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Bundesbank: Hohe Nettotilgungen am deutschen Rentenmarkt im April 2017


13.06.17 16:03
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - Im April 2017 lag das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt mit einem Bruttoabsatz von 94,1 Mrd. Euro leicht unter dem Wert des Vormonats (100,6 Mrd. Euro), so die Deutsche Bundesbank in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Nach Abzug der gestiegenen Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten wurden inländische Schuldverschreibungen für netto 15,2 Mrd. Euro getilgt. Der Umlauf ausländischer Schuldverschreibungen in Deutschland erhöhte sich im Berichtsmonat um 2,5 Mrd. Euro, sodass der Umlauf von Schuldtiteln am deutschen Markt insgesamt um 12,7 Mrd. Euro abnahm.

Die öffentliche Hand tilgte im April Schuldverschreibungen in Höhe von netto 9,0 Mrd. Euro. Der Bund, inklusive der ihm zuzurechnenden Abwicklungsanstalt, führte seine Kapitalmarktverschuldung um 4,0 Mrd. Euro zurück. Vor allem fünfjährige Bundesobligationen, in deutlich geringerem Umfang aber auch Unverzinsliche Schatzanweisungen (Bubills) wurden per saldo getilgt (13,8 Mrd. Euro bzw. 1,6 Mrd. Euro), während sich der Umlauf zehnjähriger Bundesanleihen sowie zweijähriger Bundesschatzanweisungen erhöhte (4,1 Mrd. Euro bzw. 3,9 Mrd. Euro). Die Länder und Gemeinden tilgten im Ergebnis Anleihen für 5,0 Mrd. Euro.

Heimische Kreditinstitute verringerten im Berichtsmonat ihre Kapitalmarktverschuldung um netto 5,9 Mrd. Euro. Vor allem flexibel gestaltbare Sonstige Bankschuldverschreibungen wurden getilgt (4,4 Mrd. Euro), in geringerem Umfang aber auch Öffentliche Pfandbriefe (1,5 Mrd. Euro) und Schuldverschreibungen der Spezialkreditinstitute (1,1 Mrd. Euro). Der Umlauf von Hypothekenpfandbriefen stieg hingegen um per saldo 1,1 Mrd. Euro.

Inländische Unternehmen tilgten Anleihen für netto 0,3 Mrd. Euro, nach 0,1 Mrd. Euro im Vormonat. Im Ergebnis handelte es sich dabei ausschließlich um Titel mit Laufzeiten von über einem Jahr. Die Tilgungen waren weit überwiegend auf nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften zurückzuführen.

Auf der Erwerberseite stand im Berichtsmonat vor allem die Bundesbank. Sie erwarb, vor allem im Rahmen der Ankaufprogramme des Eurosystems, Schuldverschreibungen für netto 12,8 Mrd. Euro; dabei handelte es sich nahezu ausschließlich um inländische Papiere öffentlicher Emittenten. Ausländische Investoren trennten sich von Rentenwerten in Höhe von per saldo 15,8 Mrd. Euro. Im Ergebnis verkleinerten auch heimische Kreditinstitute und inländische Nichtbanken ihr Rentenportfolio, und zwar um 6,0 Mrd. Euro beziehungsweise 3,7 Mrd. Euro. In beiden Fällen lag der Schwerpunkt der Verkäufe bei inländischen Papieren.

Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt begaben inländische Unternehmen im Berichtsmonat junge Aktien für netto 0,1 Mrd. Euro. Der Bestand an ausländischen Dividendentiteln am deutschen Markt fiel im gleichen Zeitraum um 1,3 Mrd. Euro. Auf der Erwerberseite traten lediglich ausländische Investoren in Erscheinung und erwarben Aktien für netto 2,4 Mrd. Euro. Dem standen Nettoverkäufe der heimischen Kreditinstitute (2,6 Mrd. Euro) sowie der inländischen Nichtbanken (1,0 Mrd. Euro) gegenüber.

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds verzeichneten im April moderate Mittelzuflüsse in Höhe von netto 6,5 Mrd. Euro. Hiervon profitierten im Ergebnis überwiegend die den institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds (3,9 Mrd. Euro). Unter den Anlageklassen konnten vor allem Gemischte Wertpapierfonds und Aktienfonds neue Anteile absetzen (2,2 Mrd. Euro bzw. 1,9 Mrd. Euro). Aber auch Offene Immobilienfonds und Dachfonds (je 1,0 Mrd. Euro) verzeichneten Mittelzuflüsse. Hingegen nahmen Rentenfonds Anteilscheine für 0,4 Mrd. Euro zurück. Der Umlauf der in Deutschland vertriebenen ausländischen Fonds stieg im Berichtsmonat um 3,8 Mrd. Euro. Erworben wurden Investmentanteile im April vor allem von heimischen Nichtbanken (11,1 Mrd. Euro), aber auch von gebietsansässigen Kreditinstituten (0,3 Mrd. Euro). Hingegen trennten sich ausländische Investoren von deutschen Anteilscheinen für per saldo 1,1 Mrd. Euro. (Pressemitteilung vom 12.06.2017) (13.06.2017/alc/n/a)