voestalpine kann diversifizierte Finanzierungsstruktur aufweisen


20.10.20 10:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Der Linzer Stahl- und Technologiekonzern voestalpine (ISIN AT0000937503/ WKN 897200) bietet Produkt- und Systemlösungen u.a. für die Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie für die Luftfahrt- und Öl & Gasindustrie an, so der Finanzanalyst Georg Zaccaria von der Raiffeisen Bank International AG (RBI) Wien.

Darüber hinaus sei die voestalpine der Weltmarktführer bei Bahninfrastruktursystemen, Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Die Geschäftstätigkeit gliedere sich dabei in die Segmente Steel, High Performance Metals, Metal Engineering und Metal Forming mit regionalem Fokus auf die Europäische Union (62% der Umsätze im GJ 2019/20). Seit 1995 an der Wiener Börse gelistet, beschäftige der Konzern in 500 Gesellschaften rund 48 Tsd. Mitarbeiter in mehr als 50 Ländern auf fünf Kontinenten.

Mit einem Umsatzanteil im GJ 2019/20 von rund 33% sei die voestalpine deutlich von der, von COVID-19 schwer getroffenen, Automobilindustrie abhängig. Vor diesem Hintergrund seien die Umsätze, aufgrund geringerer Versandmengen, im Q1 2020/21 (Stichtag 30. Juni 2020) um rund -28% auf EUR 2,4 Mrd. gesunken. Kostensparmaßnahmen und Kurzarbeit hätten dem Umsatzrückgang auf Ergebnisebene entgegengewirkt, resultierend in einem positiven EBITDA in Höhe von EUR 158 Mio. sowie einem leicht negativen EBIT in Höhe von EUR -49 Mio. In der LTM Betrachtung profitiere der operative Cashflow (CFO) von einem, u. a. durch WC Effekte getriebenen, deutlich positiven CFO in Höhe von EUR 1,3 Mrd. im GJ 2019/20.

Die Capex seien zuletzt reduziert worden und sollten im Gesamtjahr 2020/21 auf das Maintenance-Niveau (EUR 600 Mio.) gesenkt werden. Der Free Cashflow (FCF) sei auf LTM Sicht im Q1 2020/21 in Höhe von EUR 693 Mio. deutlich positiv gewesen, für das GJ 2020/21 rechne das Management jedoch mit einem negativen FCF. Die Dividendenkürzung (EUR 0,2/Aktie vs. EUR 1,1/Aktie) unterstütze den Cashflow zusätzlich und der Fokus liege auf einer Stärkung der Bilanzstruktur. Für das GJ 2020/21 werde mit einem EBITDA zwischen EUR 0,6 und 1 Mrd. gerechnet.

Die Bruttoverschuldung habe per 30. Juni 2020 bei EUR 4,7 Mrd. gelegen. Die liquiden Mittel hätten sich auf EUR 0,7 Mrd. belaufen und im Vergleich zum 30. Juni 2019 (EUR 340 Mio.) deutlich erhöht werden können. Das ergebe eine Net Gearing Ratio von 73% und einer, insbesondere durch das rückläufige EBITDA getriebenen, zuletzt konstant gestiegenen Net Leverage Ratio von 4,2x. Neben den liquiden Mitteln stünden auch ungenutzte kommittierte Kreditlinien in Höhe von EUR 780 Mio. mit Fälligkeit in 2024 zur Verfügung, welchen Tilgungen im GJ 20/21 in Höhe von EUR 122 Mio. gegenüberstünden. Darüber hinaus werde im Oktober 2021 ein Senior Papier (EUR 400 Mio.) fällig - die wesentlichste Rückzahlung bis über das GJ 2023/24 hinaus. Insgesamt könne der Konzern eine diversifizierte Finanzierungsstruktur aufweisen die sich i.W. aus Anleihen (30%), Schuldscheindarlehen (SSD; 15%), sowie diversen Darlehen und Export Finanzierungen zusammensetze. (Ausgabe Oktober 2020) (20.10.2020/alc/a/a)