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Der fallende US-Dollar und liquide Geldpolitik dürften sich kurzfristig positiv auf die Märkte auswirken


31.07.20 10:15
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - Das Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Kräften an den Finanzmärkten und bei der globalen Wirtschaftsentwicklung bleibt vorerst bestehen, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management.

Wir sind unverändert im Goldilocks-Umfeld (liquide Geldpolitik, tiefe Inflation und eine - wenn auch relativ schwache - wirtschaftliche Erholung nach dem Schock), so die Experten von Fisch Asset Management. Hinzu komme eine "Wall of Worry" in Form einer realistischen Einschätzung der Lage durch viele Marktteilnehmer und Konsumenten. Historisch habe diese Kombination stets für eine solide Unterstützung der Aktien- und Kreditmärkte gesorgt, wie man sie auch aktuell beobachte.

Es würden sich jedoch erste größere Veränderungen im System abzuzeichnen beginnen. Der US-Dollar falle erstmals seit Ausbruch der Covid-19-Krise deutlich und reagiere damit auf die extrem expansive Geldpolitik der US-Notenbank. Der Goldpreis und verschiedene Industriemetalle würden dies bereits mit deutlich steigenden Kursen widerspiegeln. Damit bestehe die Möglichkeit einer durch die Dollarschwäche ausgelösten Kettenreaktion: Steigende Rohstoffpreise würden zu höheren Inflationserwartungen führen und dadurch den Handlungsspielraum der Notenbanken reduzieren - mit entsprechenden Folgen für die Finanzmärkte.

Daher verfolgen wir die weitere Entwicklung genauestens, so die Experten von Fisch Asset Management. Denn die Schwäche des US-Dollar stelle einen grundlegenden Wechsel im aktuellen Reaktionsverhalten des Finanzsystems auf die Geldpolitik dar. Zudem bestünden weiterhin verschiedene andere Risiken: Die Konjunktur beginne sich nach einem Zwischenspurt (aufgrund des Nachholbedarfs) wieder abzuschwächen. Gleichzeitig seien die Bewertungen der Finanzmärkte auf sehr hohem Niveau, hätten sich von der fundamentalen Realität abgekoppelt und seien stark von einer lockeren Geldpolitik abhängig. Und dies alles vor dem Hintergrund weiterer Rückschläge bei der Bekämpfung der globalen Pandemie.

Kurzfristig dürften sich der fallende Dollar und die liquide Geldpolitik aber noch positiv auf die Märkte auswirken, da die Folgen der erwähnten Kettenreaktion erst mittelfristig wirksam würden. Ein mögliches Überschießen der Inflation werde von den Notenbanken toleriert und der tiefere Wechselkurs reduziere den Stress in vielen Emerging Markets. Letzteren werde es ermöglicht, ihre eigene Geldpolitik umzusetzen und beispielsweise die Zinsen zu senken ohne die eigene Währung damit abzuwerten. (31.07.2020/alc/a/a)