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Bundesbank: Hoher Nettoabsatz am deutschen Rentenmarkt im Mai 2017


12.07.17 15:52
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Im Mai 2017 lag das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt mit einem Bruttoabsatz von 93,8 Mrd. Euro knapp unter dem Wert des Vormonats (94,1 Mrd. Euro), so die Deutsche Bundesbank in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Nach Abzug der deutlich gesunkenen Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten wurden inländische Schuldverschreibungen für netto 28,5 Mrd. Euro begeben. Der Umlauf ausländischer Schuldverschreibungen in Deutschland stieg im Berichtsmonat um 10,7 Mrd. Euro, sodass der Umlauf von Schuldtiteln am deutschen Markt insgesamt um 39,1 Mrd. Euro zunahm.

Die öffentliche Hand begab im Mai Schuldverschreibungen in Höhe von netto 16,6 Mrd. Euro (nach Tilgungen in Höhe von 9,0 Mrd. Euro im April). Dabei emittierte vor allem der Bund neue Wertpapiere (14,7 Mrd. Euro), und zwar vor allem im mittel- und langfristigen Bereich. Neben zweijährigen Bundesschatzanweisungen (5,1 Mrd. Euro) und fünfjährigen Bundesobligationen (3,1 Mrd. Euro) begab er per saldo auch zehn- und 30-jährige Bundesanleihen (4,3 Mrd. Euro bzw. 2,6 Mrd. Euro). Die Länder begaben im Ergebnis eigene Anleihen für 1,9 Mrd. Euro.

Heimische Kreditinstitute erhöhten im Mai ihre Kapitalmarktverschuldung um netto 10,8 Mrd. Euro, nach Nettotilgungen in Höhe von 5,9 Mrd. Euro im April. Dabei stieg vor allem der Umlauf von Schuldverschreibungen der Spezialkreditinstitute (12,7 Mrd. Euro), zu denen beispielsweise öffentliche Förderbanken zählen. In weitaus geringerem Umfang wurden auch flexibel gestaltbare Sonstige Bankschuldverschreibungen emittiert (0,5 Mrd. Euro). Dem standen Nettotilgungen von Hypothekenpfandbriefen sowie von Öffentlichen Pfandbriefen (1,3 Mrd. Euro bzw. 1,1 Mrd. Euro) gegenüber.

Inländische Unternehmen begaben im Berichtsmonat Anleihen für per saldo 1,1 Mrd. Euro, nach leichten Nettotilgungen im Vormonat (0,3 Mrd. Euro). Die Emissionen waren im Ergebnis überwiegend auf nichtfinanzielle Unternehmen zurückzuführen, während Sonstige Finanzinstitute Anleihen netto tilgten.

Auf der Erwerberseite traten im Mai vor allem ausländische Investoren als Käufer auf (21,3 Mrd. Euro). Auch die Bundesbank erwarb - vor allem im Rahmen der Wertpapierankaufprogramme - Rentenwerte (12,8 Mrd. Euro). Dabei handelte es sich vor allem um inländische Werte öffentlicher Emittenten. Inländische Kreditinstitute nahmen für netto 3,9 Mrd. Euro zinstragende Papiere in ihre Depots. Sie erwarben überwiegend ausländische Schuldverschreibungen (2,2 Mrd. Euro). Inländische Nichtbanken erwarben Schuldverschreibungen für netto 1,1 Mrd. Euro. Der Fokus der Käufe lag hierbei auf ausländischen Werten.

Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt wurden im Berichtsmonat neue Aktien von inländischen Gesellschaften für netto 0,1 Mrd. Euro begeben. Der Bestand an ausländischen Dividendentiteln am deutschen Markt stieg im gleichen Zeitraum um 3,2 Mrd. Euro. Erworben wurden Aktien per saldo sowohl von inländischen Nichtbanken (1,6 Mrd. Euro) als auch von ausländischen Investoren (1,3 Mrd. Euro) und heimischen Kreditinstituten (0,5 Mrd. Euro).

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds verzeichneten im Mai per saldo Mittelzuflüsse in Höhe von 5,7 Mrd. Euro (April: 6,5 Mrd. Euro). Hiervon profitierten im Ergebnis überwiegend Publikumsfonds (3,1 Mrd. Euro). Von den Fondsanbietern verkauften vor allem Gemischte Wertpapierfonds neue Anteilscheine (3,9 Mrd. Euro), aber auch Aktienfonds platzierten neue Anteile am Markt (1,2 Mrd. Euro). Rentenfonds verzeichneten hingegen Mittelabflüsse in Höhe von 1,1 Mrd. Euro. Der Umlauf der in Deutschland vertriebenen ausländischen Fondsanteile nahm im Berichtsmonat um 0,4 Mrd. Euro zu. Erworben wurden Investmentanteile im Mai vor allem von inländischen Nichtbanken (5,0 Mrd. Euro). Dabei handelte es sich im Ergebnis weit überwiegend um inländische Papiere. Ausländische Investoren und heimische Kreditinstitute erwarben ebenfalls Anteilscheine, und zwar für per saldo 0,6 Mrd. Euro beziehungsweise 0,4 Mrd. Euro. (12.07.2017/alc/n/a)