ABB Q2-Zahlen: Starke Performance in einem Quartal der Erholung - Anleihenews


22.07.21 09:15
anleihencheck.de

Bad Marienberg (www.anleihencheck.de) - ABB (ISIN CH0012221716/ WKN 919730) hat das Ergebnis des 2. Quartals 2021 veröffentlicht. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung von ABB:

- Auftragseingang +32% auf 8,0 Milliarden US-Dollar, auf vergleichbarer Basis1 +24%
- Umsatz +21% auf 7,4 Milliarden US-Dollar, auf vergleichbarer Basis +14%
- Ergebnis der Geschäftstätigkeit 1‘094 Millionen US-Dollar, Marge bei 14,7%
- Operatives EBITA1 von 1’113 Millionen US-Dollar, Marge1 bei 15,0%
- Unverwässerter Gewinn je Aktie +150%2 auf 0,37 US-Dollar
- Cashflow aus Geschäftstätigkeit und Cashflow aus Geschäftstätigkeit in fortgeführten Aktivitäten von 663 Millionen US-Dollar

"Mich stimmt sehr zuversichtlich, dass wir unsere Performance deutlich verbessert haben. Die merklich höhere operative EBITA-Marge spiegelt die Belebung der Nachfrage sowie die verbesserte interne Effizienz und unsere starke Position in den Bereichen Elektrifizierung und Automation wider. Wir werden unseren Fokus auf Profitabilität durch Innovation, Nachhaltigkeit und Digitalisierung weiter schärfen und unser aktives Portfoliomanagement fortsetzen."

Björn Rosengren, CEO

Zusammenfassung des CEO

Die Kundenaktivitäten nahmen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal leicht zu. Im Vergleich zur Vorjahresperiode, in der die nachteiligen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf das Geschäft ihren Höhepunkt erreichten, stiegen Auftragseingang und Umsatz deutlich. Alle Geschäftsbereiche verzeichneten zweistellige Auftragszuwächse, getrieben durch die breit abgestützte Erholung in den meisten kurzzyklischen Kundensegmenten und die positive Entwicklung in mehreren auf die Prozessindustrie bezogenen Geschäften. Teilweise beruhte das Wachstum auch auf dem kundenseitigen Aufbau von Lagerbeständen.

Das operative EBITA stieg um 71 Prozent, und die operative EBITA-Marge erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 440 Basispunkte auf den hohen Wert von 15,0 Prozent. Gestützt wurden diese Ergebnisse durch die Nachfragebelebung, den Effekt zuvor umgesetzter Kostenmassnahmen und die weiterhin tiefen Reisekosten. Auch proaktive Preismassnahmen zur Abfederung der erwarteten negativen Folgen steigender Rohstoffpreise wirkten sich positiv aus. Ich freue mich sehr darüber, wie gut das Team die Engpässe bei einigen Komponenten bewältigt hat. Das hat es uns möglich gemacht, die Auswirkungen auf die Kundenbelieferung zu begrenzen. Wir erwarten, dass trotz unseres aktiven Managements die angespannte Angebotslage bei bestimmten Komponenten wie Halbleitern auch im kommenden Quartal anhalten wird. Das starke Ergebnis führte zu einem Cashflow aus Geschäftstätigkeit in fortgeführten Aktivitäten von 663 Millionen US-Dollar – eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Ich freue mich, dass es dem Team gelungen ist, das Nettoumlaufvermögen in diesem wachstumsintensiven Umfeld gegenüber der Vorjahresperiode stabil zu halten. Die starke Cash-Generierung im ersten Halbjahr verschafft uns eine gute Ausgangsposition, um unsere Prognose eines soliden Cashflows im Jahr 2021 zu erfüllen.

Der Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation hat sein Automationsangebot im Berichtsquartal auf den Bausektor ausgedehnt. In dieser Branche ist die robotergestützte Automatisierung noch nicht weit verbreitet, und wir sehen Potenzial für Effizienzsteigerungen in Bereichen wie Fertighausbau, Schweissen oder Materialhandhabung. Ein Highlight im Quartal war die Verleihung des renommierten Innovation and Entrepreneurship in Robotics & Automation (IERA) Award, den der Geschäftsbereich für unsere PixelPaint Non‑Overspray-Technologie für die Automobilindustrie erhalten hat.

Wir haben uns drei Initiativen der internationalen Non-Profit-Organisation Climate Group angeschlossen und damit weitere Fortschritte im Hinblick auf unser langfristiges Nachhaltigkeitsziel gemacht, die Emissionen zu senken und unsere Standorte bis 2030 klimaneutral zu machen. Im Rahmen dieser drei Initiativen haben wir uns verpflichtet, unsere Flotte von mehr als 10‘000 Fahrzeugen zu elektrifizieren, Elektrizität zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen zu beziehen sowie Energieeffizienzziele festzulegen und an unseren Standorten Energiemanagementsysteme einzusetzen. Darüber hinaus wurde uns von der Science Based Targets initiative (SBTi) bestätigt, dass unsere Ziele dem Pariser Klimaabkommen entsprechen. Des Weiteren ist ABB der Kampagne "Business Ambition for 1.5°C" beigetreten, einer globalen Vereinigung von UN-Organisationen und führenden Vertretern aus Wirtschaft und Industrie, die vom UN Global Compact (UNGC) geleitet wird.

Es freut mich zu sehen, dass unsere verstärkte Ausrichtung auf akquisitorisches Wachstum Früchte trägt: Nach Abschluss des zweiten Quartals hat der Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation ASTI übernommen, einen führenden internationalen Hersteller von mobilen Robotern. Diese Transaktion erweitert unser Angebot und macht ABB zum einzigen Unternehmen, das ein ganzheitliches Automationsportfolio für die gesamte Wertschöpfungskette anbietet. Damit helfen wir Kunden, ihre heutigen linearen Fertigungslinien durch vollständig flexible Netzwerke zu ersetzen. Ich erwarte mehr dieser kleinen bis mittleren Ergänzungsakquisitionen, wenn die Divisionen ihre Übernahmepipelines ausbauen. Gute Fortschritte haben wir auch bei den angekündigten Portfolioänderungen erzielt. Ich gehe davon aus, dass wir im dritten Quartal eine Vereinbarung über eine Veräußerung bekannt geben können.

Ausblick

ABB rechnet damit, dass die Wachstumsraten im dritten Quartal 2021 die geringe Geschäftstätigkeit im dritten Quartal 2020 widerspiegeln. Ausgehend von der gegenwärtigen Marktlage wird für den vergleichbaren Umsatz ein Wachstum von rund 10 Prozent erwartet, wobei die Aufträge stärker als der Umsatz wachsen dürften.

Im dritten Quartal wird die operative EBITA-Marge von der regeren Nachfrage und des höheren Serviceumsatzes gegenüber dem Vorjahr profitieren. Im Vergleich zum Vorquartal sind jedoch nachteilige Effekte aus steigenden Rohstoffkosten, Komponentenengpässen und zunehmenden Reisekosten zu erwarten, wenn die pandemiebedingten Restriktionen aufgehoben werden.

ABB erwartet für das Gesamtjahr 2021 ein Wachstum des vergleichbaren Umsatzes von knapp unter 10 Prozent (vorher: ca. 5 Prozent oder höher). Für das zweite Halbjahr 2021 rechnet das Unternehmen mit einer Erholung des auf die Prozessindustrie bezogenen Geschäfts.

Für 2021 erwartet ABB gegenüber 2020 eine starke (vorher: stete) Verbesserung im Hinblick auf das für 2023 ausgegebene Ziel einer operativen EBITA-Marge, die sich in der oberen Hälfte des Korridors von 13 bis 16 Prozent bewegt. (22.07.2021/alc/n/a)