der Postbank Systems. In der Globalen Transaktionsbank sanken die Erträge um 3 Prozent. Negative Effekte aufgrund der niedrigen Zinsen konnten teilweise durch Preisanpassungen bei Einlagen, Maßnahmen zur Bilanzsteuerung und positive Effekte aus den gestaffelten Negativzinsen der Europäischen Zentralbank ausgeglichen werden. Die Erträge im Firmenkundengeschäft stiegen um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug 366 Millionen Euro, ein Anstieg um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro, wobei das zweite Quartal 2019 Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert enthielt. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten1 sanken im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent, da Sachkosten zurückgingen, die Zahl der Mitarbeiter sank und sich Wechselkurseffekte positiv auswirkten.

Im vierten Quartal 2020 belief sich der Gewinn vor Steuern in der Unternehmensbank auf 162 Millionen Euro, nach einem Verlust vor Steuern im Vorjahresquartal. Der bereinigte Gewinn vor Steuern1 stieg gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent auf 211 Millionen Euro.

Die Erträge im vierten Quartal betrugen 1,2 Milliarden Euro, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 4 Prozent. Ohne Sondereffekte1, die auf den Anteil der Unternehmensbank an dem negativen Effekt aus dem Verkauf der Postbank Systems zurückzuführen waren, sanken die Erträge um 3 Prozent. Ohne Effekte aus der Währungsumrechnung und Sondereffekte waren die Erträge nahezu unverändert, da die Unternehmensbank die negativen Effekte der niedrigen Zinsen maßgeblich durch weitere Preisanpassungen bei Einlagen, Maßnahmen zur Bilanzsteuerung und eine positive Geschäftsentwicklung ausgleichen konnte. Ende des vierten Quartals gab es Vereinbarungen über Preisanpassungen bei Einlagen im Wert von 78 Milliarden Euro, nach 68 Milliarden Euro zum Ende des dritten Quartals.

In der Globalen Transaktionsbank betrugen die Erträge 871 Millionen Euro, ein Rückgang von 6 Prozent, oder, bereinigt um Währungseffekte, von 3 Prozent. Die Erträge im Cash Management gingen leicht zurück, wobei Belastungen durch die niedrigen Zinsen und negative Effekte aus der Währungsumrechnung teilweise durch Preisanpassungen bei Einlagen und Maßnahmen zur Bilanzsteuerung ausgeglichen werden konnten. Die Erträge aus Handelsfinanzierungen und dem Kreditgeschäft waren nahezu unverändert, da dem soliden Ergebnis im Kreditgeschäft, vor allem in Deutschland und in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA), teilweise Effekte aus der Währungsumrechnung entgegenstanden. In den Geschäftsfeldern Securities Services und Trust & Agency Services fielen die Erträge, weil die Zinssätze in wichtigen Märkten zurückgingen.

Im Firmenkundengeschäft stiegen die Erträge um 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 359 Millionen Euro. Ohne Sondereffekte1, vor allem aufgrund des negativen Effekts aus dem Verkauf der Postbank Systems, stiegen die Erträge um 6 Prozent. Dabei wirkten sich weitere Maßnahmen zur Preisanpassung bei Einlagen und Nettoänderungen bei episodischen Effekten positiv aus.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen betrugen 995 Millionen Euro, ein Rückgang von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies war vor allem auf eine deutliche Verringerung der Umbaubelastungen sowie der Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen. Die bereinigten Kosten ohne Umbaubelastungen1 gingen um 6 Prozent zurück. Dies war vor allem auf niedrigere Sachkosten, einer Verringerung der Mitarbeiterzahl und positive Effekte aus der Währungsumrechnung zurückzuführen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich im vierten Quartal auf 73 Millionen Euro, ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 30 Prozent.

Investmentbank

Der Gewinn vor Steuern der Investmentbank betrug im Gesamtjahr 2020 3,2 Milliarden Euro, nach 502 Millionen Euro im Jahr 2019. Der bereinigte Gewinn vor Steuern1 belief sich auf 3,3 Milliarden Euro und mehr als verdreifachte sich damit gegenüber 929 Millionen Euro im Vorjahr. Der Anstieg war vor allem auf deutlich höhere Erträge und niedrigere bereinigte Kosten zurückzuführen, die den Anstieg der Risikovorsorge im Kreditgeschäft aufgrund der Corona-Pandemie mehr als ausgleichen konnten.

Ohne Sondereffekte1 stiegen die Erträge im Gesamtjahr um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9,3 Milliarden Euro. Das Ertragswachstum profitierte von einem günstigen Marktumfeld, starker Kundenaktivität und der strategischen Transformation. Die Erträge im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC Sales & Trading) stiegen um 28 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro, nach vier Quartalen in Folge mit zweistelligen Wachstumsraten. Dies war vor allem auf ein starkes Wachstum der Erträge im Handel mit Zinsprodukten (Rates) zurückzuführen sowie im Geschäft mit Produkten, die sich auf Schwellenländer beziehen, und im Währungshandel. Die Erträge im Emissions- und Beratungsgeschäft stiegen um 34 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, vor allem aufgrund eines starken Emissionsgeschäfts.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken um 15 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Der Rückgang war vor allem auf niedrigere Aufwendungen für Restrukturierung und geringere Belastungen durch Rechtsstreitigkeiten zurückzuführen sowie auf gesunkene bereinigte Kosten. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten1 sanken um 9 Prozent. Darin spiegeln sich niedrigere Kostenzuweisungen, ein diszipliniertes Kostenmanagement und ein positiver Effekt aus der Währungsumrechnung wider.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug 688 Millionen Euro oder 89 Basispunkte des durchschnittlichen Kreditvolumens, nach 109 Millionen Euro im Jahr 2019. Grund für den Anstieg gegenüber dem Vorjahr waren vor allem Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Im vierten Quartal stiegen die Erträge gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro und um 28 Prozent ohne die Berücksichtigung von Sondereffekten. Das Ertragswachstum war vor allem auf eine weiterhin starke Kundenaktivität in einem günstigen Marktumfeld zurückzuführen.

Die Erträge im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC Sales & Trading) stiegen im vierten Quartal um 17 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro und um 21 Prozent ohne die Berücksichtigung von Sondereffekten. Es war das fünfte Quartal in Folge mit wachsenden Erträgen im Vergleich zum Vorjahr. Die Erträge im Handel mit Schuldtiteln stiegen aufgrund starker Kundenaktivität und eines günstigen Marktumfelds deutlich an. Im Geschäft mit Produkten, die sich auf Schwellenländer beziehen, wuchsen die Erträge gegenüber dem Vorjahr über alle Regionen hinweg, vor allem weil sich das Macro-Flow-Geschäft weiter verbesserte. Das Ertragswachstum im Währungshandel profitierte von der erhöhten Volatilität und einem starken Derivategeschäft. Die Erträge im Handel mit Zinsprodukten waren ohne die Berücksichtigung von Sondereffekten nahezu unverändert, während das Finanzierungsgeschäft sich gut behaupten konnte und ohne die Berücksichtigung von Effekten aus der Währungsumrechnung gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderte Erträge erzielte.

Die Erträge im Emissions- und Beratungsgeschäft stiegen gegenüber dem Vorjahr um 52 Prozent auf 532 Millionen Euro, wobei alle Geschäftsfelder zu diesem Wachstum beitrugen. Es war das vierte Quartal in Folge, in dem die Erträge stärker stiegen als die Gebühreneinnahmen im Gesamtmarkt (Quelle: Dealogic). Die Deutsche Bank lag Ende des vierten Quartals in Deutschland auf Platz 1 (Quelle: Dealogic). Die Erträge im Aktienemissionsgeschäft stiegen deutlich an, vor allem aufgrund eines Rekords bei speziell für Übernahmezwecke gegründeten Unternehmen (Special Purpose Acquisition Companies). Auch die Erträge im Anleihenemissionsgeschäft nahmen zu, da vor allem das Geschäft mit Anleihen guter Bonität (Investment Grade) gute Ergebnisse verzeichnete und der Marktanteil im Leverage-Finance-Geschäft hoch blieb. Die Erträge im Beratungsgeschäft stiegen im Jahresvergleich deutlich, vor allem aufgrund höherer Aktivität in der Region EMEA.

Im vierten Quartal sanken die zinsunabhängigen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Dies war auf geringere bereinigte Kosten sowie auf niedrigere Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen zurückzuführen. Die bereinigten Kosten ohne Umbaubelastungen1 sanken aufgrund des disziplinierten Kostenmanagements und niedrigerer Kosten für interne Dienstleistungen um 9 Prozent.

Der Gewinn vor Steuern betrug im vierten Quartal 596 Millionen Euro. Die Nachsteuerrendite auf das materielle Eigenkapital lag bei 7,0 Prozent, gegenüber einem Verlust von 60 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Privatkundenbank

Die Privatkundenbank verzeichnete im Gesamtjahr 2020 einen Verlust vor Steuern von 124 Millionen Euro, gegenüber einem Verlust vor Steuern von 279 Millionen Euro im Jahr 2019. Im Jahr 2020 fielen Belastungen von 642 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem geschäftlichen Umbau an. Der bereinigte Gewinn vor Steuern1 sank gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 493 Millionen Euro. Die Erträge der Privatkundenbank von 8,1 Milliarden Euro lagen um 1 Prozent unter dem Vorjahr. Darin war der negative Effekt aus dem Verkauf der Postbank Systems enthalten. Ohne Sondereffekte1 blieben die Erträge gegenüber dem Vorjahr stabil. Anhaltendes geschäftliches Wachstum, das sowohl Nettozuflüsse in Anlageprodukte als auch Nettoneukredite im kundenbezogenen Geschäft enthielt, und Preisanpassungen glichen erhebliche negative Effekte aus dem niedrigen Zinsumfeld und der Corona-Pandemie aus.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Die bereinigten Kosten ohne Umbaubelastungen1 sanken um 6 Prozent. Dies war vor allem auf gezielte Einsparmaßnahmen und Synergien aus Effizienzmaßnahmen zurückzuführen. Die Privatkundenbank reduzierte die Zahl ihrer Mitarbeiter zum Jahresende auf unter 30.000 (auf Vollzeitstellen gerechnet). Im Jahresvergleich entstanden 2020 höhere Belastungen für den geschäftlichen Umbau sowie für Rechtstreitigkeiten, während 2019 in den zinsunabhängigen Aufwendungen Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert von 545 Millionen Euro enthalten waren.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg auf 711 Millionen Euro, nach 344 Millionen Euro im Vorjahr. Der Anstieg war vor allem auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen. Im Vorjahr ergaben sich zudem höhere positive Effekte aus Portfolioverkäufen und Veränderungen bei der Methodologie.

Im vierten Quartal 2020 verzeichnete die Privatkundenbank einen Gewinn vor Steuern von 9 Millionen Euro, gegenüber einem Verlust vor Steuern von 261 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der bereinigte Gewinn vor Steuern1 betrug 216 Millionen Euro und hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht. Die Erträge sanken im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 1 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro. Darin enthalten war der negative Effekt aus dem Verkauf der Postbank Systems, der jedoch teilweise durch höhere Erträge im Zusammenhang mit Abwicklungsaktivitäten bei Sal. Oppenheim ausgeglichen wurde. Ohne diese Sondereffekte stiegen die Erträge um 1 Prozent, da geschäftliches Wachstum und höhere Gebühreneinnahmen aus Versicherungsprodukten die Auswirkungen des anhaltenden Margendrucks und der Corona-Pandemie ausglichen. Die Nettoneukredite im kundenbezogenen Geschäft beliefen sich im vierten Quartal auf 4 Milliarden Euro.

Das verwaltete Vermögen stieg im vierten Quartal um 17 Milliarden Euro. Darin waren positive Effekte aus der Erholung der Marktwerte sowie Nettomittelzuflüsse von 5 Milliarden Euro enthalten, von denen 3 Milliarden Euro auf Anlageprodukte entfielen. Die Privatkundenbank verzeichnete damit das vierte Quartal in Folge Nettomittelzuflüsse. Diesen erhöhenden Faktoren standen teilweise negative Effekte aus der Währungsumrechnung entgegen.

In der Privatkundenbank Deutschland betrugen die Erträge im vierten Quartal 1,2 Milliarden Euro. Sie stiegen, ohne den negativen Effekt aus dem Verkauf der Postbank Systems, im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Höhere Krediterträge und Provisionseinnahmen aus Anlage- und Versicherungsprodukten glichen die negativen Auswirkungen des anhaltenden Margendrucks im Einlagengeschäft mehr als aus.

In der Internationalen Privatkundenbank stiegen die Erträge im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2 Prozent auf 791 Millionen Euro. Bereinigt um Erträge aus Abwicklungsaktivitäten bei Sal. Oppenheim sanken die Erträge um 4 Prozent. Der Rückgang war in erster Linie auf negative Effekte aus der Währungsumrechnung zurückzuführen. Negative Effekte aus dem niedrigen Zinsumfeld und der CoronaPandemie konnten teilweise durch geschäftliches Wachstum ausgeglichen werden, das teilweise auf gezielte Neueinstellungen von Kundenberatern in zurückliegenden Quartalen zurückzuführen war.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken gegenüber dem Vorjahresquartal um 16 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Sie enthielten im vierten Quartal 2020 Umbaubelastungen von 184 Millionen Euro, im Vergleich zu 347 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Ohne Umbaubelastungen sanken die bereinigten Kosten um 10 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, vor allem aufgrund von gezielten Einsparmaßnahmen und höheren Synergien aus Effizienzmaßnahmen. Das vierte Quartal enthielt zudem einen positiven Einmaleffekt im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug im vierten Quartal 173 Millionen Euro, was auf annualisierter Basis einer Quote von 29 Basispunkten auf das durchschnittliche Kreditvolumen entspricht.

Asset Management

In der Vermögensverwaltung (Asset Management) stieg der Gewinn vor Steuern im Gesamtjahr um 16 Prozent auf 544 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn vor Steuern1 belief sich auf 586 Millionen Euro. Der Anstieg ist vor allem auf deutlich gesunkene Kosten zurückzuführen.

Die Nettoerträge im Gesamtjahr sanken um 4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, weil manche performanceabhängigen Gebühren nicht anfielen, die 2019 noch vereinnahmt werden konnten. Die Fondsmanagement-Gebühren waren nahezu unverändert, weil die Mischung des verwalteten Vermögens und Mittelzuflüsse den branchenweiten Margendruck ausgleichen konnten.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten1 fielen um 10 Prozent - ein Ergebnis der fokussierten Maßnahmen zur Kosteneffizienz und geringerer Aktivität aufgrund der Corona-Pandemie. Die Aufwand-Ertrag-Relation für den gesamten Geschäftsbereich Asset Management verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozentpunkte auf 68 Prozent.

Die Nettoerträge im vierten Quartal sanken um 11 Prozent auf 599 Millionen Euro, hauptsächlich wegen des Ausbleibens mancher performanceabhängiger Gebühren.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen gingen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 9 Prozent auf 399 Millionen Euro zurück. Die bereinigten Kosten ohne Umbaukosten1 fielen um 7 Prozent auf 390 Millionen Euro - darin spiegeln sich die geringeren Gemein- und Verwaltungskosten sowie ein geringerer Personalaufwand wider.

Der Gewinn vor Steuern sank im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11 Prozent auf 157 Millionen Euro. Der bereinigte Gewinn vor Steuern1 betrug im vierten Quartal 165 Millionen Euro.

Die Nettozuflüsse im vierten Quartal 2020 beliefen sich auf 14 Milliarden Euro und lagen damit höher als in den drei Quartalen davor. Die Performance für das Gesamtjahr lag auf Rekordhöhe bei 30 Milliarden Euro. Der Anteil der Nettozuflüsse am verwalteten Vermögen lag damit bei 4 Prozent und damit im Zielkorridor zwischen 3 und 5 Prozent. Die Nettozuflüsse speisten sich vor allem aus Zuflüssen bei passiven Fonds sowie zusätzlich aus Geldmarktfonds und alternativen Anlagen. ESG-Fonds waren weiterhin stark nachgefragt und zogen 30 Prozent der gesamten Nettozuflüsse des Jahres auf sich.

Das verwaltete Vermögen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 25 Milliarden Euro oder 3 Prozent auf 793 Milliarden Euro. Dies spiegelt vor allem die hohen Nettozuflüsse und die positive Marktentwicklung wider, die zusammen die negativen Währungseffekte mehr als ausgleichen konnten.

Corporate & Other

Corporate & Other wies für das Gesamtjahr einen Verlust vor Steuern von 930 Millionen Euro aus, nach einem Verlust vor Steuern von 247 Millionen Euro im Vorjahr. Der Anstieg des Verlusts von 684 Millionen Euro war vor allem auf negative Effekte aus Unterschieden in der Bewertung oder im Zeitverlauf zurückzuführen, da sich Gewinne aus dem Vorjahr nicht wiederholten.

Der Bereich verzeichnete 2020 negative Erträge von 530 Millionen Euro, nach negativen Erträgen von 147 Millionen Euro im Vorjahr. Erträge im Zusammenhang mit Unterschieden in der Bewertung oder im Zeitverlauf waren mit minus 86 Millionen Euro negativ, verglichen mit positiven Erträgen von 573 Millionen Euro im Vorjahr. Dies war vor allem auf negative Marktwertanpassungen von Absicherungen im Zusammenhang mit der Refinanzierung zurückzuführen, da die geringeren Aufschläge auf die Kapitalmarktplatzierungen der Bank zu niedrigeren Refinanzierungskosten führten. Die Erträge im Zusammenhang mit Belastungen für Refinanzierung und Liquidität waren 2020 mit minus 235 Millionen Euro negativ. Im Vorjahr betrugen sie minus 204 Millionen Euro.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen betrugen im Gesamtjahr 572 Millionen Euro und waren damit 6 Millionen Euro oder 1 Prozent höher als 2019. Die zinsunabhängigen Aufwendungen 2020 umfassten 168 Millionen Euro höher als geplante Infrastrukturkosten, bei denen der Unterschiedsbetrag in Corporate & Other verbucht wird, nach 65 Millionen Euro für niedriger als geplante Infrastrukturkosten im Vorjahr. Zudem fielen Umbaubelastungen an, vor allem für eine beschleunigte Rationalisierung bei von der Bank genutzten Immobilien. In Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten gab es 2020 einen positiven Beitrag von 67 Millionen Euro im Gesamtjahr, verglichen mit einem Aufwand von 238 Millionen Euro im Jahr davor. Aufwendungen im Zusammenhang mit Aktivitäten für Anteilseigner entsprechend der OECD-Richtlinien für Transfer Pricing, die nicht auf die Geschäftsbereiche aufgeteilt wurden, sanken um 15 Prozent auf 403 Millionen Euro. Im Vorjahr verzeichnete die Bank dagegen positive Effekte aus der Auflösung von Altpositionen.

Anteile ohne beherrschenden Einfluss werden vom Gewinn vor Steuern der Geschäftsbereiche abgezogen und dem Bereich Corporate & Other zugeordnet. Sie summierten sich 2020 auf 169 Millionen Euro, verglichen mit 173 Millionen im Vorjahr. Der größte Teil entfiel auf die DWS.

Im vierten Quartal verzeichnete Corporate & Other einen Verlust vor Steuern von 333 Millionen Euro, nach einem Verlust vor Steuern von 170 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der höhere Verlust war vor allem auf einen negativen Beitrag aus Unterschieden in der Bewertung oder im Zeitverlauf infolge negativer Marktpreisveränderungen von Absicherungsinstrumenten zurückzuführen. Ein Teil dieser Belastungen konnte durch niedrigere Ausgaben für Rechtsstreitigkeiten ausgeglichen werden.

Einheit zur Freisetzung von Kapital (Capital Release Unit) Die Einheit zur Freisetzung von Kapital wies 2020 einen Vorsteuerverlust von 2,2 Milliarden Euro aus, nach einem Verlust von 3,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Der bereinigte Verlust vor Steuern1 betrug 2,0 Milliarden Euro.

Die Erträge beliefen sich im Gesamtjahr auf ein Minus von 225 Millionen Euro, nach positiven Erträgen von 217 Millionen Euro im Vorjahr. Die Erträge im Jahr 2020 spiegeln erstmals ein komplettes Transformationsjahr wider, inklusive des Wegfalls von Erträgen aus eingestellten Geschäftsfeldern sowie des Risikoabbaus, Belastungen aus der Refinanzierung und Absicherungskosten.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich 2020 auf 1,9 Milliarden Euro, 43 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die bereinigten Kosten um 39 Prozent sanken und die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten sowie für Restrukturierung und Abfindungen deutlich geringer ausfielen als im Vorjahr. Ohne Berücksichtigung von Umbaukosten1 sanken die bereinigten Kosten im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Niedrigere interne Kostenverrechnungen und rückläufige Personalkosten trugen ebenso zu dem Rückgang bei wie geringere Sachkosten, darunter Beratungskosten und Kosten für Marktdaten.

Die Erträge beliefen sich im vierten Quartal auf ein Minus von 65 Millionen Euro, hauptsächlich infolge des Risikoabbaus, Belastungen aus der Refinanzierung und Absicherungskosten. Im Vorjahresquartal hatten die Erträge minus 180 Millionen Euro betragen.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich im vierten Quartal auf 373 Millionen Euro, einem Minus von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, und sie waren um 3 Prozent niedriger als im dritten Quartal 2020. Ohne Berücksichtigung von Umbaukosten1 sanken die bereinigten Kosten im Vergleich zum Vorjahrsquartal um 36 Prozent und gegenüber dem Vorquartal um 5 Prozent auf 317 Millionen Euro, was im Wesentlichen auf niedrigere Personalkosten und geringere zugewiesene Kosten zurückzuführen war.

Der Verlust vor Steuern belief sich im vierten Quartal auf 417 Millionen Euro, ein Rückgang um mehr als 50 Prozent im Vergleich zu 858 Millionen Euro im Vorjahresquartal.

Die Einheit zur Freisetzung von Kapital machte weitere Fortschritte beim Risikoabbau. Im vierten Quartal hat sie die RWA um 5 Milliarden Euro auf 34 Milliarden Euro reduziert und damit um vier Milliarden mehr als geplant. Die Verschuldungsposition (Leverage Exposure) sank um 18 Milliarden Euro auf 72 Milliarden Euro und damit um 8 Milliarden mehr als erwartet. Zwischen Ende 2018 und Ende 2020 hat die CRU die RWA um mehr als die Hälfte und die Verschuldungsposition um rund 75 Prozent verringert.

Detaillierte Zahlen können Sie unter dem folgenden Link abrufen: https://www.db.com/ir/de/download/Q4_2020_Release_DEU_04.02.2021.pdf (04.02.2021/alc/n/a)